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Wände innen & außen verputzen - eine Anleitung

Putzen will gelernt sein, heißt der Spruch der Bauarbeiter. Normalerweise hat Lernen auch ...



mit viel Übung zu tun, deshalb zögert mancher Heimwerker möglicherweise, eine Wand zu verputzen.

putz_maurer_maurerkelle_flAber auch ganz andere Berufszweige vermitteln Übung im Umgang mit Materialien, ein Koch zum Beispiel kann häufig auch gut putzen. Üben Sie einfach an einer Probefläche, und machen Sie sich vorher mit der Reihenfolge der Arbeiten gut vertraut:

Vorbereitung der Wand

Vor dem Verputzen steht immer die Vorbereitung der Wand. Alles, was lose ist, muss runter - mit dem Hochdruckreiniger oder einer groben Drahtbürste. Außen wird man hier mit mehr Gewalt vorgehen als an einer Innenwand. Bei einer Altbau-Wand sollte gewährleistet sein, dass sich später keine Kleinteile mehr lösen, dann wäre die ganze Arbeit umsonst.

  • Altputz auf der Fassade muss auch runter, wenn er keine Verbindung zur Mauer mehr hat. Das kann man oft sehen, bei Verdacht kann man es hören: Wo sich der Putz schon gelöst hat, klingt er hohl. In diesem Fall muss mit Hammer und Meißel gearbeitet werden, bis ein fest haftender Bereich erreicht ist. 
  • Risse werden mit ...



    Haftputz (Gips-Kalk-Basis) oder dem späteren Oberputz (kleine Masse im Gipsbecher anrühren) verschlossen (von der vermeintlich einfachen Lösung, Risse mit Dichtmassen zu verschließen, wird hier ausdrücklich abgeraten, das rächt sich später meist unangenehm). 

  • Bei sandenden Untergründen wird nun eine Putzgrundierung aufgetragen, die etwa einen Tag Trocknungszeit braucht. 
  • Jetzt können Sie die Wandkanten vor späterem Schaden bewahren, indem Sie einen Kantenschutz aus Metall anbringen (Altputz an der Kante muss vorher entfernt werden). Der Kantenschutz wird so befestigt, dass der neue Putz darunter passt. 

  • Dann können Sie mit dem Verputzen beginnen - wenn die richtige Temperatur gegeben ist! Putz sollte nie bei großer Hitze und auch nicht unter Sonnenbestrahlung verarbeitet werden, dann würde er so schnell trocknen, dass es gleich Risse gibt. Aber auch zu kalt darf es nicht sein (auf der Packung nachsehen, meist sind 5 Grad die Grenze).
  • Die Wand wird nun ein wenig angefeuchtet, das aufgesprühte Wasser muss vor dem Putzauftrag in die Wand eingezogen sein (also je nach Wärme vor oder nach dem Anmischen/Aufrühren oder auch zweimal befeuchten). 
  • Der Putz wird jetzt nach Packungsanweisung angerührt, am besten geben Sie das Wasser erst zum größten Teil und dann nach und nach zu. 

Anrühren des Putzesverputzen3_fl

Zu trockener Putz lässt sich durch Wasser schnell feuchter machen, zu nasser Putz ist aber schwer wieder trockener zu rühren. Wie “cremig” der Putz sein soll, hängt davon ab, was Sie vorhaben: Geht es um eine dicke Unterputzschicht, sollte der Putz jetzt fast noch ein wenig bröckeln, ist er zu weich, rutscht er Ihnen einfach wieder von der Wand.

Auch bei der Ausbesserung einer großen Stelle muss der Putz eher fest sein. Also: je größer die Fläche und je dicker die Schicht, desto fester die Mischung. Irgendwann ist natürlich eine Grenze erreicht, deshalb werden ganz tiefe Löcher in zwei Schichten verputzt: Erst wird mit einer sehr festen Mischung grob gefüllt, dann wird mit einer weicheren Mischung glatt geputzt. Soll als Oberputz ein Kalkputz aufgetragen werden, der später ganz glatt gezogen werden soll, geht das um so besser, je weicher die Mischung ist. Hat die Mischung die gewünschte Konsistenz, darf sie ein paar Minuten ruhen und abbinden (jetzt eventuell die Wand noch einmal befeuchten).

