Stratifizieren von Samen

Stratifizieren Saatgut stratifizierenViele Vorgänge im Gartenjahr bedürfen einer speziellen Vorbereitung. Dies gilt vor allem für die Aussaat neuer Pflanzen. Eine Möglichkeit, die Aussaat vorzubereiten ist das Stratifizieren. Beim Stratifizieren werden Samen einer besonderen Behandlung unterzogen, die dazu führen soll, dass die Keimung des Saatgutes vorangebracht wird. Eine Möglichkeit, das Stratifizieren vorzunehmen ist, dass man die Samen im Herbst oder zeitig im Frühjahr aussät, wenn der Boden nicht gefroren, aber noch kalt ist.

Stratifizieren im Kühlschrank ist eine praktische Sache, gerade für Hobbygärtner.

Meist müssen nicht viele Samen behandelt werden und dafür ist der Kühlschrank in der Regel ausreichend. Nur wenige Samen benötigen Frost. Am besten verpackt man die Samen also mit etwas feuchtem Sand, Perlite oder Taschentüchern in einem Plastikbeutel. Die Gefahr von Schimmelbildung ist so relativ gering. Erde schimmelt deutlich schneller. Man stellt das Saatgut zunächst warm, etwa 2 bis 4 Wochen. Temperaturen um die 20 °C sind ideal. Die Samen müssen feucht, aber keinesfalls nass gehalten werden. Anschließend werden sie kalt gestellt, bei Temperaturen zwischen -4 und +4 °C. Die Kältephase sollte etwa 4 Wochen betragen, manchmal auch 6. Dann werden die Samen ausgesät. Sie dürfen aber keinesfalls sofort ins Warme. Ideal sind Temperaturen zwischen 5 und 12 °C. Viele Samen treiben schon im Kühlschrank aus. Auch sie nicht warm stellen!

Typische Kaltkeimer, die stratifiziert werden müssen

Pflanzen
/>Himmelschlüssel, Küchenschelle, Christrose, Moltebeere, Bärlauch, Kuhschelle, Duftveilchen, Frauenmantel, Adonisröschen, Eisenhut, Bergenien, Steinbrech, Enzian, Leberblümchen, Pfingstrosen, Trollblume, Silberdistel, Alpendistel, Kräuter, Meerkohl, Süßdolde, Pflaume, Lavendel, Akelei, Alraune, Anemonen, Aronstab, Aster, Bartfaden, Bitterwurz, Blausegge, Buschmalve, Buschwindröschen, Clematis, Echinacea, Edelweiß, Fetthenne, Fingerhut, Funkien, Ginseng, Glockenblumen, Gundemann, Hahnenfußgewächse, Herbstzeitlose, Hibiskus, Iris, Kornblume, Liguster, Lichtnelken, Lilien, Lupinen, Märzenbecher, Mohn, Narzissen, Nelken, Pfeifengras, Phlox, Prachtkerze, Primeln, Ranunkeln, Rittersporn, Salbei, Seifenkraut, Schleifenblume, Sonnenhut, Staudensonnenblume, Stiefmütterchen, Stockrose, Tränendes Herz, Traubenhyazinthe, Veilchen, Vergissmeinnicht, Walnuss, Waldmeister, Winterling, Zierlauch, Zaunwicke und viele mehr


Beim Saatgut findet man oft die Gattung der so genannten Kaltkeimer. Im Gegensatz zu den Frostkeimern, bei denen es sich oft um Frühblüher handelt, muss bei diesen Pflanzen das Saatgut kalt, aber nicht in frostigem Boden, auf die Keimung vorbereitet werden. Das Stratifizieren dieser Kaltkeimer besteht darin, dass die Samen über einen verlängerten Zeitraum in einer kalten und feuchten Umgebung gehalten werden, umso für die Keimung einen längeren Zeitraum zu Verfügung zu haben.

Das Stratifizieren kann an mehreren Orten erfolgen. So ist zum Beispiel das Einlagern von Saatgut in einem kalten Keller denkbar, es gibt auch speziell dafür vorgesehene Vorrichtungen für Hobby- und Profigärtner. Wer jedoch keinen Keller besitzt, kann trotzdem Samen Stratifizieren. Es ist durchaus möglich, das Stratifizieren von Samen im Kühlschrank durchzuführen. Wichtig ist, dass die Samen in einem feuchten Untergrund gehalten werden, im Kühlschrank ist hierfür auch eine mit Sand gefüllte Plastiktüte verwendbar. Wichtig ist, dass die Samen in dem Untergrund zuvor ca. einen Monat lang bei Raumtemperatur stehen, im Kühlschrank bleiben sie bei einer Temperatur zwischen -5 und +5 Grad Celsius weitere 6 Wochen.

Fazit

Auf Samentütchen sollte vermerkt sein, ob eine Pflanze ein Kaltkeimer ist und die Samen stratifiziert werden

müssen. Wenn man aber selbst Samen gewinnt oder sie geschenkt bekommt, sieht das anders aus. Am besten man erkundigt sich, wie die Samen ausgesät werden müssen. Das kann man beim Gärtner seiner Vertrauens, obwohl die natürlich bestrebt sind, selber Pflanzen zu verkaufen. Auf alle Fälle erfährt man im World Wide Web eine Menge über die entsprechenden Pflanzen und auch über die Vermehrung.