Himbeere (Rubus idaeus)

Himbeere (Rubus idaeus)

Art/Familie: Staude. Pflanzenart der Gattung Rubus aus der Untergattung Idaeobatus

Pflegeaufwand: Mittel. Boden darf nicht austrocknen, aber sehr empfindlich bei Staunässe

Blütezeit:  Mai bis August mit weißen Blüten

Erntezeit: Je nach Sorte von Mai bis Anfang Oktober mit roten, gelben oder schwarzen Früchten. Merkmal der Himbeere ist, dass beim Pflücken der Frucht der helle Zapfen an der Pflanze verbleibt, wohingegen er bei Brombeeren an der Beere bleibt

Belaubung: Eiförmig, nach vorn zugespitzte, am Rand gezahnte Blätter in mittelgrün. Fein behaart

Inhaltsstoffe: Reich an Vitamin C

und Ballaststoffen, Biotin

Wuchs: Straff aufrecht Triebe; müssen aber festgebunden werden

Höhe: 150 bis 200cm

Standort: Halbschattig kühl mit hoher Luftfeuchtigkeit. In ganztägig voller Sonne verbrennen die Blätter und Früchte leicht. Durchlässiger, feuchter und nährstoffreicher Boden. Keine Staunässe

Pflanzzeit: Pflanzabstand von 50cm, Reihenabstand von 150cm. Nach Pflanzung auf ca. 20cm zurückschneiden

Schnitt: Sommertragende Sorten nach der Ernte bis auf den Boden zurückschneiden. Sie bilden neue Triebe, an denen im Folgejahr die Früchte wachsen. Herbsttragende Sorten nach der Ernte oder im Winterbis auf den Boden zurückschneiden

Vermehrung: Breiten sich selbst durch Ableger aus; können auch abgenommen werden

Pflege: Boden sollte stets feucht gehalten werden, Pflanzen reagieren aber empfindlich auf Staunässe

Überwinterung: Winterhart

Krankheiten/Probleme/Schädlinge:

Himbeerrutenkrankheit: Kann durch sofortiges Entfernen der Triebe nach der Ernte verringert werden. Fleckig rötlich bis violett gefärbte Ruten wegschneiden
Himbeermade: Larve des Himbeerkäfers Der Käfer legt seine Eier in die Himbeerblüten ab. Spät blühende Sorten sind daher nicht mehr befallen, da zur späten Blütezeit die Eiablage bereits erfolgte
Eisenmangel: Vor allem junge Blätter werden gleichmäßig gelb - Düngen
Magnesiummangel: Ältere Blätter nur teilweise gelb mit noch grünen Blattadern - Düngen
Stickstoffmangel: Triebe wachsen kaum nach - Hornspäne
Früchte bleiben eher klein: Boden meist zu trocken
Rote Wurzelfäule (Phytophtora): Ruten sterben ab, meist durch Staunässe hervorgerufen

Besonderheiten:

Bereits seit dem Altertum anerkannte Heilpflanze
Gelbe Sorten gibt es schon seit 1601
Gehört botanisch nicht zu den Beeren sondern ist eine Sammelnussfrucht (an den kleinen gelb-braunen samenähnlichen Nüsschen auf der Oberfläche der Früchte erkennbar)
Neu gezüchtete Sorten sind oft mit virusfrei gekennzeichnet. Diese Sorten sind robust und resistent gegen Krankheiten und bieten oft größere Früchte und doppelt hohe Erträge als andere Sorten

Sorten (Auswahl)

`Aroma-Queen®: Neuere Züchtung aus der Sorte `Autumn Bliss.  Große ovale Früchte in hellem rot mit an Waldhimbeeren erinnerndem Aroma. Genußreife Anfang August bis Anfang Oktober. Gilt als widerstandsfähig gegen Krankheiten und Rutensterben
`Autumn Bliss: Wird auch `Blissy genannt. Herbsthimbeere. Sehr große, leicht längliche oder rundliche Beeren in dunkelrot. Festes Fruchtfleisch mit feiner Säure. Sehr bekannte und beliebte Sorte. Trägt an den 1-jährigen Ruten, daher nach Ernte ebenerdig zurückschneiden. Somit tritt Rutenkrankheit nicht auf. Resistent auch gegen Wurzelkrankheiten, Läuse und frei von Maden. Gut auch im Kübel zu kultivieren.

