Monilia-Spitzendürre und Fruchtfäule

Spitzendürre - Monilia ApfelUnter dem Begriff Spitzendürre versteht man das Absterben von Zweigspitzen aufgrund von Pflanzenkrankheiten. Zu diesen Krankheiten gehört vor allem der Pilzbefall. Zudem ist auffällig, dass die Spitzendürre vor allem an Obstbäumen und hier vor allem an einer bestimmten Kirschsorte auftritt.

Die Spitzendürre lässt sich im Frühstadium durch das Absterben von Blüten und Trieben erkennen. Ausgehend vor der Blüte der Pflanze kann dieses Absterben bis zu ca. 50 cm den Trieb hinabgehen. Der Pilz, der die Spitzendürre auslöst, wächst in das

Holz hinein. Aus diesem Grund sind meist auch Früchte, Blätter und weitere Äste betroffen.

Um die Spitzendürre zu bekämpfen, hilft in der Regel nur ein radikaler Baumschnitt. Es gibt keine Möglichkeit, die Spitzendürre mit chemischen oder organischen Mitteln zu bekämpfen. Wenn man die ersten Anzeichen der Spitzendürre an einer Blüte bemerkt, reicht es meist nicht aus, nur die Blüte und vielleicht die sie umgebenden Blätter zu entfernen. Viel sinnvoller ist es, wenn man den Zweig oder Ast so weit wie möglich abschneidet. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass die Fäulnis, die mit der Spitzendürre einhergeht, komplett beseitigt wird.

Eine Versiegelung der Schnittstelle ist nicht notwendig. Allerdings sollte nach einem Rückschnitt wegen Spitzendürre die Schnittstelle regelmäßig kontrolliert werden. Wenn der Pilz, der die Spitzendürre auslöst, nicht vollständig entfernt wurde, werden sich dunkle Stellen an der Schnittstelle bilden. Aus diesem Grund wird in der Regel empfohlen, den betroffenen Zweig oder Ast bis zum Astring zurückzuschneiden. Sollten Früchte befallen sein, müssen diese auf jeden Fall nicht nur
entfernt sondern auch entsorgt werden.

Spitzendürre rechtzeitig erkennen

Einwas Gutes hat die Spitzendürre. Man kann sie schon erkennen, bevor sie sich an den befallenen Kirschbäumen zeigt. Im Frühjahr befällt der Pilz Forsythien und Mandelbäume. Dies sind so genannte Zeigerpflanzen. Sie blühen etwas vor den Kirschen. So kann man das Wirken der Pilzsporen schon frühzeitig erkennen. Wenn dann eine feuchtkühle Witterung folgt, keimen die Pilzsporen auch auf den Schattenmorellen. Ist das Wetter trocken, können die Pilzsporen nicht keimen. Man muss also die Forsythien und Mandelbäumchen der Umgebung beobachten und das Wetter. Da kann man ziemlich genau vorhersagen, ob der Pilz stark auftritt oder eher mäßig. Man kann rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten.

Zwei Monilia-Pilzerkrankungen

Es gibt zwei Arten dieser Pilzerkrankung, die von zwei sehr nah verwandten Pilzarten hervorgerufen werden.
  • Monilia-Fruchtfäule – befällt Äpfel, Birne, Pfirsich, Pflaumen, Aprikosen und Kirschen. Pilz befällt nur beschädigte Früchte. Es kommt zu Fäulnis und Schimmelbildung. Betroffene Früchte faulen durch. Bei der Frucht-Minilia hilft nur Ab- und Aufsammeln. Alles muss vernichtet werden, damit der Pilz nicht überleben kann. Er tut dies in den heruntergefallenen Früchten, auch den Winter. Im nächsten Jahr kommt es gleich wieder zu einer Infektion, ein immerwährender Kreislauf.
  • Monilia-Spitzendürre – befällt hauptsächlich Sauerkirschen, allen voran die Schattenmorelle. Kommt auch bei Süßkirschen, Apfel, Aprikose und Pfirsich vor. Während der Blüte oder kurz danach welken die Neutriebe. Sie werden dürr und mumifizieren. Auffällig ist der starke Gummifluss an den Übergangsstellen vom gesunden zum erkrankten Holz. Das ist eine Abstoßreaktion.
Vorbeugung

Vorbeugen kann man nur, wenn alle erkrankten Teile regelmäßig entfernt werden. Gerade bei der Sauerkirsche ist es wichtig,

etwa 20 cm ins gesunde Holz hinein zu schneiden. Alle befallenen Teile entsorgen. Keinesfalls auf den Kompost! Wichtig ist eine lichte Baumkrone. Das erreicht man durch geeignete Schnittmaßnahmen. Wichtig ist, dass die Krone nach Regenfällen schnell abtrocknen kann.

Geeignete Pflanzenschutzmittel
  • Obst-Pilzfrei Teldor von Bayer – gegen Grauschimmel an Erdbeeren, Beerenobst, Wein, Kirschen, Tomaten, Zierpflanzen (unter Glas). Gegen Monilia Spitzendürre und Monilia-Fruchtfäule an Kirschen und Pflaumen. Portionsbeutel, nicht bienengefährlich – für 30 Liter Spritzlösung ca. 11 Euro
  • Pilzfrei Ectivor von Celaflor – systemisches Fungizid mit vorbeugenden und heilenden Eigenschaften. Bekämpft Pilzkrankheiten an Kernobst, Süß- und Sauerkirschen, Wein, Rosen und Zierpflanzen. Schont Nützlinge. 100 ml etwa 10 Euro
  • Duaxo Universal Pilz-frei“ von Compo – Breitbandfungizid gegen Birnengitterrost, Kräuselkrankheit, Rost, Schorf, Blattflecken, Sternrußtau, Echten Mehltau und andere Pilzerkrankungen. Stopt die Erkrankung und schützt vor Neubefall. 75 ml etwa 10 Euro.