Stevia Rebaudiana - Süsskraut, Süssblatt, Honigkraut (Pflanzenbeschreibung)

Stevia Rebaudiana - Süßkraut, Süßblatt, Honigkraut (Pflanzenbeschreibung)

Vielen Menschen ist die Stevia Rebaudiana eher als Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut bekannt. Die Pflanze der bekannten Stevien gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie wird zwischen 70 Zentimetern und einem Meter hoch und besitzt zwei bis drei Zentimeter lange Laubblätter. Diese stehen gegenständig.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Subtropen. Daher ist das Süßkraut auch eine Wärme liebende Pflanze. Ihre Heimat ist Paraguay in Südamerika. Natürlich kommt die Stevia heute noch im Hochland vor, und zwar im Grenzgebiet zwischen Brasilien

und Paraguay, wo sie auch nachhaltig Verwendung findet.

Die Stevia ist eine Kurztagspflanze, die weiß blüht. Unter einer Kurztagspflanze versteht man Pflanzen, die nur dann blühen, wenn die Tageslänge unter 12 Stunden liegt. Die Blüten bilden mit kleinen Körbchen Dolden und sind endständig. Die Stevia Rebaudiana ist bekanntermaßen selbststeril, was bedeutet, dass die Pflanze nicht in der Lage ist, sich selbst zu befruchten.

Um die Stevia anzubauen, ist sehr viel Glück erforderlich, denn selbst bei frischen Samen liegt die Keimquote bei etwa 13 bis 15 Prozent. Des Weiteren sollte man unbedingt wissen, dass die Stevia Rebaudiana nur aus Saatgut keimt, das nicht älter als ein halbes Jahr ist. Neben der Zucht aus Samen kann das Honigkraut auch aus Stecklingen vermehrt werden. Das Süßblatt ist nicht frosthart und wird daher in der Regel als einjährige Pflanze kultiviert.

Das Honigkraut ist recht anspruchslos, mag es zwar eher feucht und warm, kann aber auch Temperaturschwankungen sehr gut vertragen. Eine Düngung ist nur in sehr sparsamer Art und Weise nötig. Wenngleich es die Stevia auch eher feucht mag, sollte eine Staunässe unbedingt vermieden werden.

Um das Wachstum der
Pflanze anzuregen, sollte man im Sommer immer wieder die seitlichen Triebe etwas kürzen. Da die Stevia nicht frosthart ist, sollte sie im Herbst ins Haus geholt werden. Ein luftiger und sonniger Standort, beispielsweise im Wintergarten. ist für die Überwinterung perfekt geeignet. Die Temperaturen sollten dabei zwischen zehn und 15 Grad Celsius liegen.

Bevor das Gewächs aus dem Freiland ins Haus geholt wird, werden die oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten und das Wurzelgebilde ausgegraben und in einen großen Blumentopf gegeben. Das Süßblatt treibt dann im Frühjahr wieder aus und kann ins Freiland gesetzt werden.

Ernte, Lagerung und Verwendung der Stevia

Geerntet werden die Blätter der Stevia, die auch gleich verwendet werden können. Um jedoch diesen Süßstoff haltbarer zu machen, wird er getrocknet und anschließend gerebelt. Getrocknete Blätter der Stevia sind nahezu unendlich lange haltbar.

Seit vielen Jahrhunderten schon wird das Honigkraut von der Bevölkerung in Südamerika als Süßstoff und auch als Medizin verwendet. So war es bei den Guarani-Indianern unter dem Namen ka'a he'ê bekannt, was übersetzt Süßkraut bedeutet. Sie nutzten es zum Süßen von Mate-Tee.

Im 16. Jahrhundert lernten die Europäer die Stevia kennen. Damals berichteten spanischen Konquistadoren über südamerikanische Eingeborene, die Blätter einer Pflanze benutzten, um Kräutertees damit zu süßen. Um 1888 wurde die Pflanze dann erstmals wissenschaftlich durch den Botaniker Moises Santiago Bertoni. Er verfasste 1889 die erste Beschreibung der Pflanze.

1973 produzierte Korea einige Produkte, in denen Stevia enthalten war. Seit 1998 forscht die Universität in

Hohenheim an der Stevia-Pflanze und seit 2002 gibt es Feldversuche mit Stevia im Rheinland. Dennoch ist die Stevia in Deutschland als Lebensmittel nicht zugelassen.

In Asien jedoch ist sie als natürlicher Süßstoff im Einsatz. So stellt der Süßstoff in Japan 40 Prozent des Zuckerersatzstoffmarktes dar. In der Schweiz wurde Stevia für bestimmte Produkte als Lebensmittel zugelassen und ist hier beispielsweise in Schokolade und Eistee legal enthalten.