Genußreife August bis Oktober

`Autumn First: Neuere Züchtung mit größeren
Früchten als `Autumn Bliss. Herbst-Himbeere/Primeberry. Trägt an den 1-jährigen Ruten große hocharomatische Früchte. Gilt als sehr robuste Sorte, wenig anfällig für Würmer
`Bakkers Jewel: Höhe 150cm. Große, zylindrisch geformte Früchte in mittelrot. Genußreife Juli bis August. Sehr gut auch zum

Einfrieren geeignet
`Blissy: Siehe oben `Autumn Bliss
`Fallgold: Höhe 150cm. Kleine runde Früchte in gelb. Fruchtfleisch mit angenehmer Süße. Genußreife Juli bis August
`Fallred: Herbsthimbeere. Ernte Mitte August bis Mitte November. Große, aromatische Früchte
`Glen Ample: Neuere Sorte. Früh reifend. Große, leicht kegelförmige Früchte in dunkelrot. Fruchtfleisch angenehm süß und aromatisch. Genußreife Juli bis Anfang August. Besticht durch stachellose Triebe, hohen Ertrag und guter Qualität
`Golden Bliss®: Neuere Sorte. Mittelgroße, gelbe grünlich überzogene Früchte. Süßes Fruchtfleisch. Genußreife August bis Oktober
`Héritage: Höhe 120cm. Erntezeitpunkt September bis Oktober. Mittelgroße, süße, saftige Früchte
`Himbo-Top: Neuere Sorte. Herbsttragend. Bringt ab Anfang August sehr aromatische Früchte hervor. Besonders reich tragend. Starkwüchsig
`Meeker: Neuere Sorte. Mittelfrüh, zweimal tragend. Mittelgroße, leicht rundliche Früchte in dunkelrot. Fruchtfleisch angenehm süß-sauer. Genußreife Juli. Gilt als sehr gesunde und virustolerante Sorte. Starkwüchsig
`Pokusa: Große, leicht längliche, dunkelrote Früchte. Fruchtfleisch mit starkem Himbeeraroma. Mittelstarker aufrechter Wuchs.  Reichtragend. Genußreife Juli bis Oktober. Gilt als derzeit größte Himbeere
`Polka: Frühe Reife. Sehr aromatische Früchte im Juli bis August
`Royal: Mittelgroße, rote, eher rundliche Früchte in Trauben sitzend. Würzig-pikantes Waldhimbeeraroma. Massenträger. Bildet ab drittem Standjahr ca. 15-20 Ruten mit bis zu 15 kg Früchten pro Pflanze. Gilt als widerstandsfähig gegen Krankheiten und Fruchtschäden. Sehr gut zum Einfrieren geeignet, da kein Aromaverlust zu befürchten ist  
`Rubaca: Wird auch `Niniane genannt. Spät reifende Sommerhimbeere. Große, mittelrot leuchtende, gut haltbare, aromatische Früchte. Fruchtfleisch süß-säuerlich. Genußreife Juli bis August. Gilt als gesunde, gegen Wurzelfäule und Rutenkrankheit wenig anfällige Sorte
`Ruflava®: Mittelgroße dunkelgelbe Früchte. Festes süßes Fruchtfleisch mit nussartiger Note. Gilt als besonders widerstandsfähig gegen Rutenkrankheiten und Fruchtfäule. Benötigt voll sonnigen Standort und humusreichen Boden. Genußreife Juli
`Schönemann: Spät. Große, länglich geformte Beeren in sattem rot. Süßes Fruchtfleisch. Außerordentlich ertragreich. Starker, aufrechter Wuchs. Genußreife Juli bis August. Alte Sorte
`Tulamen: Bildet sehr große, aromatische Früchte. Empfindliche Sorte

Verwendung

Küche

Rezepte

Einfrieren: Himbeeren (gilt für alle Beeren) nebeneinander auf ein Blech, einen Teller oder eine Schale legen und in das Eisfach stellen. Nur anfrieren lassen und danach in einen Tiefkühlbeutel oder eine gefriertaugliche Schale legen. So kleben sie gefroren weniger aneinander so dass man sie einzeln entnehmen kann und sie weniger Druckstellen bekommen. Im Eisfach halten sie sich maximal 12 Monate

Tee: Lecker ist ein Tee aus verschiedenen Zutaten, der bedenkenlos täglich und in großen Mengen getrunken werden kann. Dazu werden 30g getrocknete Himbeerblätter mit 30g zerkleinerten Hagebutten, 30g getrockneten Hibiskusblüten, 30g getrockneten Brombeerblättern sowie 10g getrocknete Erdbeerblätter gut vermengt. Für eine große Tasse (150ml) werden zwei Teelöffel der Mischung benötigt, die mit kochendem Wasser übergossen werden. Anschließend 5-10 Minuten ziehen lassen und wahlweise pur trinken oder auch mit Zitronensaft abrunden und bei Bedarf mit Zucker oder besser Honig süßen

Himbeer-Basilikum-Essig: Eine Handvoll Himbeeren und einige Basilikumblätter in eine saubere Flasche füllen und mit 500ml gutem Weißweinessig auffüllen. Die Flasche wird verschlossen und 14 Tage an einem kühlen, dunklen Ort (z.B. einem Keller) aufbewahrt. Die festen Bestandteile dann abseihen

Medizin

Durch den hohen Gehalt an Ballaststoffen helfen Himbeeren bei Magen-Darmerkrankungen, wirken unterstützend auf die Verdauung und sollen helfen, zu hohe Cholesterinwerte zu senken. Das als Schönheitsvitamin bezeichnete Biotin verbessert die Spannkraft der Haut. Himbeersaft senkt Fieber