Guerilla-Gardening - Gärtnern auf Abwegen
Dort wo Grund und Boden von Leuten bepflanzt wird, welcher ihnen nicht gehört, ist die Rede vom Guerilla-Gardening. Das Ziel dieser Guerilla-Gärtner ist es den Platz unter Straßenbäumen, Verkehrsinseln sowie auch verlassene und verwilderte Grundstücke zu neuem Leben zu erwecken, indem dort Samenbomben (Seed bombs) ...
abgeworfen oder auch Blumen gepflanzt werden.
Der Reiz des Verbotenen
Diese Gärtner auf Abwegen tragen nicht unbedingt grüne Latzhosen, sondern eher dunkle Klamotten und oft Kapuzenshirts. Schließlich wollen die Pflanz-Partisanen bei ihrer Mission nicht erkannt werden. Das unerlaubte Gärtnern ist nämlich illegal. Anpflanzen darf auf öffentlichen Flächen oder Plätzen nur wer eine Genehmigung der Stadt hat. Doch das interessiert die grünen Freiheitskämpfer herzlich wenig. Der Reiz den die wilden Gärtner verspüren besteht vor allem darin, etwas Verbotenes zu tun, über das sich aber eigentlich jeder freut.
Aufruf zu gemeinsamen Pflanzaktionen
Vertreten sind Guerilla-Gärtner natürlich auch in sozialen Netzwerken. Im World Wide Web werden Aktionen so ...
genannte "Digs" angekündigt. Das englische Wort "dig" heißt übersetzt graben. So ein "Dig" ist also eine Einladung zum gemeinsamen nächtlichen Buddeln. Bewaffnet mit Gießkanne, Beuteln mit Blumenerde, Schaufel und Pflanzen ziehen sie los. Am nächtlichen Tatort angelangt wird das Werk vollbracht. Dabei säen oder pflanzen die Gärtner auf Abwegen von Astern bis hin zu Zwiebelpflanzen alles, was ihnen gefällt. Doch nicht nur Blumen werden von den Botanik-Aktivisten angepflanzt, sondern auch Nutzpflanzen – angefangen beim Blattsalat über Erdbeeren bis hin zu Zucchini – werden auf den Brachen angebaut.
Die Entwicklung des "Guerilla Gardening"
Der neue Trend namens "Guerilla Gardening" hat bereits in den 1970er Jahren in New York angefangen. In Großbritanniens Hauptstadt fand diese grüne Protestbewegung Jahrzehnte später ihre stärkste Verbreitung. Dort hat der Brite Richard Reynolds vor einigen Jahren damit angefangen Flächen in seiner Wohngegend zu begrünen. Inzwischen ist Reynolds Europas bekanntester Guerilla Gärtner. Und mittlerweile findet diese verbotene Gärtnern auch in Deutschland – vor allem in Berlin – immer mehr Anhänger.
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