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Wärmeschutzverordnung - Stand 2011, Ausblick 2012

Der Bedarf, Energie einzusparen, entsteht meistens dann, wenn eine gewohnte Energieform knapp wird. Im letzten ...



Jahrhundert beispielsweise wurde sehr viel Rohöl gefördert.

oel-bohrung_flAls Anfang der 70er Jahre dann aus machtpolitischen Gründen das Öl knapp wurde, versuchte man ebenfalls mit dem politischen Mittel des autofreien Sonntags „Energie einzusparen“. Heute allerdings ist der Verbrauch an Rohöl so hoch, dass es keine Politik mehr benötigt, um den Preis zu erhöhen, da der förderbare Bestand anfängt, zu sinken.

Diese Tatsache konnte man schon lange voraussehen. Daher versucht die Regierung bereits seit Jahrzehnten den Bedarf zu reduzieren, um dem entgegenzuwirken. Ein Hauptbedarf an Energie haben übrigens unsere Gebäude. Die benötigte Heizwärme für einen Quadratmeter Wohnfläche sinkt aber seit Anfang der 80er Jahre kontinuierlich. Damit dieser Trend auch kontinuierlich eingehalten werden kann, hat der Gesetzgeber in der Vergangenheit und bis heute Verordnungen herausgegeben, die quasi mit Gesetzescharakter die Eigentümer zu einer stetigen Verbesserung, also der Verringerung der benötigten Heizwärme pro Quadratmeter, zwingt. Interessanterweise werden die Anforderungen aus den neuen Verordnungen immer im Schnitt um 30% erhöht.

Historie der Wärmeschutzverordnung

Die erste Wärmeschutzverordnung entstand 1977 und ...



schrieb sogenannte k-Werte vor, die den Wärmedurchgang pro Fläche und Temperaturunterschied für Außenbauteile definierte. Die zweite Wärmeschutzverordnung von 1982 verschärfte die alte Vorschrift um 30%. Damals mussten schon Hohllochziegel wie Poroton mit einem bestimmten Mörtel eingesetzt werden, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dächer mussten fortan gedämmt werden. Die Wärmeschutzverordnung von 1995 hat neben einer 30%igen Verschärfung Begriffe definiert, die die Fachwelt weiter sensibilisierte. Die Begriffe Wärmebedarf und solare Wärmegewinne wurden beispielsweise aufgenommen -  letzterer für Fenster, die nach Süden ausgerichtet wurden. Diese konnten somit erstmalig die Gesamtbilanz des Gebäudes verbessern.

Anschließend gab es die Wärmeschutzverordnung nicht mehr. Sie wurde gemeinsam mit der Heizungsanlagenverordnung durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 ersetzt. Neu waren die Begriffe wie Primärenergiebedarf, Anlagentechnik und der Energieausweis für Gebäude wurde eingeführt. Die EnEV 2007 hat Vorschriften des Energieausweises auf den Bestand ausgedehnt. Seitdem sollte jeder Mieter die Möglichkeit haben, seine voraussichtliche zweite Miete, nämlich die Mietnebenkosten vor einer Unterschrift unter einen Mietvertrag abzuschätzen. Für Nichtwohngebäude wurden ebenfalls  auf der Basis der DIN 18599, auf die sich die EnEV bezieht, umfangreiche Vorschriften erlassen. Seit 2007 gibt es die Pflicht der Einsatzprüfung erneuerbarer Energien.

Wärmeschutzverordnung heißt heute Energiesparverordnung

Heute gilt die Energieeinsparverordnung 2009. Wenn wir also umgangssprachlich von der Wärmeschutzverordnung 2011 sprechen, beziehen wir uns auf die Vorschriften eines Regelwerks von vor 3 Jahren. Wie üblich hat die EnEV 2009 gegenüber den EnEV 2007 die technischen Vorschriften des Wärmedurchgangs nochmals um 30% gegenüber 2007 erhöht. Neu hinzu kamen erweiterte Dämmvorschriften für Bestandsgebäude in Form von Dämmpflichten der obersten Geschossdecke oder des Dachs. Auch ein Verbot des Einsatzes von Strom als direkte Wärmequelle steht seitdem fest. Nachtspeicheröfen oder dergleichen müssen ersetzt werden.

Zusätzlich zur Energieeinsparverordnung 2009 gibt es das Gesetz über den Einsatz erneuerbarer Energien (EEWärmeG). Es schreibt einen Mindestanteil zur Deckung des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien vor. waermedaemmung_fl

Ausblick auf 2012

Um den umgangssprachlichen Begriff der „Wärmeschutzverordnung 2011“ zu retten, kann man hoffen, dass dieser in der nächsten Verordnung eventuell wieder verwendet wird. Der Ausblick auf 2012 lässt folgende Dinge vermuten: Die neuen Vorschriften werden bezogen auf den Primärenergieverbrauch wiederum um 30% schärfer. Der erhöhte Einsatz regenerativer Energien wird Vorschrift werden. Öl- und Gastechnik werden in einer Art und Weise bewertet werden, dass sie immer mehr aus den Markt gedrängt werden. Vermutlich wird die Energieberatung in den kommenden Jahren eine wesentliche Rolle spielen, da man festgestellt hat, dass diese extrem effizient in ihrer Wirkung ist. „Energiesünder“ werden stärker durch Schornsteinfeger überwacht werden.

Der Wärmeschutz von Gebäuden in 2011, insbesondere für Neubauten, hat bereits ein gutes Niveau erreicht. Ziel wird bleiben, dass in allen Gebäuden, auch im Bestand, durch Technik und Dämmung keine fossilen Energieträger mehr dazu beitragen, Gebäude zu erwärmen.