Ackersenf (Sinapis arvensis): Steckbrief

Ackersenf (Sinapis arvensis): Steckbrief Ackersenf mit BlütenDer Ackersenf gehört der Familie der Kreuzblütler an. Die bis zu 60 cm hoch wachsende Pflanze stammt eigentlich aus den Gebieten rund um das Mittelmeer. Schon früh hat sie sich bis in unsere Gefilde ausgebreitet, bedingt durch den betriebenen Ackerbau.

Bei uns wächst der Acker-Senf vorwiegend wild auf Äckern, auf brach liegenden Feldern, auf Schuttplätzen und am Wegrand. Er bevorzugt sowohl einen stickstoffreichen als auch kalkhaltigen Boden.

Ackersenf als einjährige, krautige Pflanze

Die oberen Laubblätter

wachsen wechselständig direkt aus dem behaarten Pflanzenstängel und besitzen eine längliche Form, unten ziemlich breit und nach oben hin schmäler auslaufend. Dabei sind sie am Rand gezackt und unregelmäßig eingebuchtet. Die untersten Blätter werden erheblich größer und sitzen zumeist an einem Stiel. Das Laub fühlt sich rau und haarig an. Die gelben Blüten erscheinen etwa zwischen Mai und Juli, manchmal auch noch später. Sie sitzen ähnlich einer gedrungenen Rispe an der Spitze des Pflanzenstängels.

Jede Blüte besteht aus vier länglichen, schon fast runden Blütenblättern und sechs Staubblättern. Die Bestäubung übernehmen Bienen, Schmetterlinge, Käfer und sonstige Insekten, manchmal auch der Wind. Die sich entwickelnden Schoten besitzen tiefschwarze
Samenkörner. Sobald sie komplett getrocknet sind, springen die Schoten auf und geben ihr Saatgut frei. Das kann aber nur aufgehen, wenn es sich knapp unter der Erdoberfläche befindet. Der Samen behält jahrelang seine Keimfähigkeit.

Ackersenf als Küchengewürz und Heilpflanze

Durch seinen scharfen, rettichartigen Geschmack ist der Acker-Senf in der Wildkräuterküche beliebt. Allerdings sollten die Blätter noch vor der Blüte geerntet werden, denn sonst werden sie zu bitter!
  • Außerordentlich köstlich schmecken kleingeschnittene Ackersenfblätter im selbst zubereiteten Zaziki.
  • Aus den gemahlenen Ackersenfkörnern wurde früher der hausgemachte Senf hergestellt.
Ackersenf beinhaltet zahlreiche Mineralstoffe und Vitamin C, sein Laub ist sehr eiweißreich. Lässt man die Samen keimen, sind sie als Sprossen nicht nur lecker, sondern überaus gesund und nährstoffreich.
  • Bei Erkrankungen des Rachen- und Bronchialbereiches sollen Halsumschläge mit frisch zerkleinerten Ackersenfblättern rasche Linderung verschaffen.
  • Bekannt ist Ackersenf als Bachblüte Nummer 21 mit dem Namen Mustard. Eingesetzt wird sie bei Schwermütigkeit, nachlassender Motivation und depressiven Verstimmungen.
Gründünger aus Ackersenf

Da der Acker-Senf schnell wächst, eignet er sich vorzüglich als Gründünger. Bereits früh abgeerntete Beete werden so tiefgründig gelockert und Unkraut kann nicht wachsen. Mit dem Einarbeiten der Pflanzen im Herbst erhält der Boden einen hohen Humusanteil. Da der Ackersenf zu den Kreuzblütlern gehört, dürfen auf den betreffenden Beeten zumindest in den beiden folgenden Jahren weder eine Kohlart, noch Radieschen oder Rettich stehen. Das sind nämlich ebenfalls Kreuzblütler, der gefürchteten Kohlhernie und schädlichen Nematoden würde so Vorschub geleistet werden. Aufgrund seines hohen Anteils an Schwefel ist Ackersenf in der Lage, im Erdreich befindliche Pilze und Bakterien abzutöten.

Ackersenf mag für die einen ein Unkraut sein, andere wiederum schätzen seine positiven Eigenschaften.