Streichputz auftragen, streichen und selber machen
Wer heute keine Lust hat zum Tapezieren, hat es gut. Er muss nicht mit einer ...
glatten Wand vorlieb nehmen, sondern er verwendet einfach Dekorputz, damit die Wand ein Gesicht bekommt.
Wenn der Dekorputz ohne Verputzen auskommen soll, nimmt der Wandgestalter einfach Streichputz:
Was ist Streichputz?
Streichputz gehört zu den Dekorputzen, die der Wand eine strukturierte Beschichtung geben. Trotzdem lässt er sich so einfach verarbeiten wie Farbe, er wird wirklich einfach auf die Wand gestrichen.
Streichputz - Material und Untergrund
Bei Putz unterscheidet man grundsätzlich zwischen mineralischen Putzen und organischen Putzen. Mineralische Putze gibt es in verschiedenen Varianten, das den Charakter des Putzes bestimmende anorganische Bindemittel kann Kalk oder Zement, Gips oder Lehm sein.
Organische Putze sind traditionell Kunstharzputze, die heute weniger verwendet werden, weil sie die Wand dicht, meist zu dicht, machen. Heute werden dem Kunstharzputz deshalb weitere Komponenten beigemischt, dann wird er zum Siliconharzputz oder Silikatputz mit Dispersionsanteil. Wenn im Silikatputz kein oder nur ein sehr kleiner Anteil an Dispersion ist, rechnet man ihn wieder zu den mineralischen Putzen. Die Grenzen sind ...
hier also fließend - je nachdem, wie die Putzzusammensetzung des einzelnen Baustoffes ist. So wird zum Beispiel auch Putz mit einem winzigen Quäntchen Silikonharz gerne als (nicht gerade preiswerter) Silikonharzputz verkauft.
Jedes Material hat andere Eigenschaften und für jeden Untergrund gibt es die optimale Oberbeschichtung. Mineralisch sollte der Wandaufbau auf jeden Fall sein, wenn Wert auf Feuchteausgleich und gesunde Raumluft gelegt wird. Silikatputze mit sehr wenig Dispersionsanteil bieten diesen Vorteil auch, außerdem sind sie vorteilhaft für Allergiker. Im Kunstharzputz ist Lösungsmittel, das an die Raumluft eine gewisse Zeit abgegeben wird. Er ist dafür sehr gut haltbar. Je mehr Dispersion im Kunstharzputz ist, desto dichter wird die Wand. Silikon macht diesen Putz wieder durchlässiger. Dichte Wände sind heute bauphysikalisch in der Regel nicht mehr erwünscht.
Der passende Untergrund
Eigentlich wird immer der entsprechende Putz auf die entsprechende Wand aufgetragen. Manchmal ist der Untergrund jedoch nicht bekannt. Schwierig kann es vor allem bei einer Altbaurenovierung werden, wenn der Streichputz die neue Tapete ersetzen soll. Nach dem Entfernen der alten Tapete haben Sie eine Wand vor sich, von der Sie häufig nicht wissen, wie sie aufgebaut ist. Wenn Sie nun einen Kunstharz-Streichputz mit sehr wenig Silikonharz auf eine Altbauwand mit mineralischem Putz aufbringen würden, würden Sie eine bisher diffusionsoffene Wand plötzlich abdichten. Das kann negative Folgen haben.
Es gibt diverse Mittel, das Material der vorhandenen Wandbeschichtung zu ergründen. Der Fachmann erkennt häufig einen Putz beim Ansehen. Mineralisch Beschichtungen zeigen beim Flammentest keine Rußbildung. Organische Beschichtungen dagegen rußen, außerdem weisen Sie einen typischen Geruch auf, den ein Fachmann erkennt. Möglich ist auch ein Lösemitteltest, vielleicht können Sie auch das Alter des Hauses als Indiz nehmen: Bei Baujahren vor 1952 können Sie davon ausgehen, dass mineralischer Putz verwendet wurde, der Kunstharzputz wurde nämlich erst in diesem Jahr erfunden. Und auch in der Zeit unmittelbar nach seiner Erfindung wird er sicher nicht für jedes Bauwerk verwendet worden sein.
Vorbereitung der Wand
Streichputz kann auf jede Wand aufgebracht werden, die eine einigermaßen glatte Fläche bildet. Risse müssen zugemacht werden, Löcher ebenfalls. Ist die Wand sehr glatt, sollte sie aufgeraut werden. Dann wählen Sie den geeigneten Streichputz für den gegebenen Untergrund aus und legen los.
Streichputz auftragen
- Der Streichputz wird zuerst gut durchgerührt. Wenn er getönt werden soll, können Farbpigmente in benötigter Menge gleich hinzugegeben werden.
- Nun wird der Streichputz mit einer Auftragswalze auf die Wand aufgetragen. Das erfolgt über Kreuz, und der Auftrag darf ruhig ziemlich dick sein.
- Anschließend kommen die Finish-Walze oder der Finish-Pinsel zum Einsatz. Sie geben die Struktur.
Tipp der Redaktion
- Streichputz gibt es übrigens auch für außen. Bevor Sie jedoch unkritisch zu dieser einfach erscheinenden Lösung greifen, sollte anhand mehrerer Faktoren abgewägt werden, ob diese Beschichtung die richtige für diese Fassade ist.
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