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Kastenfenster sanieren, abdichten, U-Wert verbessern

Der Gebäudebereich verursacht circa 40 % der CO2-Emissionen in Deutschland, die wichtigste Maßnahme für die Umwelt ...



ist deshalb die energetische Verbesserung bestehender Gebäude.

fenster-dicht_flDas hilft auch dem Hauseigentümer: Untersuchungen der Deutschen Energieagentur ergaben, dass sich der Energieverbrauch von Bestandshäusern um bis zu 85 % reduzieren lässt. In besonderem Maß gilt das für den Austausch energetisch veralteter Fenster und Verglasungen.

Erhaltenswerte Kastenfenster

  • Historische Holzkastenfenster aus der Gründerzeit sind in vielen alten Häusern zu finden, zum Beispiel in den Großstädten wie Leipzig und Berlin. Sie begeistern mit vielen Formen, auch die Qualität der Ausführung zeugt vom hohen designerischen Anspruch und der hohen Handwerkskunst der vor uns wirkenden Generationen. Häufig ist die unkritische Auswechslung der alten Holzkastenfenster gegen neue, isolierverglaste Einfachfenster zu beobachten. Im besten Fall werden dabei neue Holzfenster oder Kunststofffenster eingebaut, die zumindest äußerlich das historische Erscheinungsbild imitieren. Auch das schmerzt Ästhetiker, lässt jedoch die Vergangenheit zumindest noch ahnen. Oft wird jedoch völlig ohne Stil und Überlegung ausgewechselt und so das gesamte Fassadenbild zerstört. 
  • Fensterhersteller und auch viele Handwerker werben auch mit Blick auf die eigenen Verdienstmöglichkeiten mit den Vorteilen moderner Materialien und Technologien wie ...



    Kunststoffrahmen und Isolierverglasung. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist mehr Bank als Denkmalschutzbehörde und fördert nur den kommerzträchtigen Einbau neu gekaufter Fenster.

  • Vonseiten der Erhaltungsbefürworter bekommen die Besitzer alter Kastenfenster weniger Unterstützung, an den Erhaltungsarbeiten verdienen häufig kleine Handwerksbetriebe, die sich keine große Marketingmaschine leisten können, aus dem Bereich der Großwirtschaft kommen hier nur Teilleistungen wir neues Glas. Der Hauseigentümer ist hier weitgehend darauf angewiesen, sich seine Informationen selbst zu beschaffen.
  • Dabei sind Kastenfenster nicht nur aus ästhetischen Gründen erhaltenswert: Es gibt auch technische Argumente, die für diesen Bautyp sprechen. Runderneuerte Kastenfenster stellen industriell angefertigte Kunststofffenster mit Isolierglasscheiben häufig in den Schatten, was die Isolierfähigkeit und die Gefahr zum Befall mit Schimmelpilz angeht. Nicht umsonst gibt es eine DIN-Norm, die am Fensterstock eine Oberflächentemperatur von rund 13 Grad Celsius vorschreibt, wird die Wand kälter, schlägt sich an dieser Stelle Tau nieder. Die Mauern rund um Kastenfenster liegen häufig sogar bis zu zwei Grad über diesem Wert, Schimmelpilz bildet sich unter diesen Bedingungen nicht. Der kommt aber schnell, wenn die Kastenfenster durch dichte Isolierglas-Fenster ersetzt werden, die die kälteste Stelle an den Fensterstock verlagern. Eine Jahrzehnte praktizierte falsche Lüftung, die vom Kastenfenster verziehen wurde, führt beim Isolierglasfenster jetzt zu Tauwasserniederschlag an der Wand und als Folge zu Schimmelbefall. Trotzdem müssen die energetisch ungünstigen Kastenfenster saniert werden.