Bei Fertigputz öffnen Sie den Eimer und rühren ihn mit dem Rührvorsatz auf der Bohrmaschine kräftig durch.

Das eigentliche Verputzen

Wenn Sie die nackte Wand bearbeiten, kommt nun der Spritzbewurf. Das Vorgehen richtet sich nach dem Namen: Sie bewerfen die Wand in Abständen mit ein wenig Putz, der jetzt antrocknet und Ihnen am nächsten Tag einen wunderbar haftenden Untergrund präsentiert. So brauchen Sie weniger Angst zu haben, dass eine dickere Putzschicht gleich wieder abrutscht.

Nun wird der Unterputz nach Packungsangabe aufgetragen. Je nach Material ist eine Schicht von 10 bis 20 Millimetern vorgesehen. Setzen Sie das Material dicker ein, würde es beim Trocknen höchstwahrscheinlich Risse bilden. Diese Schicht soll glatt werden, dazu können Sie den Putz zuerst entweder an die Wand werfen oder mit einer Kelle auftragen. Ist der Putz an der Wand, wird er mit einem langen Stück glattem Holz gleichmäßig verteilt. Wie lang das Holz ist, hängt von Ihrer Kraft ab, es sind etwa ein bis zwei Meter denkbar. Das Holz ziehen Sie jetzt von unten nach oben im Abstand der gewünschten Putzstärke über die Wand.

geruest-fassadengestaltung_flWenn Sie unsicher sind, dass Sie den Abstand einhalten können, können Sie entweder an den Enden Ihres Glättholzes Brettchen in Putzstärke aufnageln oder Schnellputzleisten kaufen und einsetzen, die die Einhaltung des gewünschten Abstands gewährleisten. Schneller ist die Arbeit mit dem Glättholz, da die Schnellputzleisten später entfernt werden müssen und die Lücke zugeputzt werden muss. Teilen Sie sich am besten große Wandflächen in Abschnitte, die Sie bewältigen können. Am besten üben Sie vorher auch ein wenig, wenn Sie noch nie geputzt haben. Dazu ziehen Sie einfach auf ein Stück Rigips die Putzschicht, die Sie auch an die Wand bringen wollen.

Zum Abschluss: glatt ziehen

Wenn die Wand auf diese Weise fertig geputzt ist, werden Sie noch keine glatte Oberfläche haben. Jetzt werden erst die kleinen Löcher, die beim Glattziehen geblieben sind, vorsichtig mit einem Spachtel verputzt. Dann arbeiten Sie die ganze Fläche mit einer nassen Glättkelle aus Metall nach. Führen Sie sie mit Gefühl und mit kreisenden Bewegungen über die Wandfläche, die Kante in Bewegungsrichtung leicht angehoben. Zwischendurch muss die Glättkelle immer wieder gesäubert und befeuchtet werden.

Jetzt darf der Putz einige Stunden trocknen. Sobald Sie beim Trocknen Kanten im Putz bemerken, können Sie diese mit einem feuchten Pinsel oder Schwamm glätten. Ganz vorsichtig, Sie wollen den Grat anlösen und verteilen. Alternativ können Sie auch circa zwei Tage warten und dann sichtbar gewordene Grate mit dem Spachtel abschaben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für das Filzen, wenn Sie mit einem Kalkputz zum Beispiel eine sehr glatte Wand schaffen wollen.

Tipp der Redaktion

  • Der herkömmliche Putz hat einen Zementanteil, der der Haut zu schaffen macht. Deshalb brauchen Sie Arbeitshandschuhe. Sie sollten auch die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten.