Fachwerkhaus dämmen - Dämmung
Wer ein altes Fachwerkhaus gekauft hat, wird es häufig neu dämmen müssen, weil die vorhandene Dämmung in ...keiner Weise mehr den Werten entspricht, die heutzutage gefordert werden.
Dämmung spart Geld
Bei der Dämmung geht es darum, Wärmeverluste einzudämmen, also zu vermeiden, dass mit der Raumluft auch die Umgebung geheizt wird.
Wie gut ein Bauteil kostbare Heizwärme dämmt, erkennt man am U-Wert. Er gibt an, wie viel Wärme (in Watt = W) durch einen Quadratmeter (m²) Außenwand oder Fenster fließt, wenn es draußen um ein Grad (in Kelvin = K, entspricht 1 Grad Celsius) kälter ist als drinnen. Die Einheit des U-Werts lautet W/m²K und nennt sich Wärmedurchgangskoeffizient.
Der U-Wert beschreibt die Wärmeverluste, die durch ein Bauteil auftreten – die Transmissionsverluste. Man sollte deswegen Bauteile mit möglichst kleinem U-Wert wählen. Für Niedrig-Energie-Häuser liegen die U-Werte aller Außenbauteile im Bereich von 0,1 bis 0,3, während ungedämmte Fachwerkwände Werte um 1,75 erreichen können und so deutlich mehr Wärme abfließen lassen.
Besonderheiten beim Fachwerkhaus dämmen
Ein altes Haus ist eine komplizierte bauphysikalische Einheit. Baustoffe, Dicke der Wand, Größe der Fenster, Wärmebrücken, Dichtigkeit gegenüber Wind ...
und unzählige andere Komponenten bilden ein in sich geschlossenes System. Wenn Sie nun eine Komponente in dieser Struktur verändern, dann zieht das zwangsläufig Verschiebungen im System nach sich – im Extremfall auch unerwünschte. So werden herkömmlich Wärmedämmungsverbundsysteme eingesetzt, was aber nicht bei jedem Haus sinnvoll sein muss.
Besonders ein Fachwerkhaus kann je nach vorhandenem Wandaufbau ganz eigene Anforderungen an die Dämmung stellen. Eine nachträgliche Dämmung, ob innen oder außen, kann hier nicht einfach nach Tabelle oder Berechnung vorgenommen werden. Die vorhandene Durchfeuchtung muss ebenso berücksichtigt werden wie die Speicherwirkung der Wandkonstruktionen.
Ein Einbau überdichter Fenster zum Beispiel würde Durchfeuchtung vorprogrammieren, eine nicht sinnvolle Dämmung im Fußboden lässt nicht gewünschte Wärmelinsen entwickeln.
Deshalb ist es im Regelfall keine unnötige Ausgabe, wenn das System der Dämmarbeiten mit der Hilfe eines Fachmannes geplant wird. Er ermittelt, welche Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, und in welcher Reihenfolge sie ausgeführt werden sollten. Denn vorgefertigte Lösungen, die nicht individuell auf das einzelne Haus abgestimmt sind, können bei einem Fachwerkhaus Schäden verursachen, die dann erst viel zu spät bemerkt werden.
Verpflichtungen und Förderung
Auch die Energieeinsparverordnung (EnEV), die für jedes Dämmvorhaben zwingende Vorgaben enthält, stellt für Fachwerkhäuser besondere Anforderungen und teilweise Verpflichtungen auf. Wenn weder das Dach noch die letzte Geschossdecke Ihres Fachwerkhauses bisher mit einer Dämmung versehen sind, müssen Sie noch bis Ende des Jahres 2011 tätig werden. Der Fachmann kennt sich hier aus, und er weiß auch, welche Förderung für das Dämmvorhaben wo zu erhalten ist.
Der Vorschlag, sich dem Rat eines Fachmannes anzuvertrauen, soll Sie jedoch weder davon abhalten, selbst Wissen zu erwerben. Noch ist damit eine eigene Beteiligung an den Dämmarbeiten ausgeschlossen, sie erwerben nur mehr Sicherheit darüber, dass Sie richtig vorgehen.
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