Birnen (Pyrus communis)

Birnen (Pyrus communis)

Art/Familie: Obstbaum. Pflanzengattung, die zu den Kernobstgewächsen in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

Pflegeaufwand: Mittel bis hoch, je nach Sorte. Pflegebedürftig und empfindlich sind jedoch alle

Blütezeit: Frühjahr mit sternförmigen, weißen Blüten. Die Blüten duften nur schwach und sind daher für Bienen und Hummeln wenig interessant. Um sie dennoch ausreichend bestäuben zu lassen und damit eine reiche Ernte zu gewährleisten vermengt man 2-3 Tropfen ätherisches Anisöl mit Liter Wasser und benetzt damit die Zweige. Dieses Gemisch lockt viele Insekten an, die dann die Befruchtung übernehmen

Ernte:

Siehe unten Ernte und Lagerung

Belaubung: Eiförmige, nach vorne zugespitzte, glänzend dunkelgrüne Blätter, die mittig meist leicht zusammengefaltet sind

Wuchs: Steil aufrecht nach oben mit sehr ausladender Krone. Manche Sorten strauchartig

Höhe: Normale Birnenbäume erreichen locker eine Höhe von 10m und einen Kronendurchmesser von 8m. Halbstämme haben meist eine Stammhöhe con 1,20m und benötigen ca. 5-6m Platz um sich herum

Standort: Sonnig warm. Benötigt warmes Klima zum Ausreifen der Früchte. Nährstoff- und humusreicher, durchlässiger und tiefgründiger, leicht feuchter jedoch kein nasser Boden. In kühlen Gegenden lohnt Anbau nur am Spalier vor einer warmen sonnigen Mauer

Pflanzzeit: Herbst

Schnitt: Ende Mai bis Ende August zweimal Triebspitzen kappen für bessere Verzweigung. Im Herbst zu dichte Kronen auslichten, damit Blätter besser abtrocknen können

Pflege: Ausreichend wässern, Boden sollte vor allem im Sommer nie austrocknen

Überwinterung: Ist vor allem in jungen Jahren für Winterschutz dankbar

Krankheiten/Probleme:

Blattbräune: Der Pilz Diplocarpon maculatum ist der Erreger. Blätter werden fleckig, rollen sich ein und fallen ab. Geeignete Spritzmittel sind im Handel
Birnenschorf: Braune Flecken auf Blättern und später Früchten. Auslöser ist anhaltende Nässe, wenn Blätter nicht abtrocknen können. Durch regelmäßigen Schnitt Krone offen halten. Befallenes Laub auch vom Boden entfernen, da der Pilz dort überwintert. Wenig anfällige Sorten wählen
Feuerbrand: Blätter und Früchte welken plötzlich. Meldepflichtig. Betroffene Triebe bis mindestens 50cm tief in die gesunden Äste hin wegschneiden hilft eventuell, ansonsten muss man sich von dem Baum trennen, denn ein Gegenmittel gibt es noch nicht. Tritt häufig durch Staunässe auf
Früchte werden abgeworfen: Meist ein Zeichen von Wassermangel oder Staunässe

Besonderheiten:

Viele Sorten lassen sich an Spalieren ziehen, auch Säulen-Birnen werden angeboten
Sind oft nicht selbstbefruchtend und benötigen geeignete Befruchtersorten in der Umgebung. Von den meisten haben wir ein paar passende Befruchtersorten dazu geschrieben, ansonsten einfach in der Baumschule nachfragen. Manche Sorten sind selbstbefruchtend, bringen jedoch mit geeigneter anderer Sorte deutlich höhere Erträge
Manche Sorten haben Dornen

Arten

Butterbirnen

Sorten, die auch Butterbirnen genannt werden, bilden eigentlich keine eigenständige Art. So werden die Früchte der Sorten bezeichnet, die besonders feinzelliges, weiches, saftiges Fruchtfleisch haben, was zart schmelzend ist

Mostbirne

Wirtschaftsbirne, die meist einen normalen Boden verträgt und weniger empfindlich ist als unten aufgeführte Sorten. Allerdings sind die Früchte nicht zum Rohgenuss geeignet

Nashi

Übersetzt heißt das Wort schlicht und einfach Birne, was die Zugehörigkeit der Nashi zu anderen Birnen klar macht. Sie wird auch asiatische Birne genannt, da sie aus Asien stammt oder auch Apfelbirne, da die Früchte apfelähnlich sind. Auch kombiniert findet man sie als asiatische Apfelbirne.
Höhe bis 5m. Blüht im Frühjahr mit großen reinweißen Blüten. Ernte der Früchte Ende September bis Oktober.

