Ausbauhaus - Massiv oder aus Holz?
Ein Ausbauhaus oder Mitbauhaus ist ein Haus, bei dem der Innenausbau durch den Bauherrn übernommen ...wird. Welchen Teil der Hersteller übernimmt und welchen Teil der Bauherr, ist in den Standardkatalogen der einzelnen Hersteller festgelegt, diese können jedoch durch individuelle Vertragsgestaltung verändert werden.
Bevor die Angebote der einzelnen Hersteller verglichen und eventuell persönlich angepasst werden, steht die grundsätzliche Entscheidung für die Bauweise an: Massivbau heißt im Bauwesen eine Bauweise, bei der Wände und Decken, also die Elemente, die die Räume bilden, auch die statisch tragende Funktion erfüllen. Im Gegensatz zur Skelettbauweise (Holz: Ständerbauweise), bei der die tragenden Elemente einen skelettartigen Rahmen bilden. Massivbau kennzeichnet aber auch die Verwendung massiver Baustoffe wie Ziegel oder Beton. In dieser Bedeutung wird der Begriff als Abgrenzung zum Leichtbau und zum Holzbau verwendet. Innerhalb dieser Definitionen werden Ausbauhäuser als massiv bezeichnet. Es gibt keine Vorschriften darüber, was ein massives Ausbauhaus ist. Jeder Hersteller, der ein massives Ausbauhaus anbietet, legt seine Leistungen selbst fest und entwirft daraufhin einen Vertrag, in den er schreibt, was er unter einem massiven Ausbauhaus versteht.
Bei einem Ausbauhaus aus Holz wird die ...
tragende Hauskonstruktion in der Regel in Holzrahmenbauweise erstellt. Der weitere Ausbau bietet ebenso viele Varianten wie die massive Ausführung und ist vom Katalog des Herstellers und der konkreten Vertragsgestaltung abhängig.
Ausbauhaus massiv - Argumente dafür und dagegen
Besserer Brandschutz dient häufig als Argument für Massivbauten. Richtig ist, dass Steine in die Brandschutzklasse A eingestuft werden, während Holz nur Brandschutzklasse B erreicht. Wie hoch der Brandschutz eingestuft wird, hängt jedoch nicht nur vom Baumaterial ab. Auch mit einem Holzhaus können heute sogar verschärfte brandschutzrechtliche Anforderungen erfüllt werden. Für das Massivhaus soll ein besserer Schallschutz vor allem im Innenraum sprechen. Dieses Ergebnis ist allerdings nicht zwangsläufig, sondern durch die richtige Trittschalldämmung bei einem Holzhaus weitgehend korrigierbar. Den massiven Baustoffen sagt man auch eine bessere Wärmespeicherfähigkeit nach als Holz. Ob der isoliert betrachte Stein eine bessere Wärmespeicherfähigkeit hat als Holz, ist jedoch nicht das entscheidende Kriterium. Die Wärmespeicherfähigkeit ist insgesamt zu betrachten, das hängt vom gesamten Wandaufbau und nicht nur vom Baustoff ab.
Es gibt heute Holzbautechnologien, die Massivbauten in der Wärmespeicherfähigkeit nicht nachstehen. Oft wird noch angeführt, dass die massiven Baustoffe zu stabileren und belastbareren Häusern verbaut würden. Hier entgegnen die Holzfreunde, dass es auf die richtige Statik ankommt, die ein Holzhaus ebenso stabil und belastbar machen kann wie ein Haus in Massivbauweise. Ein Nachteil der Massivbauweise ist ein deutlich höherer Bedarf an Primärenergie bei der Herstellung der Baustoffe. Außerdem ist der Arbeitsaufwand auf der Baustelle in der Regel höher als bei einem Holzbau. Und es müssen Trocknungszeiten eingerechnet werden, da mit feuchten Baumaterialien gearbeitet wird.
Argumente für und gegen das Ausbauhaus aus Holz
Holz als Baumaterial überzeugt durch eine kurze Bauzeit mit eventuell vorgefertigten Teilen, damit ist eine verhältnismäßig kostengünstige Bauweise zu verwirklichen. Holz bietet große gestalterische Freiheit und ist bei richtiger Konstruktion witterungsresistent (es gibt 500 Jahre alte Holzhäuser). Als nachwachsender Rohstoff hat Holz eine hervorragende Öko-Bilanz. Bei einem Holzbau sind schlankere Wände möglich, das kann einen deutlichen Gewinn an bewohnbarer Fläche bringen. Bei einem Holzbau soll für private Bauherren der Innenausbau wesentlich leichter zu bewältigen sein. Es ist keine Bautrocknung erforderlich, das Haus kann sofort bewohnt werden.
Als Nachteil könnte eines Holzbaus könnte der kompliziertere Wandaufbau angeführt werden. Bei einem Haus in Holzbauweise muss die Dampfdiffusion berechnet werden und gegebenenfalls eine Dampfsperre eingebaut werden. Diese Nachteile wirken sich nicht aus, wenn Sie für Ihr Ausbauhaus als Ausgangsbasis eine Fertighauslösung wählen, hier wird dieses Problem im Allgemeinen durch eine professionelle Berechnung in vorbildlicher Weise gelöst. Auch das Risiko eines Schädlingsbefalls dient häufig als Argument gegen Holzhäuser, wird jedoch bei den heute verwendeten Holzkonstruktionen meist als gering eingestuft. Wenn Sie sich mehr zutrauen als den Innenausbau, gibt es übrigens auch das Selbstbauhaus, bei dem Sie das gesamte Haus selbst zusammensetzen.
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