Kartoffeln (Solanum tuberosum)

Kartoffeln (Solanum tuberosum)

Art/Familie: Einjährig. Gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Pflegeaufwand: Gering

Blütezeit: Die meisten Sorten blühen nicht, manche Sorten blühen in weiß, blau oder violett und einige setzten danach nicht essbare Früchte an (siehe auch unten)

Erntezeit: Frühe Sorten ab Juni, mittelfrühe Sorten im August und späte Sorten von September bis Oktober

Wuchs: Aufrecht, bei Reife der Kartoffeln niederliegend

Inhaltsstoffe: Reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen (hauptsächlich Vitamin A, B1, B2 und C). Sehr wenig Fett und wenig Kalorien. Die meisten Inhaltsstoffe sitzen in der

Schale, daher sollte sie wenn möglich mitgegessen werden

Höhe: 60 bis 100cm

Standort: Sonnig. Nährstoffreicher, sehr lockerer, gleichmäßig feuchter Boden

Pflanzzeit: Mitte April in einem Abstand von 65x40cm. Treibt man die Kartoffeln vor entwickeln sie sich schneller (siehe auch unten)

Partner: Kohlrabi, Meerrettich, Spinat

Verträgt sich nicht: Erbsen, Rote Beete, Sellerie, Tomaten (siehe auch unten)

Vermehrung: Durch Knollen. Aus nicht geernteten Kartoffeln bilden sich so neue Pflanzen

Pflege: Bei Trockenheit regelmäßig gießen und alle 1-2 Wochen düngen

Überwinterung: Einjährig

Krankheiten:

Kraut- und Knollenfäule: Wird durch denselben Pilz verursacht wie Braunfäule bei Tomaten, daher weit voneinander entfernt setzen
Kartoffelschorf: Braun-schwarze Flecken auf den Knollen, Pilz kommt durch Schalenverletzung - Bei Trockenheit gut wässern

Besonderheiten:

Haben gerne jedes Jahr im Garten den gleichen Platz wie zuvor
Der Verzehr von Kartoffeln geht nach Studien immer weiter zurück. Derzeit essen die Deutschen ca. 63kg im Jahr pro Kopf, jährlich sinkt die Zahl um ca. 3-4kg. Die Hälfte wird in Form von Kartoffelprodukten (Pommes, Chips, Kroketten) verspeist

Arten (die Art wird nachfolgend vorgestellt und hat kein eigenes Pflanzporträt)

Süßkartoffel (Ipomea)
Werden auch Bataten genannt. Sind botanisch nicht mit Kartoffeln verwandt obwohl sie mit länglich ovaler Fruchtform in braun den Kartoffeln nicht nur ähneln sondern auch wie sie zubereitet werden. Das Fruchtfleisch ist eher mehlig mit süßlichem Akzent. Ihr Aroma kommt gebacken oder püriert sehr gut zur Geltung. Auch gute Beilage zu Fleisch oder fisch und als Auflauf

Sorten (Auswahl)

`Bamberger Hörnchen: Seltene Liebhabersorte. Sehr lange eher dünne und meist krumm gewachsene Früchte. Würziges Fruchtfleisch mit leicht nussigem Aroma. Besonders gut zur Bereitung von Kartoffelsalat und als Kartoffelgratin geeignet
`Blauer Schwede: Beliebte blaue Kartoffel Sorte mit großen eiförmigen Früchten in eher unansehnlichem dunkelbraun grau überzogen. Blau-violettes sehr wohlschmeckendes Fruchtfleisch. Besonders gut zur Bereitung von Pellkartoffeln und Kartoffelgratin geeignet. Vorwiegend festkochend
`Christa: Bekannte Sorte. Vorwiegend festkochend
`Likaria: Bekannte Sorte. Mehlig kochend
`Linda: Bekannte Sorte. Festkochend
`Roseval: Seltene Liebhabersorte. Stammt aus Frankreich, wird jedoch auch bei uns beliebter. Mittelgroße länglich-ovale Früchte in rot mit gelb-rosafarbenem fest kochendem leicht cremig schmeckendem Fruchtfleisch. Besonders gut zur Bereitung von Salz-, Pell- oder Bratkartoffeln geeignet
`Trüffelkartoffel: Seltene Liebhabersorte. Gehört zu den blauen Kartoffelsorten. Eher kleine dunkelbraun leicht schwarz überzogene ovale Früchte. Dunkelviolett-blaues Fruchtfleisch mit nussartigem an Esskastanien erinnernden Geschmack. Besonders gut zur Bereitung von Pellkartoffeln, Püree und in Salaten geeignet

Partner

Tomaten und Kartoffeln haben generell nichts gegeneinander, da sie jedoch beide empfindlich gegenüber demselben Pilz sind (Kraut- und Braunfäule bzw. Kraut- und Knollenfäule) sollten sie weit entfernt voneinander stehen um sich nicht gegenseitig anzustecken

Kartoffelfrüchte

Adslot's refresh function: googletag.pubads().refresh([gptadslots[5]]) -->
/>Manche Kartoffelsorten bilden nicht nur Knollen aus sondern auch Samen in runden kugeligen grünen Früchten. Essbar sind die Früchte jedoch nicht.

Die Ausbildung der Blütenstände hängt von der Sorte ab. Viele bilden erst gar keine, andere nur selten oder sterile Blüten (es werden keine Früchte angesetzt). Manche Sorten jedoch bilden weiße, blaue oder violettfarbene Blütenstände und werfen die unbefruchteten ab. Je mehr Blüten befruchtet werden desto mehr Früchte werden auch gebildet und davon hängt die Größe ab. Bei vielen Früchten bleiben diese eher kleiner (1,5-2,5cm Durchmesser), bei wenigen werden sie größer. Einen tatsächlichen Nutzen der Samen haben nur Züchter.

