Holzrahmenbauweise - Nachhaltiger Wandaufbau
Bei der Holzrahmenbauweise geht es darum, ein Gerüst aus Holzbalken mit Plattenwerkstoffen zu beplanken. Die Werkstoffe sind ...Holz- oder Faserplatten oder Gips- oder Gipskartonplatten.
Durch diese Platten entstehen die raumabschließenden Elemente, der Holzrahmen wird in sich ausgesteift. In die Zwischenräume der Platten wird Wärmedämmung eingebracht, die tragende Konstruktion und die Dämmung liegen also in einer Ebene. Das ermöglicht eine sehr gute Wärmedämmung bei einer nur geringen Wandstärke.
Nachhaltiger Wandaufbau durch Vorfertigung
Da die einzelnen Wände heute häufig bis hin zur Wärmedämmung vorgefertigt werden, erfolgt der Wandaufbau in trockener Atmosphäre ohne Zeitdruck. So werden gute Ergebnisse erzielt, die Anbieter von Fertighäusern können viel Sorgfalt in die Berechnung des korrekten Wandaufbaus stecken. Mit Holzrahmenbauweise lässt sich auf diese Art ein Passivhaus-Standard bei vergleichsweise geringen Wandstärken erreichen. Anschließend sollen Ihnen zwei Beispiele den Wandaufbau verdeutlichen:
Zuerst ein herkömmlicher denkbarer Wandaufbau, der allerdings nicht die Passivhaus-Werte erreicht: Als innere Beplankung dient eine OSB-Platte oder Gipsfaserplatte. Es folgt eine Installationsebene zur Verlegung der Heizungsrohre und der elektrischen Leitungen. Diese Installationsebene wird durch quer sitzende Hölzer von 6 bis 8 Zentimeter Tiefe (die Stiele) und eine OSB-Platte als ...
luftdichte Schicht aufgedoppelt (verstärkt). Innen sitzt nun das 140 bis 240 Millimeter tiefe Ständerwerk und die Wärmedämmung, hier ein Klemmfilz. Es folgen diffusionsoffene DWD-Platten, die eine winddichte Schicht bilden. Nun folgen Konterlattung und Trägerlattung, die die Boden-Deckel-Schalung aus rohem oder unbehandeltem Lärchenholz tragen. Diese Beispielwand hat eine Stärke von circa 350 Millimetern und einen U-Wert von circa 0,18.
Passivhaus-Standard
Der Wandaufbau nach Passivhaus-Standard ist nur geringfügig dicker (370 Millimeter), erreicht aber einen U-Wert von circa 0,11: Nach 12,5 Millimetern baubiologischer Gipskartonplatte an der Innenseite folgen 60 Millimeter Lattung, in der sich 10 Millimeter Luftschicht und 50 Millimeter Mineralwolle befinden. Nun kommt eine Dampfsperre von 0,2 Millimetern, der 160 Millimeter Holzriegelkonstruktion gefüllt mit 160 Millimeter Mineralwolle folgen. Dieser Wandaufbau schließt ab mit einer baubiologischen Gipsfaserplatte von 12,5 Millimetern, auf die ein Vollwärmeschutz von 130 Millimetern und ein Putzsystem aufgebracht sind. Hier wurden drei gegeneinander versetzte Dämmschichten verwendet, um Wärmebrücken durch das tragende Holzgerüst zu vermeiden.
Als Passivhaus wird übrigens ein Gebäude verstanden, das wegen seiner guten Wärmedämmung im Winter keine klassische Heizung und im Sommer keine extra Kühlung benötigt. Der Primärenergiebedarf liegt unter 120 kWh pro Quadratmeter und Jahr, im Vergleich zu einem herkömmlichen Haus braucht ein Passivhaus über 90 Prozent weniger Heizenergie. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus mit weniger als 1,5 Liter pro Quadratmeter pro Jahr aus, das sind also unter 150 Liter Heizöl für ein 100-Quadratmeter-Haus im Jahr.
Ein solches Gebäude kann also heute aus Holz gebaut werden! An diesem Beispiel können Sie gut ermessen, welche gewaltigen Fortschritte die Holzbauweise im Vergleich zu früheren Jahrzehnten gemacht hat.
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