Silikatputz für innen und außen
Wird das Haus neu gebaut oder wurde die Fassade gedämmt, muss der Hausherr entscheiden, welcher Putz ...
die Außenhaut seines Hauses zieren soll.
Auch innen steht diese Entscheidung immer an, wenn eine Wand neu aufgebaut wurde. Heute gibt es neue Putzmaterialien wie Silikatputz, die ihre eigenen Anwendungsstärken haben.
Woraus besteht Silikatputz?
Silikatputz kann zu den mineralischen Putzen gerechnet werden, obwohl er auch eine geringe Menge Kunstharz enthält. Denn das Haupt-Bindemittel Kaliwasserglas ist ein mineralischer Stoff. Er wäre allerdings ohne den Kunstharz-Zusatz nicht stabil genug, um als verarbeitungsfertiges Material für den Hausbau zur Verfügung gestellt zu werden. Der organische Anteil sorgt auch dafür, dass die Beschichtung besser haftet und die Struktur elastischer wird.
Reiner Silikatputz wäre sehr hart und spröde, was Auswirkungen auf seine Haltbarkeit hätte. Gleichzeitig werden dadurch die Poren weniger porös, was die Witterungsbeständigkeit verbessert - ein erhebliches Plus beim Einsatz an der Fassade.
- Silikatputz trocknet einerseits physikalisch, indem Wasser verdunstet und Silikat zu festem Wasserglas erstarrt.
- Anderseits findet eine chemische Reaktion statt, indem der Baustoff mit Luftkohlensäure und dem mineralischen Untergrund Kieselsäure und Kalziumsilikat bildet. Dadurch wird eine unlösbare Verbindung ...
mit dem Untergrund bewirkt, die Verkieselung genannt wird.
Einsatzmöglichkeiten von Silikatputz
Silikatputz kann auf allen verkieselungsfähigen Untergründen wie mineralischem Putz, Faserzement und Beton eingesetzt werden. Bei anderen Untergründen kann Ihnen ein Fachmann sagen, ob eine Vorbehandlung zur Aufnahme von Silikatputz wirtschaftlich denkbar und sinnvoll ist. Auch überall, wo die Fassade ständigen Erschütterungen ausgesetzt ist (zum Beispiel bei Holzbau mit geputzten Flächen), bewährt sich Silikatputz gut.
Silikatputze liegen auch von den Eigenschaften her zwischen mineralischen Putz und Kunstharzputz. Der wesentliche Vorteil von Silikatputzen ist, dass sie mit den darunterliegenden mineralischen Flächen eine Verkieselung eingehen, daher also sehr gut haften. Obwohl Silikatputz bisher nur einen Anteil von 5 Prozent in Deutschland erreicht, könnte er im Rahmen des Fortschreitens von Bauweisen, die auf natürlichen Feuchtigkeitsaustausch setzten, weiter an Marktanteilen gewinnen. Denn er verbindet eine hohe Wasserdampfdiffusionsfähigkeit mit einem Vorteil, der ihn für die Anwendung in der Stadt prädestiniert. Er neigt nämlich auch in von Abgasen durchsetzter Luft nur wenig zur Verschmutzung.
Vorteile von Silikatputz
- Silikatputze sind gute Lösungen für mineralische Untergründe. Sie haben durch den Aufbau des silikatischen Gitters das gleiche Ausdehnungsverhalten und bieten eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit.
- Wie Mineralputz weist Silikatputz eine hohe Resistenz gegen Mikroben auf.
- Silikatputz ist weitgehend emissionsresistent und verschmutzt nur wenig. Er eröffnet ein weites Anwendungsfeld und eignet sich gut für Fassaden, die höchst wetterbeständig sein sollen.
Ein Problem bei der Verkieselung ist, dass Silikatputze vor allem bei hohen Temperaturen schlecht abbinden und unterschiedlich trocknen können. Meist verhindert aber die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit Blasenbildungen und Abplatzungen.
Silikatputze mit unterschiedlichem Dispersionsanteil werden heute sowohl im Außenbereich als Fassadenbeschichtung als auch im Innenbereich für Decken und Wände eingesetzt. Neben dem Mineralputz gehört Silikatputz zu den Spitzenreitern in Bezug auf die Diffusionsfähigkeit, was diese beiden Putze zur besten Wahl für alle Wandaufbauten macht, bei denen ein Feuchtigkeitsausgleich gewünscht ist. Das ist in der Regel bei Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern der Fall, aber auch wenn Feuchtigkeitsprobleme gegeben sind oder bei komplizierten Wänden wie im Fachwerkbau kann Diffusionsoffenheit gefordert sein.
Silikatputz kostet erheblich mehr als traditioneller Mineralputz, wird aber fertig verarbeitet angeboten, was bei der Beschäftigung von Fremdfirmen Arbeitszeit spart und bei eigener Durchführung der Arbeiten das Aufbringen erheblich vereinfacht. Gegenüber Silikonharzputz ist er jedoch die preisgünstigere Variante.
Silikatputz im Innenbereich
Silikatputz kann auch innen für zahlreiche Oberflächengestaltungen eingesetzt werden, nur für eine Aufbringung als Filzputz ist er eher nicht geeignet.
Farben von Silikatputz
Zum Einfärben von Silikatputzen werden anorganische Pigmente eingesetzt, die in alkalischem Milieu stabil sind. Diese bewirken angenehm natürlich wirkende Farbtöne, die sich gleichmäßig in der Putzschicht verteilen. Obwohl man eigentlich sagen kann, dass sich Silikatputze von allen Putzen am besten einfärben lassen, ist die Farbwahl begrenzt. Insbesondere sehr intensive Farbtöne wie Feuerrot lassen sich als Silikatputz oder auch als später auf den Putz aufzutragende Silikatfarbe nicht herstellen. Durch die Verkieselung wird auch die Farbe sehr langlebig.
Wussten Sie schon,
dass die ebenso wasserdampfdurchlässige Alternative zum Silikatputz der reine Mineralputz ist? Umgekehrt ist der Silikonharzputz die nicht so durchlässige, aber dafür höchst Wasser abweisende Variante.
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