Dachausbau selber machen - eine Anleitung
Der Dachstuhl bildet das tragende Gerüst für Wände, Dachschrägen und Decken beim Dachausbau. Bei alten ...Häusern wurde an robusten Balken meist nicht gespart. Deshalb werden sie als solides Gerüst für den Ausbau des Dachgeschoßes geschätzt.
Bei neueren Häusern sind die Dachbalken nicht selten knapp dimensioniert. Ob die Tragfähigkeit auch für die Belastung mit Wand- und Deckenverkleidungen sowie Dämmmaterialien reicht, muss dann ein Statiker oder Architekt beurteilen. Da die üblichen nachträglichen Ausbauten meist Leichtkonstruktionen sind, können Bedenken bezüglich zu großer Belastung aber meist von vornherein ausgeschlossen werden.
Alte Hölzer sind vor dem Ausbau auf jeden Fall gründlich auf Schädlings- und Pilzbefall zu untersuchen. Da der Dachstuhl beim Ausbau hinter der Verkleidung verschwindet und damit nicht mehr kontrollierbar ist, wäre eine Behandlung mit einen Holzschutzmittel zu erwägen.
Beim Umbau alter Häuser können krumme oder ausgehebelte Sparren Kummer bereiten. Durch seitlich angeschlagene Futterbreiter müssen sie einheitlich nach einer Ebene ausgerichtet werden.
Klimaschutz unterm Dach
Die ersten Ausbauschritte unterm Dach gelten meist der Verbesserung des Wärmeschutzes. Je nach vorhandenem Dachaubau muss dabei entsprechend vorgegangen werden. Bei alten Dächern findet man meistens ...
lediglich Balken, Latten und Dachziegel vor. Neuere oder renovierte Dächer sind zusätzlich mit Holzbrettern verschalt oder mit einer Dachunterspannbahn eingedeckt. Solche Entwässerungsebenen verbessern die Dichtigkeit des Daches. Nachträglich lassen sie sich nicht mehr anbringen - außer man deckt das Dach ab und entfernt die Dachlatten.
Bevor der Ausbau beginnt, muss unbedingt sichergestellt sein, dass das Dach dicht ist. Denn sind die Dachschrägen erst einmal verkleidet, entdeckt man Schäden an der Dachhaut meist erst viel zu spät. Wichtig ist auch, dass die Dacheindeckung von der Innenseite her abtrocknen kann. Sie muss deshalb stets hinterlüftet sein. Falsch verlegtes oder aufquellendes Wärmedämmmaterial kann diese Hinterlüftung gefährden.
Die Wärmedämmung sollte eine Stärke von 12-14 cm haben. Sie muss überall fugendicht abschließen. Durch jede Fuge oder Ritze kann Warmluft entweichen und damit den Wert der Wärmedämmung stark mindern. Dies wird beim Verlegen der Wärmedämmung oft zu wenig beachtet. Vor allem bei starren Wärmedämmstoffen wie Polystyrol-, Polyurethan-, Kork- oder Mineralfaserplatten entstehen bei unsauberem Zuschnitt viele Fugen. Die Platten müssen sowohl an den Stößen wie zwischen den Sparren so dicht wie eingepresst werden. Platten mit Falzen oder keilförmigem Zuschnitt verbessern die Dichtigkeit ebenso wie zwei mit versetzten Fugen übereinander gelegten Plattenschichten.
Belüftung des Daches
In Baubeschreibungen ist vielfach von einer Belüftung des Daches die Rede. Nicht ausgebaute Dachgeschoße sind zusätzlich ausreichend belüftet. Sobald aber die Sparren verkleidet werden, ist dafür zu sorgen, dass die
Dachkonstruktion gesondert belüftet wird.
- 1. Dach mit Unterspannbahn
Frischluft kann über Lüftungsschlitze. Gitter oder spezielle Lüftungsziegel an Traufe unters Dach gelangen. Am First tritt sie über Lüftungsziegel oder Dachreiter mit offenen Fugen wieder aus. Damit die Unterspannbahnen von unten her ausreichend belüftet werden, dürfen sie am Scheitelpunkt nicht aneinander stoßen, sondern müssen einen Luftspalt von min. 5 cm freilassen. Zwischen Unterspannbahn und Wärmedämmung muss zur Aufrechterhaltung der Lüftung ein Hohlraum von min. 4 cm erhalten bleiben. Drückt das Dämmmaterial direkt gegen die Unterspannbahn und verhindert damit deren Belüftung, können Feuchtigkeitsschäden die Folge sein.
- 2. Dach mit Unterdach
- 3. Einfaches Dach (ohne Unterdach oder Unterspannbahn)
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