Holzbock (Zecke) - Wann sollte man zum Arzt gehen?

Holzbock (Zecke) - Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der gemeine Holzbock ist definitiv die am weitesten verbreitete Zeckenart in Europa. Auch in Deutschland herrscht sie vor und sie kann mitunter Auslöser für Krankheiten wie FSME oder auch Borreliose sein. Wenn man sich in den Risikogebieten also durch Wälder, hohes Gras oder Buschwerk bewegt, ist die Gefahr ziemlich hoch, dass eine Zecke sich einnistet. Sie sucht zunächst den Kontakt zum Wirtskörper und begibt sich dann langsam aber sicher auf die Suche nach eine dünnen Hautstelle, in die sie ihre Beißwerkzeuge genüsslich hineinbohren kann.  

 

Deshalb sollte man unbedingt seinen Körper nach eventuellen Zeckenbissen absuchen, wenn man sich im Wald oder im hohen Gras aufgehalten hat. Entdeckt man dabei kleinere schwarze Flecken, die sich durch wischen nicht entfernen lassen, dann kann es sich dabei um einen Holzbock handeln, der sich gerade mit Blut vollsaugt. Es ist zwar möglich, eine Zecke selbst zu entfernen, jedoch sollte man in jedem Fall lieber zum Arzt gehen, da dieser darin ausgebildet ist, Zecken so heraus zu holen, dass sie nicht noch mehr infizierten Speichel absondern. Außerdem können Rückstände in der Haut für weitere Entzündungsherde sorgen.

Sollte man einen Zeckenbiss bei sich entdeckt haben und keinen Impfschutz besitzen, besteht im Nachhinein noch die Möglichkeit, sich einen passiven Schutz gegen FSME zu besorgen. In diesem Fall werden einem fertige Antikörper gespritzt, die einen Ausbruch der FSME verhindern.
Leider ist dieser Schutz nur sehr kurzfristig und sollte später durch eine entsprechende Impfung ersetzt werden.

Eine weitere Situation, in der unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte, ist dann erreicht, wenn man über die typischen Symptome der FSME klagt wie beispielweise Fieberschübe, Mattigkeit oder gar Bewegungsstörungen. Sollte dies der Fall sein, ist es Zeit, einen Arzt aufzusuchen und sich genau zu erinnern, ob man in der letzten Zeit der Gefahr von Zecken ausgesetzt gewesen sein könnte. Dies erspart dem Arzt nämlich eine Menge Untersuchungszeit, die bei einer Infektion mit FSME sehr wichtig sein kann.

Es ist darüber hinaus auf jeden Fall wichtig, sich einen entsprechenden Impfschutz zu besorgen, um wesentlich entspannter Ausflüge in die Natur zu unternehmen. Natürlich sollte man auch als geimpfter Mensch nach einem Zeckenbiss einen Arzt aufsuchen, jedoch sind die Gefahren einer FSME dann so gut wie gebannt. Es gibt jedoch auch immer noch das Risiko einer Borreliose und gegen diese Bakterien konnte man bisher keinen Impfstoff entwickeln. Werden sie rechtzeitig erkannt, ist es jedoch möglich, medikamentös dagegen vorzugehen.

Es ist also in der Regel immer ratsam, bei Problemen mit einem Zeckenbiss einen Arzt aufzusuchen. Die Folgen, die aus einer FSME oder einer Borreliose entstehen können, sind einfach zu schwerwiegend, als dass man mit dem Risiko leichtfertig umgehen sollte. Wer einmal ein Auge zudrückt und den Arztbesuch verweigert, bringt sich am Ende vielleicht gar in Lebensgefahr. Dies sollte auf jeden Fall verhindert werden, auch wenn daraus hin und wieder falscher Alarm entsteht. Denn hundert Mal falscher Alarm, als einmal die Gefahr verkannt und am Ende bleibende Schäden, die einen das ganze Leben über zeichnen und die Lebensqualität extrem einschränken.