Mehr runde als ovale, apfelähnliche Früchte mit leicht angerauter, ockerfarbener, ziemlich fester Schale. Sehr saftiges und festes säuerliches Fruchtfleisch, was nur wenig an Birnen und Honig erinnert. Das Kerngehäuse kann wie beim Apfel mitgegessen oder auch entfernt werden. Benötigt die Williams Christbirne als Befruchtersorte. Viele Verwendungsmöglichkeiten in der Küche, eine kleine Auswahl finden Sie unten unter Verwendung Nashi

Pastorenbirne (Poire du curé; übersetzt: Birne des Pfarrers)

Die Pastorenbirne entstand 1760 in Frankreich. Die Bäume wachsen sehr kräftig und die Früchte haben ein sehr saftiges Fruchtfleisch mit kräftiger Säure.

In Frankreich gibt es einige Sorten der Pastorenbirne. So werden die Birnen bezeichnet, die schön genug sind, sie dem Pfarrer zu schenken, jedoch nicht so gut schmecken, dass man sie lieber selbst behalten würde

Sorten (Auswahl)

`Alexander Lucas: Winterbirne. Große, gelbe, braun punktierte Früchte zur Sonnenseite hin leicht gerötet. Aromatisch süßes und saftiges Fruchtfleisch mit schwacher Säure. Genußreife von November bis Januar. Eignet sich auch zum Einlagern, ca. zwei Monate lagerfähig. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Conference, `Gute Luise, `Köstliche aus Charneux, `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne. Als Befruchter anderer Sorten ungeeignet, neigt selber auch zur Jungfräulichkeit (befruchtet sich selber, hat dann keine Samenkapseln, ist jedoch meist nicht sortenrein und variiert daher im Geschmack). Robuste ertragssichere Sorte, die jedoch ein wärmeres Klima benötigt und in kalten Lagen mit nassen Böden nicht oder kaum fruchtet. Mittelstarker Wuchs, mit zunehmendem Alter schwächer werdend
`Boscs Flaschenbirne: Winterbirne. Alte Liebhabersorte. Große, eher flaschenförmige Früchte in braun-rot typisch berostet. Sehr saftiges, süßes, dennoch würziges Fruchtfleisch. Genußreife Oktober bis November, am besten schmecken die Früchte im November und Dezember. Geerntet sollte jedoch im Oktober werden, da die Früchte schnell abfallen. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Concorde®, `Conference, `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne. Benötigt warme Lage und nährstoffreichen Boden, verträgt Trockenheit recht gut. Mittelstarker Wuchs. Sehr gut zum Frischverzehr und zur Verarbeitung zu Kompott sowie als Dörrobst geeignet
`Bunte Juli: Sommerbirne. Genußreife Anfang bis Mitte August. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Conference, `Frühe aus Trevoux, `Williams Christbirne
`Clairgeaus Butterbirne: Sommerbirne. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Gellerts Butterbirne, `Gute Luise und `Williams Christbirne
`Clapps Liebling: Sommerbirne. Große, gelbe zur Sonne hin rote Früchte. Sehr zartes süß-säuerliches Fruchtfleisch. Genußreife von August bis September. Nicht lagerfähig, daher Verzehr sofort nach der Ernte.  Beste Befruchtersorten sind u.a. `Gräfin von Paris, `Gute Luise, `Frühe aus Trevoux, `Williams Christbirne
`Concorde®: Sommerbirne. Mittelgroße, flaschenförmige, gelbe bis gelb-grüne Früchte, zur Sonnenseite hin orange-rot überhaucht. Saftiges, süßes, leicht würziges Fruchtfleisch. Genußreife September bis Oktober. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Conference, `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne, ist aber auch selbstbefruchtend. Wird auch als Säule angeboten. Benötigt warme Lage und guten Boden, der nie ganz austrocknen sollte.  Schwacher Wuchs, gilt als wenig anfällig für Schorf und Feuerbrand
