Definition - Kalthauspflanzen: Pflege, Überwintern

Definition - Kalthauspflanzen: Pflege, Überwintern

Wenn Sie eine Pflanze erworben haben, die in der Beschreibung als Kalthauspflanze bezeichnet wird, werden Sie mit der Pflege dieser Kalthauspflanzen meist weniger Probleme haben. Jede Kalthauspflanze möcht dafür aber in Bezug auf das Überwintern eine ganz besondere Beachtung genießen:

garten13 flWas zeichnet Kalthauspflanzen aus?

Kalthauspflanzen werden die Ziergewächse aus den wärmeren Teilen der gemäßigten Klimazonen genannt. Sie kommen besonders aus den Mittelmeerländern zu uns, außerdem von den Kordilleren, dem Himalaja-Gebiet, aus Australien, Japan oder China. Diese Pflanzen können

in unserem Klima im Sommer im Freien stehen, müssen jedoch in einem nicht beheizten Gewächshaus, also einem Kalthaus, überwintert werden.

Als Kalthaus eignet sich ein nicht beheiztes Gewächshaus, aber auch jeder andere helle Raum, in dem dauerhaft eine kühle Temperatur gehalten werden kann, also auch ein kühles Treppenhaus oder ein Wintergarten, der dämmtechnisch gut von Haus abgekoppelt ist und deshalb kühler bleiben kann.

Es können Ihnen übrigens unterschiedliche Temperaturangaben zum Kalthaus begegnen. Manchmal werden die Kategorien Kalthauspflanze, Pflanze fürs temperierte Haus und Warmhauspflanze unterschieden, mit einem Temperaturbogen von 3 Grad bis etwa 15 Grad. Manchmal, meist, wenn es um die Beschreibung von Gewächshäusern geht, wird das Gewächshaus unter 12 Grad bereits als Kalthaus bezeichnet, als Warmhaus gilt ein Raum mit mindestens 18 Grad.

Stören Sie sich nicht daran, dass ein Raum bei einer bestimmten Temperatur anders eingeordnet werden kann. Darauf kommt es nicht an. Relevant ist, dass Sie die optimale Überwinterungstemperatur für Ihre Kübelpflanzen kennen und einen Raum finden, in dem Sie diesen Temperaturbedürfnissen entsprechen können.

Pflege der Kalthauspflanzen

Jede Kalthauspflanze hat natürlich ihre speziellen Bedürfnisse, übergreifend lässt sich jedoch festhalten, dass diese Pflanzen im Sommer gerne auch sehr heiße Temperaturen ertragen. Je nach Blattmasse bzw. Pflanzenmasse müssen sie im Sommer reichlich gegossen werden, ansonsten sind sie meist recht pflegeleicht.

Von ihrer Ausstrahlung her
sind viele Kalthauspflanzen sehr schöne Pflanzen für den Wintergarten, z. B. Aucuben, Zitruspflanzen, Feigen und Yuccapalmen. Allesamt Pflanzen, die einem Wintergarten ein richtig schön exotisches Flair verleihen können und obendrein typische Kalthauspflanzen. Im Sommer fühlen sie sich in jedem Wintergarten wohl, der gegen allzu grelle direkte Sonneneinstrahlung etwas beschattet werden kann und außerdem gut durchgelüftet bleibt. Wenn sie genug Wasser und gelegentlich ihren Lieblingsdünger bekommen, gedeihen diese Pflanzen in einem solchen Wintergarten häufig prächtig, da sie hier in Bezug auf ihre Lichtbedürfnisse optimal gehalten werden. Wenn ein solcher Wintergarten im Winter als Kalthaus genutzt werden kann, ersparen Sie Ihren Pflanzen sogar den Umzug, der für sehr empfindliche Pflanzen auch immer eine kleine Belastung ist.

Kalthauspflanzen überwintern

Um Kalthauspflanzen zu überwintern, ist die richtige Temperatur ausschlaggebend, die Sie für jede Pflanze gesondert ermitteln sollten. Bekannte Kalthauspflanzen sind z. B. die Akazien fürs Zimmer, Agaven, Kamelien, Mandarinen, Schmucklilien, Lorbeer, Azaleen, Oleander und Phoenixpalmen. All diese Pflanzen möchten im Winter bei Temperaturen zwischen 3 und 7 Grad gehalten werden. Auch Alpenveilchen und Fuchsien, Aloe und Grünlilien, Dickblatt und Kalanchoen wollen am liebsten im Winter kühl stehen, bei ihnen darf der Raum aber bis zu 12 Grad haben.

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Temperaturangaben werden aber nicht nur von Quelle zu Quelle leicht unterschiedlich angegeben, sondern es kommt immer auch auf die einzelne Pflanze an. Nämlich einerseits auf die ursprüngliche Herkunft der Pflanze, anderseits aber auch darauf, wie genau diese Pflanze gezogen wurde. Es gibt Aufzuchten in Deutschland, die Pflanzen hervorbringen, die bei uns viel leichter überleben als Importe. Sie sollten bei sehr wertvollen Pflanzen gleich beim Kauf fragen, wo die Pflanze aufgezogen wurde und im Zweifel lieber mehrere Ratgeber vergleichen.

Wenn die richtige Temperatur und der Raum mit der richtigen Temperatur gefunden ist, dürfen die Pflanzen umziehen, sobald die ersten kalten Nächte drohen. Bevor sie ins Winterquartier kommen, sollten sie auf Krankheiten, Pilzbefall oder sonstige Schädlinge untersucht und ggf. behandelt werden. Anschließend brauchen die Pflanzen nur noch wenig Betreuung: Alle Kalthauspflanzen müssen auf jeden Fall so viel gegossen werden, dass sie nicht austrocknen, die meisten sind jedoch empfindlich gegen Staunässe. Ansonsten machen diese Pflanzen im Winter eine Ruheperiode durch, in der sie keinen Dünger brauchen.

Kein Kalthausplatz vorhanden?

Wenn Sie keinen Raum haben, der sich als Kalthaus eignet, gibt es einige mediterrane Pflanzen, die sogar in ziemlich dunklen Räumen wie im Keller überwintert werden können. Das sind die mediterranen Gewächse, die im Winter ihr Laub verlieren, z. B. Engelstrompeten, Geranien und Fuchsien. Mit immergrünen Kalthauspflanzen sollten Sie das jedoch nicht versuchen - sie werden ohne Licht eingehen. Bei ihnen lohnt sich schon eher die Prüfung, ob sie vielleicht robust genug sind, um mit einem guten Winterschutz im Freien zu überwintern.