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Passivhaus
Hausbau & Haus bauen - Haustypen

Passivhaus

Das Passivhaus ist die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Ohne den herkömmlichen Einsatz einer Heizung bietet diese Ausführung über das ganze Jahr hinweg eine angenehme Raumtemperatur. Dieser geringe Energiebedarf macht es sehr umweltfreundlich.

Dieser Standard lässt sich in jedem Haustyp anwenden. Es wurden bereits Schulen, Kindergärten, Fabriken und Supermärkte mit diesem Standard errichtet. Durch die Verwendung von Wärme dämmenden Fenstern und gedämmten Fensterrahmen, gute Dichtheit der Gebäudehülle, Vermeidung von Wärmebrücken sind Passivhäuser außergewöhnlich gut Wärme gedämmt.

Oft wird die Luft bereits durch einen Erdwärmeträger vorgeheizt. Ein Wärmeüberträger gibt die Wärme aus der Abluft an die zugeführte Frischluft. Eine gute Qualität in der Ausführung sowie eine fachkundige Planung werden hier unabdingbar. Es sollten vor allem große Fensterflächen zur Südseite eingesetzt werden, um dem Haus so passive Wärmegewinne zugute kommen zu lassen. Unverbaute Sicht zur Sonne oder eine Ausrichtung zur Südseite sind aber nicht unbedingt erforderlich, sogar Hauptfassaden nach Norden sind bereits realisiert worden. Hier muss aber besser gedämmt werden, sollen sie den Standard eines Passivhauses erreichen.

Kollektoren auf dem Dach können die Warmwasserbereitung übernehmen und somit zusätzliche Energie beisteuern. Die Heizungsunterstützung durch Solarenergie ist hier wenig sinnvoll, da in so einem Gebäude nur von Dezember bis Februar Heizwärme benötigt wird. Auf eine herkömmliche Heizung kann ein Passivhaus verzichten, die über das Lüftungssystem zugeführte erwärmte Frischluft reicht völlig aus. Hierfür wird nur eine kleine Leistung benötigt, beispielsweise Wärmepumpe, Pelletheizung, Erdgasheizung, Kaminofen etc., sie dürfen aber auch mit anderen Wärmeabgabensystemen ausgestattet werden.

Entscheidet man sich für den Bau eines Passivhauses, müssen mehr Qualitätssichernde Maßnahmen als bei einem normalen Hausbau bedacht werden. Die Vermeidung von Wärmebrücken und der tatsächliche Energiebedarf lassen sich vorab in einer Energiebilanz während der Planungsphase prüfen. Ein Passivhaus ist nicht unbedingt teurer als ein konventionell errichtetes Haus. Man rechnet ca. 8% höhere Herstellungskosten. Gebaut wurden Passivhäuser aber auch schon zu geringern Preisen als herkömmliche Neubauten. Bei höheren Kosten für ein Passivhaus spielen eher Sonderwünsche und eine gehobene Ausstattung eine Rolle.

Betrachtet man die Rentabilität eines Passivhauses mit einer dynamischen Amortisationsrechnung, zeigt sich im Lauf von ca. 20 Jahren eine Einsparung von ca. 50.000 Euro. Niedrigenergie- und Passivhäuser werden durch ein Zinsvergünstigtes Darlehen und Zinsvergünstigte Kredite in Höhe von je 50.000,00 Euro pro Wohneinheit durch die Förderbank (Bauen, Wohnen, Energie sparen) gefördert. Darüber hinaus gibt es viele bundesregionale Förderprogramme.

von Annett Biermann
 

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