`Condo: Herbstbirne. Mittelgroße, dickbauchige Früchte in gelb-grünlich. Sehr aromatisches und saftig süßes Fruchtfleisch. Genußreife von Oktober bis November. Wird auch als Zwergbirne angeboten
`Conference: Herbstbirne. Alte Liebhabersorte von 1880, die zur Kreuzung vieler neuer Sorten dient. Mittelgroße, länglich schlanke Früchte in hellgrün dicht braun gepunktet, oft auch unregelmäßig geformt. Sehr saftiges und zuckersüßes Fruchtfleisch mit leichter Würze. Genußreife Oktober bis November. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Boscs Flachenbirne, `Concorde®, `Gute Luise, `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne. Eine Nachbarschaft zu `Vereins Dechantbirne hat sich als besonders effektiv erwiesen, da die Früchte dann größer, süßer und regelmäßiger geformt sind. Eignet sich besonders gut zur Verarbeitung von Birnenlikör. Vor allem in Süddeutschland stellen noch viele kleine Hofbrennereien mit Überschüssen von Streuobstwiesen eigenen Konferenzschnaps her. Die Schale ist sehr dick, teilweise müssen die Früchte daher vor Genuss geschält werden. Benötigt nährstoffreichen, stets leicht feuchten Boden, verträgt auch kühlere Lagen gut. Zeichnet sich besonders durch gleich bleibende Fruchtqualität über Jahre aus und gilt als besonders widerstandsfähig gegen Schorf. Bei Staunässe anfällig für Feuerbrand
`Decora: Wird meist als Säule angeboten. Typische birnenförmige Früchte in leuchtendem rot. Angenehm süßes und erfrischendes Fruchtfleisch. Genußreife Ende September bis Oktober. Beste Befruchtersorte ist u.a. `Saphira
`Doyenné du Comice: Wird oft als Säule angeboten. Große, klassisch geformte Früchte in gelb braun gesprenkelt zur Sonnenseite hin leicht orange angehaucht. Selbstbefruchtend
`Frühe aus Trévoux: Sommerbirne. Sehr alte Liebhabersorte. Mittelgroße, birnentypisch geformte Früchte in grün-gelb rot überzogen. Sehr saftiges und erfrischend säuerliches Fruchtfleisch. Genußreife Ende August. Früchte schmecken direkt vom Baum gepflückt am besten, sind maximal zwei Wochen lagerfähig. Bei zu später Ernte wird das Fruchtfleisch schnell mehlig und es verliert an Geschmack. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Boscs Flaschenbirne, `Conference, `Köstliche von Charneux. Verhält sich zu `Williams Christbirne insteril, d.h., sie können sich gegenseitig nicht befruchten. Benötigt warmen, nährstoffreichen Boden mit mäßiger Feuchte. Verträgt auch kühle Lagen wenn der Boden warm ist. Mittelstarker Wuchs. Gilt als allgemein robust und widerstandsfähig. Für Schorf mäßig und für Feuerbrand stärker anfällig. Blüten sind ebenfalls robust und wenig witterungsanfällig
`Gellerts Butterbirne: Herbstbirne. Große, fast kiwiähnlich geformte Früchte in mittelgrün teilweise mit rostähnlichen Tupfen überzogen. Sehr saftig süßes Fruchtfleisch. Genußreife von September bis Oktober. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Gute Luise, `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne
`Gourmande®: Mittelgroße,
flaschenförmige Früchte in gelb braun gerostet. Knackiges jedoch saftiges Fruchtfleisch mit süßem Aroma. Genußreife Oktober. Wird auch als U-Form angeboten
