Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch (Allium ursinum)

Art/Familie: Heimisches Heil- und Gewürzkraut.

Pflegeaufwand: Gering, da pflegeleicht

Blütezeit: April bis Mai bis Juni mit halbrunden, ca. 6cm großen Dolden bestehend aus locker sitzenden schneeweißen sternförmigen Blüten

Ernte: Blätter werden am besten bis Anfang der Blüte geerntet, da sie dabei und danach faserig, bitter und hart werden. Alle Pflanzenteile sind essbar, junge Blätter werden am liebsten genommen

Belaubung: Nach Knoblauch duftende, ovale nach vorne zugespitzte, dunkelgrüne Blätter mit hellgrüner Maserung

Wuchs: Zieht im Sommer nach der Blüte ca. im Juli komplett ein

Inhaltsstoffe:

Thiosulfinat (siehe auch unten Verwendung und Medizin)

Höhe: 15cm

Standort: Halbschattig bis Schattig kühl. Gerne im lichten Schatten vor und zwischen Gehölzen. Durchlässiger, jedoch feuchter, kalkarmer Boden

Pflanzzeit: Kaltkeimer, daher von August bis Oktober direkt ins Freiland säen und 1-2cm mit Erde bedecken. Pflanz- und Reihenabstand 20cm. Keimt meist nach 4-12Wochen (kann stark variieren)

Vermehrung: Breitet sich selbst aus, Ableger können auch abgenommen werden

Pflege: Boden sollte nie völlig austrocknen

Überwinterung: Winterhart

Krankheiten/Probleme: Verträgt weder Hitze noch Kalk

Besonderheiten:

Wird auch Wald Knoblauch genannt
Gehört zur selben Gattung wie Lauch und Zwiebeln
Sehr enger Verwandter des Schnittlauchs sowie des Knoblauchs
Ist in Wäldern in großer Anzahl zu finden
Körper dünstet nach Verzehr starken Geruch ähnlich wie bei Knoblauch aus

Bärlauch selber sammeln

Beim selber sammeln nur die Blätter nehmen, wenn man wirklich sicher ist. Herbstzeitlose und Maiglöckchen sehen ähnlich aus, sind jedoch hochgiftig (es gab schon viele Todesfälle aufgrund von Verwechslungen). Dabei kann man einen einfachen Trick anwenden: Blätter zwischen den Fingern zerreiben; nur Bärlauchblätter duften intensiv nach Knoblauch. Der Trick ist jedoch nur bedingt zu empfehlen, denn bereits nach wenigen Blättern riecht die ganze Hand nach Knoblauch, so dass man den Geruch nicht mehr sicher dem neuen Blatt zuordnen kann. Bei Unsicherheit besser zu Mehreren sammeln gehen, wobei nur einer die Blätter zerreibt. Der andere sollte das zerriebene Blatt nur mit den Fingerspitzen greifen um den Geruch nicht anzunehmen.
Bevor ein neues Blatt zerrieben wird Hände abtrocknen, dass kein frischer Pflanzensaft auf das neue Blatt übertragen werden kann. Sicherer ist zumindest Bärlauch im Garten selber anbauen, denn nur 10-20mg Herbstzeitlose (also ein einziges falsches Blatt!) reichen aus um eine erwachsene Person zu töten. Und unter den vergifteten Personen waren viele, die als Pflanzenkenner galten. Wenn doch in freier Natur sammeln, dann nur wenig entnehmen damit Bestände nicht gefährdet sind

Verwendung

Das enthaltene Thiosulfinat (Schwefelverbindung), welches beim Zerschneiden und Zerkauen der Blätter entsteht, ist für den knoblauchähnlichen Geruch und Geschmack verantwortlich. Bärlauchblätter sind nicht lange lagerfähig und sollten daher schnell nach der Ernte verarbeitet werden

Küche

Fein gehackt junge Blätter oder auch die Zwiebeln passen gut in Suppen, Soßen, Salaten, Nudelgerichten oder auch Kartoffelgratin. Aromatisiert Frischkäse oder Quark und sogar Süßspeisen wie Eis. Kocht man Bärlauch jedoch zu lange verliert er schnell Farbe und Geschmack

Bärlauchöl: Dazu einfach ca. 150g Bärlauchblätter waschen und in eine Flasche geben (müssen nicht geschnitten werden). Darauf dann ca. 750ml Sonnenblumenöl gießen, Flasche verschließen und etwa drei Wochen ziehen lassen. Öl abseihen, frische Bärlauchblätter dazugeben und

benutzen!

Bärlauchpesto: Ca. 80g frische saubere Bärlauchblätter grob zerschneiden und mit gerösteten Pinienkernen pürieren. Nach und nach Olivenöl dazugeben bis die Masse cremig ist und mit Salz sowie Pfeffer würzen. Passt sehr gut zu Spaghetti

Gefülltes Schnitzel: Fleisch normal vorbereiten und bei dicken Scheiben Tasche hineinschneiden, dünnes Fleisch einfach zusammenklappen und nach Füllung mit Zahnstochern verschließen. Für die Füllung ca. 200g frische saubere Bärlauchblätter klein schneiden und mit 4El Schmand sowie 4El Parmesan und 1El Senf mischen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken

Bärlauch-Dip: Zerkleinerte frische saubere Bärlauchblätter mit frischen ebenfalls zerkleinerten Thymianblättern, zerbröseltem Schafskäse und Olivenöl zu einem leicht körnigen Aufstrich verrühren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Passt als Dip sehr gut zu rohem Gemüse oder auch Fleisch (perfekt beim Grillen)  und hält sich im Kühlschrank 3-4 Tage, wenn er in einer gut zu verschließenden Box gelagert wird

Medizin

Das enthaltene Thiosulfinat hilft gegen Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Beugt Arterienverkalkung vor und regt die Verdauung sowie den Stoffwechsel an. Zudem soll es als Antibiotikum wirken. Allerdings müssten täglich Unmengen an Blättern gegessen werden um einen nennenswerte Wirkung zu erzielen. Eine normale Menge reicht jedoch um Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen

Namensgebung

Auch wenn nicht wissenschaftlich erwiesen wird erzählt, dass Bärlauch seinen Namen tatsächlich von den Bären haben soll. Die grünen Blätter sollen die erste Nahrung von Bären nach dem Winterschlaf gewesen sein die sie fanden