Pfettendach & Pfettendachstuhl - Vor- und Nachteile
Das Pfettendach ist eine der traditionellen Konstruktionsweisen für einen Dachstuhl. Es verdrängte im Laufe ...des 19. Jahrhunderts das Sparrendach und das Kehlbalkendach, weil es größere Dächer ermöglichte.
Heute ist das Pfettendach die am häufigsten verwendete Bauweise bei geneigten Dächern und wird für Dachstühle mit großen Spannweiten, aber auch für sehr flache Dachneigungen verwendet.
Aufbau eines Pfettendachstuhls
Beim Pfettendach verlaufen im Dachstuhl waagerechte Balken, die das Gewicht der schräg verlaufenden Sparren aufnehmen. Diese Balken werden am First, in der Mitte des Dachstuhls und bzw. oder am Fuß des Dachstuhls angebracht und werden dementsprechend First-, Mittel- und Fußpfetten genannt. Mittelpfetten werden vor allem dann eingesetzt, wenn die Sparren sehr lang, also mehr als vier bis fünf Meter sind.
Bei Dächern mit einer großen Spannweite sind bei dieser Bauweise zusätzliche senkrecht stehende Balken, sogenannte Stiele, notwendig, die einen Teil des Gewichts aufnehmen und die der Aussteifung des Daches dienen. Sie werden meist auf tragende Innenwände gesetzt, können dabei aber auch in eine Wand integriert werden. Je nach Anzahl der verwendeten Balken spricht man dann von einem einfach, zweifach oder dreifach ...
stehenden Stuhl.
Vor- und Nachteile eines Pfettendachs
- Ein Pfettendach ist für große Dächer geeignet, weil es das Gewicht des Dachs durch die Pfetten aufnimmt.
- Ebenso lassen sich in dieser Bauweise auch sehr flache Dächer und Walmdächer realisieren. Die Mittelpfetten können auf den gegenüber liegenden Dachflächen versetzt liegen, deshalb kann diese Konstruktionsweise auch bei Pultdächern eingesetzt werden.
- Beide Dachhälften sind voneinander getrennt und können unabhängig voneinander umgebaut und verändert werden. Auf diese Weise lassen sich in eine Dachhälfte neue Dachfenster oder eine Dachgaube in jeder gewünschten Größe einbauen.
- Ebenso kann ein Schornstein bei Bedarf ohne Probleme versetzt werden.
Das Holz für den Dachstuhl lässt sich relativ leicht zuschneiden und montieren. Wenig Holz wird besonders bei kleinen Dachneigungen gebraucht, bei großen Dachneigungen dagegen steigt der Holzverbrauch. Ein Dachüberstand ist ohne zusätzlichen Aufwand möglich und Verformungen des Dachstuhls sind bei dieser Konstruktionsweise relativ selten.
Etwas nachteilig sind besonders bei größeren Pfettendächern die senkrechten Pfosten, die mitten im Dachstuhl stehen. Dadurch lässt sich das Dachgeschoss schlechter ausbauen und als zusätzlicher Wohnraum nutzen. Diese Stützen können aber relativ frei gesetzt werden und lassen sich mit etwas Kreativität auch leicht in den Innenausbau integrieren oder schlichtweg verkleiden, sodass sie nicht all zu sehr auffallen.
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