`Gräfin von Paris: Winterbirne. Sehr große, eher längliche, grünlich-gelb Früchte, dicht mit Punkten bedeckt. Sehr saftiges und interessant würziges, leicht herbes Fruchtfleisch. Genußreife Dezember bis Januar. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Gellerts Butterbirne, `Köstliche aus Charneux, `Madame Verté, `Williams Christbirne
`Gute Graue: Sommerbirne. Alte Liebhabersorte. Mittelgroße, birnentypisch geformte Früchte mit eher unscheinbar grau-braun berosteter Schale. Goldgelbes, sehr saftiges, hocharomatisches Fruchtfleisch. Genußreife im September. Leider viel zu wenig bekannte Sorte. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Gellerts Butterbirne, `Gräfin von Paris, `Gute Luise, Madame Verté
`Gute Luise: Herbstbirne. Beliebte Sorte. Mittelgroße, grünlich-gelbe zur Sonnenseite hin rötlich getupfte Früchte. Sehr saftiges, angenehm leicht an Melone erinnerndes, süß-säuerliches, gelblich-weißes Fruchtfleisch. Genußreife von September bis Oktober. Kann gut konserviert und gedörrt werden. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Conference, `Frühe aus Trevoux, `Köstliche aus Charneux, `Vereins Dechantbirne. Verhält sich zu `Williams Christ insteril, d.h., sie können sich gegenseitig nicht befruchten
`Harrow Sweet: Mittelgroße, grün-gelbe Früchte, sonnenseits rötlich überhaucht. Sehr saftiges und süßes Fruchtfleisch mit nur leichter Würze. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Conference, ` `Köstliche von Charneux, `Williams Christbirne. Ist selbst sehr guter Befruchter für viele Sorten. Genußreife Mitte Oktober bis Ende November. Sehr robust Sorte, die auf guten Böden überall, auch in raueren Lagen, wächst. Starker Wuchs. Gilt als weitgehend resistent gegen Schorf und Feuerbrand
`Köstliche aus Charneux: Wird auch `Köstliche von Charneu genannt. Herbstbirne. Beliebte Sorte. Große, grünlich-gelbe Früchte zur Sonnenseite hin leicht gerötet. Saftiges, etwas säuerliches, sehr aromatisches, feines Fruchtfleisch. Dünne Schale. Genußreife von Oktober bis Anfang November. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Boscs Flaschenbirne, `Gellerts Butterbirne, `Gräfin von Paris, `Gute Luise, `Tongern, `Williams Christbirne. Ist selber ein guter Pollenspender. Neigt zur Jungfräulichkeit (befruchtet sich selber, hat dann keine Samenkapseln, ist jedoch meist nicht sortenrein und variiert daher im Geschmack). Benötigt warmen, nährstoffreichen, leicht feuchten Boden. Für raue und frostige Lagen ungeeignet. Starker Wuchs, spät einsetzende Erträge. Ist bei hoher Luftfeuchtigkeit und häufigem Niederschlag im Sommer anfällig für Schorf
`Madame Verté: Wird auch als `Mme. Verté angeboten. Winterbirne. Alte Liebhabersorte. Mittelgroße, typisch geformte, bräunliche berostete Früchte. Sehr zartes, saftiges, gelblich-weißes Fruchtfleisch mit feinem Aroma. Genußreife Oktober bis Dezember. Eignet sich auch zum Einlagern, ca. zwei Monate lagerfähig. Nicht vor Ende Oktober ernten, da Früchte bei zu früher Ernte teigig werden. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Boscs Flaschenbirne, `Gellerts Butterbirne, `Gräfin von Paris, `Köstliche aus Charneux, `Tongern, `Vereins Dechantbirne, `Willliams Christbirne. Benötigt nährstoff- und humusreichen, feuchten Boden am liebsten in wärmerer Lage. Verträgt raue Lagen nur bedingt gut. Schwacher bis mittelstarker Wuchs. Ist in raueren Lagen schorfanfällig
