Kalkputz auftragen und streichen
Natur in der Wohnung ist nicht nur sehr gefragt. Eine möglichst natürliche Umgebung kann auch notwendig sein, ...
weil Allergien eine belastungsfreie Umwelt erfordern.
Wer Wert legt auf eine schadstofffreie Umgebung, fährt mit Kalkputz gut. Auch zur Vorbeugung und Bekämpfung eines anderen Problems ist Kalkputz ausgezeichnet geeignet: Er enthält Substanzen, die fungizid wirken. Außerdem ist keinerlei organisches Material dabei, das dem Schimmel Nahrung geben könnte.
Kalkputz - Besonderheiten
Kalkputz ist ein mineralischer Putz, der gelöschten Kalk (Kalkhydrat) als alleiniges Bindemittel beinhaltet. Er kann für die Innenräume verwendet werden. Heute werden auch komplette Kalkputzsysteme für die Fassade angeboten. In Bezug auf die Umwelt punktet er mit ökologischen Rohstoffen. Eine Wand mit Kalkputz ist sehr diffusionsoffen. Dieser Feuchtigkeitsausgleich schafft ein angenehmes Raumklima und ist für Allergiker wichtig.
Was ist drin im Kalkputz?
Reiner Kalkputz enthält nichts als Kalk, feinen Sand und Wasser. Es gibt fertigen Kalkputz im Eimer zu kaufen. Das ist bequem, wenn es nur um Natur an der Wand geht. Man muss aber je nach gewünschter Reinheit sehr genau schauen, was drin ist, das kann sowohl im Hinblick ...
auf Allergiker als auch mit dem Blick auf Schimmelverhütung wichtig sein.
Die Firma wellwall hat mit dry & colour ein Oberflächensystem herausgebracht, das auf der Basis reinen Sumpfkalks arbeitet. Es werden keinerlei organische Stoffe verwendet, die einzigen Bestandteile des Putzes sind Marmorsand, Vermiculite (Glimmerschiefer) und Glasgranulat. Das Produkt kann fertig im Eimer erworben werden und soll hervorragend einem Schimmelbefall vorbeugen.
Es gibt noch andere Firmen, die mit Sumpfkalk arbeiten, ob weitere Zuschläge beigefügt werden, ist jedoch häufig schwer zu ergründen. Wenn auf der Website des Herstellers die Inhaltsstoffe nicht komplett aufgeführt sind, empfiehlt sich vor dem Kauf ein Blick ins technische Datenblatt. In vielen Kalkputzen, die fertig im Eimer erhältlich sind, sind Bestandteile enthalten, die die Zielsetzung konterkarieren können. So enthält der Kalkputz teilweise Zellulose, das ist organisches Material, das dem Schimmelpilz als Nahrung dienen kann.
Auf Zuschläge achten
Auch beim Pulver können Zuschläge beigemischt sein, die die vorteilhaften Funktionen eines reinen Kalkputzes stören können. Neben Zellulose sind das alle Zuschläge, die mit Ätzkalk hydraulisch erhärten. Sie machen die Wand weniger diffusionsoffen, den Putz also dichter, eine typische Eigenschaft des Kalkputzes für den Innenraum geht so verloren. Besonders wenn Beton oder Zement zugemischt werden, handelt es sich irgendwann im Prinzip um einen Zementputz, der eine dichte Wand herstellt. Dann können Sie auch gleich Zementputz kaufen - der ist preiswerter.
Auf verhärtende Zuschläge können Sie den Kalkputz einfach testen. Sie geben einfach ein wenig Putz mit Wasser in eine Schüssel, rühren um und lassen das Ganze über Nacht
stehen. Finden Sie am nächsten Morgen eine feste Masse in der Flüssigkeit, werden wohl hydraulische Zuschläge im Spiel sein. Reiner Kalk würde einen weichen Klumpen bilden.
Soll der Putz auf die Fassade aufgetragen werden, sind etwaige Zuschläge noch unter vielen anderen Gesichtspunkten zu bewerten. Um sich genau darüber informieren zu können, was ein Zuschlag bewirkt und ob er auch kritisch beurteilt wird, müssen Sie aber auch hier wissen, was genau drin ist im Putz.
Kalkputz herstellen
Wenn Sie Wert legen auf einen reinen Kalkputz, können Sie diesen selber machen:
- Sie nehmen reinen Sumpfkalk und gewaschenen feinkörnigen Sand. Je Eimer Sand kommt 1/4 Eimer Sumpfkalk dazu und ein wenig Wasser.
- Dann wird ganz leicht gerührt, ähnlich wie ein Teig kann Kalkputz schnell überrührt werden.
Kalkputz auftragen
- Vor dem Putzauftrag muss die Wand mit Kalkwasser eingesprüht oder bepinselt werden. Kalkwasser besteht aus Kalk, der mit viel Wasser kräftig verrührt wird.
- Die Mischung wird dann eine Nacht stehen gelassen, was zuviel ist an Kalk, setzt sich unten ab. Der Rest kann verwendet werden.
- Wenn der Untergrund noch feucht ist, wird auf die nackte Wand zuerst Grobputz aufgetragen. Hierbei wird nicht zu viel Putz mit etwas Schwung an die Wand gebracht.
- Wenn dieser ein wenig angezogen ist, wird er mit einem Reibbrett gleichmäßig verteilt. (Soll eine sehr dicke Schicht auf die Wand aufgetragen werden, können Schilfmatten vor der Wand befestigt werden, die als Putzträger dienen.)
- Wenn der Grobputz einigermaßen trocken ist oder wenn ohnehin nur die Endschicht aufgetragen werden soll, wird dieser Feinputz jetzt dünn aufgebracht. Das geht am besten mit dem Reibbrett, mit dem er nach dem Anziehen auch glatt verrieben wird. Wenn Sie die Wand ab und an etwas anfeuchten, wird sie auf diese Weise sehr glatt werden.
- Auf die fertige Wand kommt als Abschluss eine Kalkfarbe. Dieser kann durch Pigmente Farbe gegeben werden.
Da nur natürliche Pigmente verwendet werden können, erhalten Sie sehr natürliche Farben. Fertige Kalkputze können schon getönt gekauft werden, in der Regel wird die oberste Schicht mit Farbe versehen. Dann dient die Kalkfarbe als Egalisationsanstrich, dessen Erforderlichkeit allerdings nicht unumstritten ist.
Tipps der Redaktion
- Andere Putzmaterialien für den Innenraum, die ein natürliches und gesundes Wohlklima bewirken, sind Lehmputz und Gipsputz. Eine einfache Lösung, die ohne jegliche Übung im Putzhandwerk schnell zu Erfolgen führt, sind Streichputze, auch Rollputze genannt. Sie werden einfach mit dem Pinsel oder mit der Rolle aufgetragen.
- Für die Fassade gibt es im Bereich der Putze mit natürlichen Rohstoffen vor allem noch den klassischen Mineralputz, der gerade wieder in Mode kommt.
Weiterführende Informationen