Spitzboden ausbauen & dämmen - Spitzbodenausbau
Ein Spitzboden ist eine Raumreserve, wenn auch eine mit schrägen Wänden. Ob diese Raumreserve nur ...
zu Lagerzwecken aktiviert wird oder ob sich später Menschen (auch nur kurzzeitig) dort aufhalten sollen, bestimmt den Ausbau und sollte deshalb als Erstes bedacht werden.
Wann lohnt sich der Ausbau, und was soll aus dem Spitzboden werden?
Unter Bauhandwerkern geht die Richtlinie um, dass der Ausbau nur lohnt, wenn das Dach steiler als 35 Grad ist. Dann ist im Allgemeinen in der Hälfte des Raumes eine Kopffreiheit von 2,30 Metern gegeben. Bei steileren Dächern ab 50 Grad geht man sogar davon aus, dass Platz für eine zweite Wohnebene ist. Hat das Dach eine Neigung zwischen 20 und 35 Grad, ist meistens nicht genügend Raum für aufrecht stehende Menschen vorhanden. Das macht den Raum für Wohnzwecke ungeeignet.
Gegen einen Ausbau zum Hobbyraum (für im Sitzen auszuübende Hobbys) oder zum Not-Gästezimmer spricht aber nichts. Flach geneigte Dächer unter 20 Grad bieten meist nicht genügend Raum nach oben für den menschlichen Aufenthalt, eignen sich aber unter Umständen als Kellerersatz. Wenn Sie sich mit den Maßen beschäftigt haben und ...
entschieden haben, was aus dem Spitzboden werden soll, geht es an die Vorbereitung.
Spitzbodenausbau - Vorbereitung und Planung
Vor Beginn der Planung muss das Bauamt gefragt werden: Sie können sich formlos über die baurechtlichen Voraussetzungen für Ihr Ausbauvorhaben erkundigen. Nicht immer ist eine Genehmigung nötig, es geht aber auch um Anträge auf Nutzungsänderung, um Einhaltung von Wärmedämmwerten und Brandschutzbestimmungen etc.
- Vor Beginn des Bauvorhabens sollte auch das Dach auf Dichtheit geprüft werden.
- Dann wird (meist unter Mitarbeit eines Architekten) eine Zeichnung erstellt, in der die Raumaufteilung und die Fenster festgelegt werden.
- Es werden Steckdosen, Stromleitungen und eine eventuelle Heizung geplant.
- Wenn vollwertiger Wohnraum entstehen soll, werden auch zusätzliche Wasseranschlüsse und Abwasserleitungen (für WC und Küche) benötigt.
- Nun wird der Materialbedarf errechnet.
- Anschließend können Sie sich Gedanken darüber machen, welche Arbeiten in Eigenleistung erbracht werden können und für die restlichen Arbeiten Firmen auswählen.
Dachfenster in den Spitzboden?
Wenn im auszubauenden Spitzboden keine Fenster sind, haben Sie jetzt die Möglichkeit, nachträglich welche einzubauen. Das kann an der Giebelwand geschehen oder auf der Dachfläche. Auf der Dachfläche können schräge Dachflächenfenster eingesetzt werden, Sie können die Gelegenheit aber auch nutzen und eine Dachgaube einbauen.
Spitzbodenausbau - Dämmung und Wandverkleidung
Was wo gedämmt wird, hängt vom gesamten Bauvorhaben ab. Soll im Spitzboden ein ungeheizter Lagerraum entstehen, kann nur der Fußboden zum darunter liegenden Geschoss (oberste Geschossdecke) gedämmt werden. Die Dämmung richtet sich dann nach den Vorschriften für eine Dämmung einer obersten Geschossdecke. Ebenso ist es, wenn der neue obere Teil des Spitzbodens ein unbeheizter Raum bleiben soll. Dann ist die neue Zwischendecke die neue oberste Geschossdecke, die entsprechend gedämmt werden muss. Darunter können dann die kompletten Wände von innen gedämmt werden, samt der Dachschrägen.
Je nach Dach wird eine Untersparrendämmung oder eine Zwischensparrendämmung eingesetzt oder beides kombiniert. Verkleidet wird anschließend meist mit Gipskartonplatten, auf die dann Dekorputz oder Putz und Tapete kommt. Möglich ist aber auch eine neue Innenwand aus Holz.
Wird der gesamte Spitzboden zum beheizten Raum, wird der gesamte Dachraum natürlich auch gedämmt. Eine Dämmung des Zwischenfußbodens ist dann meist nicht nötig. Er liegt ja innerhalb einer gedämmten Einheit. Die Dämmung des gesamten Daches kann nicht nur von innen, sondern auch als Aufsparrendämmung von außen durchgeführt werden. Diese Variante gilt zwar als kostenintensivste, aber auch als einfachste Art der Dachdämmung. Bei den Giebelwänden bleibt es bei der Innendämmung, die anschließend mit Platten oder Holz verkleidet wird (es sei denn, Sie dämmen ohnehin gerade die Fassade).
Neuer Fußboden im Spitzboden
Wenn die Dämmung fertig ist, ist der Fußboden an der Reihe. Der vorhandene Fußboden wird meist nicht den Untergrund bieten, den ein begehbarer Raum erfordert. Je nach Art der Dämmung zum unteren Geschoss hin kann eine neue Fußbodenkonstruktion mit Verlegeplatten hergestellt werden. Das ist eine preiswerte, einfache und schnelle Lösung. Es fehlt aber hier an einer korrekt ausgeführten Trittschalldämmung, die nur durch eine schwimmende Konstruktion hergestellt werden kann. Vielleicht reicht Ihnen aber eine Dämpfung des Trittschalls durch einen dicken Teppich aus, da der neue Raum nur selten betreten wird.
Eine leistungsfähige Trittschalldämmung kann eingebracht werden, wenn Sie sich für Estrich als neuen Fußboden entscheiden. Hier ergeben sich jedoch lange Trockenzeiten. Außerdem müssen Sie das hohe Gewicht bei der Planung der Konstruktion beachten.
Wenn der neue Fußboden fertig ist, können Sie im Spitzboden hervorragend Drempel einziehen, um Leitungen und Rohre zu verstecken. Drempel sind kleine aufrechte Wände zwischen Boden und Dachschräge. Nun können zur Unterteilung des geschaffenen Wohnraumes noch Trennwände eingezogen werden. Sie werden wegen des Gewichts meist als Ständerwände (Holz- oder Metallständer mit Beplankung aus Gipsplatten) ausgeführt.
Tipp der Redaktion
- Ein gut geplanter Spitzbodenausbau bringt nicht nur neuen Wohnraum, sondern kann auch zu einem sorgenfreien Rentnerleben beitragen, indem er nach Auszug der Kinder als Ferienwohnung vermietet wird. Das ist nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern bringt auch Abwechslung und kann zu mancher neuen Freundschaft führen.
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