Altes Kastenfenster mit neuen Werten

  • Alte Kastenfenster gehören zu den größten Energieverschwendern in Deutschland, momentan geht man davon aus, dass es noch mehr als 25 Millionen einfach verglaster Fenster in Deutschland gibt. Das traditionelle Kastenfenster hat einen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten), der mit 2,8 bis 3,3 etwa doppelt so hoch ist wie der Wert, den die Energieeinsparverordnung vorschreibt. Das muss nicht so bleiben: Wenn ein altes Kastenfenster neue Gläser, Dichtungen und eine gründliche Lackierung erhält, kann es schon den EnEV-Standard mit einem U-Wert von 1,3 erreichen.
  • So eine Runderneuerung kann zum Beispiel folgende Schritte enthalten: Der alte Lack wird komplett entfernt, das ist oft erforderlich, weil zwischenzeitig Kunstharzlacke aufgebracht wurden, die im Gegensatz zu den früher eingesetzten Ölfarben spröde werden und so auf Dauer die Bausubstanz schädigen können. Das Glas wird entfernt, dann werden alle Rahmen und Beschläge vom Tischler überarbeitet, die Holzteile werden instand gesetzt, die Beschläge gangbar gemacht. Eine elastische Dichtung wird eingearbeitet, neues Glas wird eingebracht, dann wird neu lackiert. Dadurch entsteht eine Fensterkonstruktion mit verbesserten Wärmedämmwerten, Schallschutz- und Wetterschutzwerten, deren hoher ästhetischer Wert auch bei einem neuen U-Wert von 0,95 bis 1,3 erhalten bleibt.
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  • In den seltensten Fällen ist eine Runderneuerung nicht möglich, dann können moderne Wärmedämmfenster angefertigt werden, die dem Original gleichen. Oder es werden Verbundfenster verwendet, die aus zwei Flügeln bestehen und sich so wie ein Einfachfenster öffnen und schließen. 

Neue Entwicklungen

  • Schwierigkeiten macht bei diesen Sanierungsarbeiten häufig die Glasdicke. Wenn alte Einfachverglasungen durch Mehrscheiben-Isolierverglasungen ersetzt werden sollen, sind die meisten modernen Isoliergläser nicht dünn genug, um in die häufig sehr schmalen Originalholzrahmen eingesetzt zu werden. Neuere Energiesparfenster mit breiterem Rahmen lässt zum Beispiel die Denkmalschutzbehörde nicht als Ersatz zu, der Komplettnachbau der Originalfenster mit heutigen technischen Möglichkeiten wäre sehr teuer.
  • Meist können bei der Überarbeitung der alten Rahmen zwar schon einige Millimeter dazugewonnen werden, trotzdem muss beim Einsatz von üblichem Isolierglas innen am Fenster eine optisch nicht überzeugende Glashalteleiste angebracht werden, damit das Glas eingesetzt werden kann.
  • Deshalb setzen die Kastenfensterliebhaber auf neues Vakuumglas, das heute schon in einer Glasdicke von 6,2 Millimetern erhältlich ist, bald sollen auch Stärken von 4 Millimetern am Markt verfügbar sein.

Tipps der Redaktion

  1. Hierbei sollte beachtet werden, dass der U-Wert der Fenster unbedingt geringer bleiben muss als der U-Wert der Wand. Ist dies nicht der Fall, diffundiert die Feuchtigkeit aus dem Inneren nicht durch die Fenster nach außen, sondern wählt ihren Weg durch das Mauerwerk, was feuchte Wände und Schimmelbildung zur Folge haben kann.
  2. Viele Städte und Gemeinden wollen die Zerstörung der alten Bausubstanz nicht und stellen Sanierungswilligen Ratgeber zur Verfügung, fragen Sie doch einmal nach.  
  3. Übrigens: Auch gewöhnliche alte Holzfenster lassen sich sehr viel häufiger sanieren und dämmen, als der schnelle Rat zum Austausch vermuten lässt. Das kann auch noch preiswerter werden als der Austausch (selbst wenn es dann keine Förderung gibt).