`Pastorenbirne: Herbstbirne. Alte Liebhabersorte. Große, längliche, typisch birnenförmige Früchte zur Sonnenseite hin etwas berostet. Gut erkennbar ist die Sorte wegen ihres charakteristisch längs verlaufenden Roststriches. Sehr zartes weißlich-gelbes Fruchtfleisch mit schwacher Würze. Genußreife von Oktober bis Januar
`Rote Williams Christbirne: Sommerbirne. Mittelgroße, meist dunkelrot gefärbte Früchte. Sehr feines süßes Fruchtfleisch. Genußreife von August bis September. Leider nur wenig bekannte Schwester der `Williams Christbirne mit etwa denselben Eigenschaften
`Saphira: Wird meist als Säule angeboten. Große, flaschenförmige Früchte in grünlich gelb leicht bräunlich überhaucht. Sehr süßes Fruchtfleisch. Genußreife Mitte bis Ende September. Beste Befruchtersorte ist u.a. `Decora
`Tongern: Beste Befruchtersorten sind u.a. `Vereins Dechantbirne, `Williams Christbirne
`Uta: Winterbirne. Komplett bronzefarben berostete Früchte. Sehr saftiges, süßlich-säuerliches Fruchtfleisch mit stark ausgeprägtem Aroma. Früchte werden ab Anfang Oktober geerntet, schmecken jedoch nach Lagerung von November bis Januar am besten. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Conference, `Concorde®, `Köstliche aus Charneux. Benötigt guten, nährstoffreichen Boden in wärmeren Lagen. Kommt mit rauen Gegenden oft nicht zurecht. Schwacher Wuchs mit Bildung einer breiten, lichten Krone. Sehr hohe und früh einsetzende Erträge. Gut resistent gegen Schorf und Feuerbrand
`Vereins Dechantbirne: Wird auch `Vereinsdechants genannt. Winterbirne. Alte Liebhabersorte, die Stammvater vieler neuerer Züchtungen ist. Sehr große, breitbauchige, gelblich-grüne Früchte in Richtung Sonne rötlich angehaucht. Schale erinnert an Äpfel und ist recht dick. Sehr saftiges und ausgesprochen süßes Fruchtfleisch mit feiner Würze. Wird geschmacklich oft als beste Spätbirne bezeichnet. Ernte ab Ende Oktober, so spät als möglich. Schmeckt nach Lagerung von November bis Anfang Dezember am besten. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Conference, `Gellerts Butterbirne, `Köstliche aus Charneux, `Williams Christbirne. Benötigt warme und sonnige Lage mit gutem Boden. Mittelstarker Wuchs mit erst spät einsetzenden Erträgen. Gilt als wenig anfällig für Schorf. Früchte sind auch bei Reife gut windfest
`Williams Christbirne: Sommerbirne. Ist mit Abstand die bekannteste und beliebteste Sorte. Mittelgroße bis große Früchte in hellem gelb braun gepunktet. Sonnenseite ist manchmal rötlich gemustert. Ausgesprochen saftiges und süßes Fruchtfleisch. Früchte duften fein muskatartig. Genußreife von August bis September. Lässt sich maximal 14 Tage lagern, sollte so schnell als möglich nach der Ernte gegessen werden. Beste Befruchtersorten sind u.a. `Clapps Liebling, `Conference, `Gellerts Butterbirne, `Gräfin von Paris, `Harrow Sweet, `Köstliche aus Charneux, `Madame Verté, `Vereins Dechantbirne. Verhält sich zu `Frühe aus Trévoux und `Gute Luise insteril, d.h., sie können sich gegenseitig nicht befruchten. Ist sonst ein sehr guter Pollenspender. Benötigt nährstoffreichen und durchlässigen Boden in geschützten warmen Lagen. Mittelstarker Wuchs, im Alter schwächer werdend. Frühe, ab ca. dem 3. Standjahr einsetzende Erträge. Holz ist frostempfindlich