Anhäufeln

Zuvor gelockerte Erde wird von allen Seiten an die Pflanze heran gezogen und ein kleiner Wall gebildet, in dem die Kartoffel dann sitzt. Die Pflanze sollte bereits eine Höhe von ca. 20cm erreicht haben. Durch den Erdwall wird die Standfestigkeit der Pflanze verbessert und sie beschert neue Lagen Knollen. Zudem wird verhindert, daß die obersten Knollen vergrünen.

Kartoffeln vorziehen

Bereits Ende Februar bis Anfang März kann man Kartoffeln vortreiben damit sie sich im Beet später schneller entwickeln. Dazu werden sie nebeneinander in flache Kisten gelegt. Die Seite mit den meisten Augen sollte nach oben zeigen. Die Kisten werden dann möglichst hell bei 10-15 Grad Celsius gestellt damit die sich die Triebe kräftig und gedrungen entwickeln. Mitte April werden sie normal in das Beet gepflanzt und so vorgezogene Kartoffeln können bereits ab Juni geerntet werden. Sinn macht es für eine regelmäßige Ernte daher, ein paar Kartoffeln vorzutreiben und dann etwas zeitversetzt zu pflanzen. Dabei sollten auch verschiedene Sorten gewählt werden die zu unterschiedlichen Zeiten erntereif sind

Verwendung

Küche

Herzoginkartoffeln: Ca. 700g gekochte und geschälte Kartoffeln zu Brei zerdrücken und mit 2El Butter, 2 Eigelb, Tl Salz und etwas Muskat vermengen. Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und kleine Rosetten auf ein gefettetes Backblech (oder Backpapier unterlegen) geben welch noch mit zerlassener Butter beträufelt werden. Nach ca. 5-10 Minuten bei 200° oder 180° Umluft sind sie goldbraun

Kartoffelbrei: Gekochte geschälte Kartoffeln mit etwas Milch und Salz zu Kartoffelbrei stampfen und mit geriebenen Meerrettich (frisch oder aus dem Glas), gedünsteten Möhrenwürfelchen oder auch gebratenen Pilzen verfeinern

Ofenkartoffeln: Die berühmten Ofenkartoffeln werden auch zu Hause immer beliebter. Dabei die Kartoffeln mehrmals mit einer Gabel einstechen, in Alufolie wickeln und im auf 200 Grad Celsius vorgeheizten Ofen auf einem Gitter gesetzt ca. 50-70 Minuten garen gelassen. Dazu passt neben Kräuterbutter auch ein klassischer selbst gemachter Kräuterquark. Dazu 500g Magerquark mit 4El Milch glatt rühren und zwei Bund am besten frisch gehackte Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Dill etc. unterrühren. Der Quark wird mit Salz und Pfeffer gewürzt

Salzkartoffeln: Salzkartoffeln (Kartoffeln werden meist ganz und mit Schale in Salzwasser gekocht) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da in der Kartoffelschale die meisten Nährstoffe stecken die man nicht verschenken sollte indem man die rund-ovalen Bodenfrüchte schält. So manch eine Kartoffel hat allerdings unschöne schwarze Flecken die mit einem Schuss Essig im Kochwasser jedoch gut verschwinden. Keine Sorge um den Geschmack, die Kartoffeln nehmen den Essiggeschmack nicht an

Bratkartoffeln: Besonders knusprig lecker werden sie, wenn man rohe geschälte Kartoffeln in Scheiben schneidet und kurz in kochendem Wasser blanchiert, abtrocknen bevor sie am besten nebeneinander liegend in einer großen Pfanne gebraten werden

Runzelkartoffeln mit grüner Mojo: 2kg Kartoffeln mit 100g grobem Meersalz 25 Minuten garen. Für die Mojo 2 saubere grüne Chilischoten mit 4 Knoblauchzehen und je Bund Petersilie und Koriander sowie 100ml Öl, ¼ TL Kreuzkümmel, 4 EL Rotweinessig und 3EL Senf pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kartoffeln abgießen und so lange abdampfen lassen bis sie trocken und runzlig werden

Rosmarinkartoffeln: 500g gegarte neue Kartoffeln werden dafür mit den Rosmariennadeln zweier Zweige und 2EL Öl in einer Pfanne gebraten

Haushalt

Heißes Kartoffelwasser in den verstopften Abfluss gegossen macht ihn umweltschonend und günstig wieder frei

Heilkunde

Heißer Kartoffelsack: Soll durchblutungsfördernd und auch schmerzlindern sein. Hilft bei Rücken- und Nackenbeschwerden sowie bei Bronchitis und Husten. Dazu werden ca. sechs gekochte heiße Kartoffeln in ein Tuch gelegt und zerdrückt. Die Tuchränder sollten dabei gut übergeschlagen sein damit die breiige Kartoffelmasse nicht aus dem Tuch entweicht. Der Sack wird nun so lange auf die betroffene Stelle gelegt wie er als warm und angenehm empfunden wird. Bei Fieber und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte man vor dem Wickel besser erst einen Arzt fragen oder es vorsichtshalber sein lassen

Dünger

Wasser in dem Kartoffeln gekocht werden nicht wegschütten sondern verdünnen und abkühlen lassen. Das ergibt einen preiswerten natürlichen Zimmerpflanzendünger