Dampfsperre richtig anbringen - So geht´s!
Teilweise muss bei Ausbauten immer noch eine Dampfsperre angebracht werden. Hier ist besondere Sorgfalt erforderlich: ...
Eine Dampfbremse kann die versprochene Dichtigkeit (Sd-Wert) nur bewirken, wenn sie vorschriftsgemäß installiert wird.
Wann ist eine Dampfsperre erforderlich?
Nach den heutigen Erkenntnissen der Bauphysik ist eine Dampfsperre nur noch in Ausnahmefällen erforderlich: Das sind Fälle, in denen eine hohe statische Feuchtelast auf einem Bauteil liegt. Eine statische Feuchtelast ist gegeben, wenn Feuchtigkeit immer nur aus einer Richtung in ein Bauteil eindringen möchte, sie wandert dann von Warm nach Kalt. Wie in einem Kühlhaus: Die feuchte und warme Außenluft möchte hier in den Innenraum gelangen. Andersherum bei einem Dampfbad oder einer Sauna. In beiden Fällen ist eine Dampfsperre notwendig. Sie wird immer auf der warmen Seite aufgebracht.
In den meisten anderen Fällen wird heute die Anbringung einer Dampfbremse empfohlen. Das nicht nur, weil eine Dampfsperre in der Regel entweder schon beim Anbau undicht wird oder später, weil das Material ermüdet. Es hat sich auch herausgestellt, dass in den meisten Bauteilen ein Feuchtigkeitsaustausch normal ist und zu einem gesunden Raumklima beiträgt.
Auch in ...
typischen Problemfällen wie außen diffusionsdichten Fassaden oder Dächern raten Experten heute nicht mehr zur Dampfsperre. Wenn ein Dach dicht gedeckt ist (Bitumen, Schiefer, Blech) oder wenn Kunststoff (Kunstharzdispersion) oder Blech die Fassade dichtmachen, wurde früher auf der Innenseite immer eine Dampfsperre aufgezogen. Ebenso lautete der Rat bei dichten Außenwänden (schwerer Naturstein, wasserdichter Beton, glasierte oder gesinterter Klinker).
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass eine Dampfsperre viel zu häufig doch Feuchtigkeit durchlässt, die dann nicht mehr weg kann und Schäden verursacht. Deshalb wurden inzwischen Folien mit variabler Dampfdurchlässigkeit entwickelt, die eingetretene Feuchtigkeit wieder entweichen lassen. Sie sollen in diesen Problemfällen helfen, die Bausubstanz länger zu erhalten.
Eine Dampfsperre muss dicht sein
Wenn eine Dampfsperre nach den heutigen Erkenntnissen empfohlen wird, besteht ihr Zweck darin, Feuchtigkeit auszusperren. Das kann sie nur, wenn sie rundum wirklich dicht ist. Genau dieser Zustand ist nicht leicht sicherzustellen. Das ist einer der Gründe, warum Dampfsperren heute kaum noch eingesetzt werden. Jeder kleine Fehler bei der Montage kann dazu führen, dass Feuchtigkeit durch die Dampfsperre gelangt und dann im Dämmmaterial kondensiert, was äußerst unangenehme Folgen haben kann.
Dampfsperre richtig anbringen
- Zunächst brauchen Sie für die Anbringung die richtigen Materialien. Das bedeutet, ein geeignetes Klebeband und den richtigen elastischen Folienkleber, da schon an diesen Details die Dichtigkeit der Dampfsperre scheitern könnte. Damit dies nicht geschieht, muss die Dampfsperre zunächst an die richtige Stelle im Wandaufbau. Sie wird auf der Innenseite des Dämmmaterials angebracht, erst dann kommt die Wandverkleidung.
- Die Dampfsperre muss absolut luftdicht sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Folien überlappend angebracht und dann mit dem richtigen Klebeband luftdicht verklebt.
- Besonders kritisch ist die dichte Verklebung im Bereich von Steckdosen und anderen Wandauslässen. Hier können Sie erfolgreich sein, wenn Sie einen elastischen Folienkleber einsetzen.
- Auf keinen Fall darf die Dampfsperre nach der Anbringung beschädigt werden. Jedes Loch in der Wand, ob es um die Aufhängung einer Lampe oder die Stabilisierung eines Regales geht, erhöht das Risiko, die Dampfsperre zu durchlöchern.
- Selbst durch kleine Öffnungen kann schon Feuchtigkeit zum Dämmmaterial gelangen. Die Folgeschäden würden nicht lange auf sich warten lassen.
Konterlattung - ja oder nein?
Vielfach wird empfohlen, die Dampfsperre nach dem Anbringen durch eine Konterlattung zu sichern. Die innere Verkleidung kann dann auf den Latten angebracht werden. So wird auch Platz für zirkulierende Luft geschaffen, die dafür sorgen soll, dass sich an der Innenseite keine Feuchtigkeit absetzt. Das ist aber nicht unumstritten, da jede Anbringung ja die Dampfsperre wieder verletzt. Es gibt zwar Techniker der Händlerfirmen, die der Meinung sind, dass Tackernadeln eine zu vernachlässigende Größe seien, aber eine Verletzung ist gegeben. Andere raten deshalb zu einer zusätzlichen Klebeschicht über den Befestigungen.
Tipp der Redaktion
- Da die Dichte bei der Dampfsperre so enorm wichtig ist, sollten Sie die Investition in einen Blower-Door-Test einrechnen. Mit diesem Test kann gemessen werden, ob das Konstrukt wirklich luftdicht ist. Denn die korrekt angebrachte Dampfsperre hält nicht nur die Feuchtigkeit im Zaum, sondern spielt auch bei der Dämmwirkung der Wandkonstruktion eine entscheidende Rolle.
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