Geschichte

Birnen werden auch als aristokratisch bezeichnet. Sie haben einen zarten Duft und Geschmack und es gibt sie in sehr vielen Geschmacksrichtungen, die denen anderer Fruchtarten überlegen sind.

Die Sortenauswahl in Europa ist beeindruckend. Im 17. Jahrhundert waren 300 verschiedene Sorten bekannt, nur 200 Jahre danach war die Zahl auf 2500 Sorten angestiegen, wobei vor allem Frankreich und Belgien die Züchtungshochburgen waren.

Doch die beliebteste und wohl auch bekannteste Sorte überhaupt kommt aus England. 1770 wurde sie von der Baumschule Williams vermehrt und erhielt daher ihren Namen `Williams Christbirne. In Nordamerika und selbst in einigen Teilen Deutschlands kennt man sie unter dem Namen `Bartlett.

Alte Sorten wie `Conference und `Vereins Dechantbirne dienten in den letzten Jahre als Basis vieler Neuzüchtungen

Ernte und Lagerung

Reife Birnen erkennen

Den idealen Erntezeitpunkt der Früchte erkennt man an der Schale. Bei Unreife sind die Früchte grün, bei Reife hellt sich die Schale auf und wird je nach Sorte gelb bis rötlich-braun

Ernte

Nicht in nassem Zustand ernten, da sie dann empfindlicher sind und ihre wachsartige Schutzschicht verlieren. So sind sie nicht mehr lagerfähig (gilt auch für Äpfel). Späte Sorten vertragen kurzzeitigen Frost bis -3 Grad Celsius, dürfen jedoch nicht im gefrorenen Zustand geerntet werden (gilt auch für Äpfel)

Birnen lagern

Sommerbirnen sind generell nicht lange (meist nur wenige Tage) lagerfähig. Nach der Ernte sollte man sie am besten sofort verzehren, wenn sie nicht eingeweckt oder eingefroren werden sollen. Bei zu langer Lagerung wird das Fruchtfleisch schnell teigig und braun. Als Faustregel gilt: So früh als möglich ernten
Herbstbirnen lassen sich maximal vier Wochen lagern. Dazu sollten sie am besten im Freien unter einem schützenden Dach aufbewahrt werden

Winterbirnen werden frühestens ab Ende Oktober, besser erst Anfang November geerntet. Sie sollten so spät als möglich abgenommen werden, allerdings noch vor dem ersten Frost. Notfalls vertragen sie kurz Minusgrade bis -3 Grad Celsius, allerdings kann dies schon zu Geschmackseinbußen führen. Erst in den letzten Tagen vor der Ernte werden die Früchte richtig aromatisch, saftig und süß. Als Faustregel gilt: So spät als möglich ernten

Verwendung

Küche

Neben halbierten Birnen werden für manche Gerichte oder als Dekorierung auch gerne ganze Früchte genutzt, bei denen vorher jedoch das Kerngehäuse entfernt werden sollte. Sind die Birnen reif und weich wird einfach der Blütenansatz (unten) entfernt und durch das entstehende Loch ein Teelöffel eingeführt, mit dem durch Drehung das Kerngehäuse ausgeschält werden kann

Verwendung Nashi

Küche

Neben den Frischgenuss passt die Nashi in Würfel geschnitten gut in einen frischen Obstsalat. Besonders gut harmoniert sie zu Mangos und Litschis mit einem Dressing aus Zitronensaft und braunem Zucker sowie etwas Orangenlikör. Am besten 1-2 Stunden lang ziehen lassen und Schlagsahne dazu geben

Beilage No. 1: Nashi in Spalten schneiden und mit geschnittenen Frühlingszwiebeln andünsten. Mit trockenem Wermuth ablöschen und mit Salz, Pfeffer sowie Curry würzen. Passt sehr gut zu Schweinefilet mit Butterreis und grünen Bohnen oder Erbsen

Beilage No. 2: Nashi in Spalten schneiden und mit Zitronensaft beträufeln damit sie nicht braun werden. Zwiebelstreifen in Butter andünsten, Nashi hinzugeben und ordentlich zerstoßenen grünen Pfeffer sowie etwas Salz zugeben. Nicht ganz zerkochen sondern bissfest dünsten. Passt sehr gut zu Steaks oder auch zu Wildgerichten

Auflauf: Nashi achteln und mit bissfest gegarten frischen grünen Bohnen sowie durchwachsenden Speckstreifen gemischt in eine gebutterte dünn mit Hefeteig ausgelegte Auflaufform geben. Sahne mit Ei, Salz und Pfeffer vermischen und darüber geben. Dann den Auflauf bei 200 Grad Celsius knapp 40 Minuten backen

Unterlagen

In der Regel werden bei Hoch- oder Halbstämmen und Buschbäumen Edelsorten mit guter Fruchtbildung und sehr aromatischen Früchten auf eine Birnensämlingsunterlage gepfropft, damit die Pflanze robuster und langlebiger wird als es die Edelsorte ist. Allerdings beginnt die Fruchtbildung meist erst nach 6-8 Jahren.
Spalierobst und Spindelbüsche hingegen werden oft auf eine schwachwüchsige Quitte gesetzt. Diese tragen dann meist schon nach 3-4 Standjahren Früchte. Allerdings vertragen nicht alle Edelsorten Quittenpartner als Unterlage.

Die meisten Baumschulen bieten oft nur eine Unterlagenart an, vor allem in rauen Gegenden sollte man sich jedoch genau erkundigen, um das passende zu finden. Fragen Sie unbedingt nach, was für eine Unterlage verwandt wurde und ab wann man mit Früchten rechnen kann