Stevia 2010 - aktuelle Entwicklungen

Stevia 2010 - aktuelle Entwicklungen

Stevia wird in vielen Ländern schon seit vielen Jahrhunderten und auch heute noch eingesetzt. In Japan nutzt man Stevia als Zuckerersatz für verschiedene Getränke und weitere Lebensmittel schon seit 25 Jahren.

Auch in Südamerika verwenden die Menschen die Blätter der Stevia. Seit mehr als 50 Jahren wird sie hier zur Süßung von Tee verwendet. Möglich ist dies, weil Stevia als Zuckerersatz in vielen Ländern der Welt zugelassen - jedoch nicht innerhalb der EU. Hier ist die Pflanze bis heute nicht als Nahrungsmittel und auch nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.

Inzwischen

dauern die Bemühungen, Stevia in der EU als Zuckerersatz zu etablieren und zuzulassen mehrere Jahre an. Denn obwohl Stevia bei vor einigen Jahren auch in der EU noch legal erstanden werden konnte, wurde das Verkaufsverbot für Stevia als Lebensmittel bislang noch nicht aufgehoben.

Damals waren es vor allem Bioläden und Reformhäuser, in denen  man Stevia Zucker oder Stevia Pulver kaufen konnte. Auch in Teeläden gehörte Stevia zum festen Produktportfolio. Als im Jahre 1997 dann die Novel Food Verordnung aufkam, war es mit dem legalen Verkauf von Stevia in der EU vorbei.

Stevia gilt als Novel Food, also als neuartiges Nahrungsmittel und hat wegen gesundheitlicher Bedenken, die aus mehr als fragwürdigen und heute auch widerlegten Studien hervorgingen, keine Zulassung bekommen.

Das Genehmigungsverfahren für Stevia

Die Genehmigung für Stevia als Lebensmittel zu bekommen ist eine Prozedur, die nicht so einfach zu gestalten ist. Der Antragsteller, der in der Regel ein Unternehmen ist, das dieses Produkt auf den Markt bringen möchte, muss umfangreiche Studien vorlegen, aus
denen eine gesundheitliche Unbedenklichkeit hervorgeht.

So muss durch entsprechende Studien bewiesen werden, dass die Produkte für den Verbraucher absolut unschädlich sind. Solche Studien schlagen mit fünf bis 50 Millionen Euro zu Buche und sind extrem aufwendig. Die Untersuchungen einer derartigen Studie beziehen sich beispielsweise darauf, ob das Produkt krebserregend ist, die Fruchtbarkeit beeinträchtigt oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Allergien ist. Können die Ergebnisse der Forschungen nicht detailliert belegt werden, dann werden die Anträge abgelehnt, was im Bezug auf Stevia schon häufiger der Fall war.

Verantwortlich für die Freigabe des Produkts ist die EU Kommission in Brüssel. Jedoch muss im Vorfeld die wissenschaftliche Unterbehörde Efsa (European Food Savety Authority) die Anträge überprüfen. Dieser liegen derzeit drei Anträge, unter anderem vom US-Riesen Cargill und von Coca Cola, vor.

Ausblick auf 2010

Schon seit zwölf Jahren kann sich die Europäische Kommission für Lebensmittelsicherheit nicht dazu durchringen, Stevia als Lebensmittel freizugeben. Inzwischen ist der Druck von unterschiedlichen Lebensmittelherstellern jedoch so groß geworden. Es liegt nahe, dass die Zustimmung als Lebensmittel nicht mehr lange hinauszögert werden kann.

Ausgeübt wird der Druck vor allem von Unternehmen, die Stevia als Zuckerersatz in Getränken verwenden wollen. So langsam beugt sich die EU Kommission für Lebensmittelsicherheit dem Druck und hat die Zustimmung im Kombination mit der Einführung von Stevia Produkten für das Jahr 2010 offiziell anvisiert.

Per Dekret wurde nun in Frankreich als erster EU-Staat eine vorläufige Zulassung für Süßstoffe aus Stevia erteilt. Diese Zulassung ist zunächst auf zwei Jahre beschränkt. Diese Erlaubnis beinhaltet aber nicht, dass nun mit Stevia gesüßte Lebensmittel nach Deutschland

verkauft werden dürfen. Experten gehen derzeit davon aus, dass spätestens Ende 2011 die EU-Kommission den Natursüßstoff EU-weit zulassen wird.