Du bist hier: » » » » Wärmerückgewinnung aus Abwasser - Abwasserwärmerückgewinnung

Wärmerückgewinnung aus Abwasser - Abwasserwärmerückgewinnung

Wenn in einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung warmes Wasser zum Duschen benötigt wird, dann fließt direkt ...



danach warmes Abwasser aus dem Haus.

 

abwassertechnik_flSchön wäre es natürlich, wenn zeitgleich das kalte Wasser in der Nachspeisung für die Warmwasserbereitung über eine Wärmerückgewinnung aus Abwasser - eine Abwasserwärmerückgewinnung - vorgewärmt oder erhitzt werden würde. Doch ganz so einfach geht das nicht. Denn auch ein Wärmetransport benötigt seine Zeit und soll ein nennenswerter Betrag zurückgewonnen werden, dann muss man der Wärmerückgewinnung diese Zeit auch geben. Problem dabei: Das Abwasser aus einem Haushalt ist schnell abgeflossen und steht als Wärmequelle eigentlich nicht mehr zur Verfügung.


Systemvarianten

 

Das Potential einer Abwasserwärmerückgewinnung ist indes riesig. So verlässt durchschnittlich das Abwasser ein Gebäude mit einer Temperatur von ca. 25°C. Auch im Abwasserkanal in der Straße auf dem Weg zur Kläranlage sind noch ca. 15°C anzutreffen. Hier im Kanal mit dem Vorteil, dass durch den Anschluss mehrerer Wohneinheiten mit einem ständigen Abwasser gerechnet werden darf, da immer irgendjemand Abwasser produziert.

 

So haben sich über die Jahre hauptsächlich zwei Abwasserwärmerückgewinnungs-Systeme entwickelt. Erstens eine Wärmerückgewinnung aus Abwasser für ein einzelnes Objekt und zweitens Abwasserwärmerückgewinnung von Wärme aus großen Kanälen. ...



Die Verwendung der Wärme erfolgt entsprechend objektbezogen, also in einem Gebäude oder aber zentral, zum Beispiel in Ergänzung in einer Nahwärmeversorgung. Diese Wärmeversorgung dient dann immer mehreren Gebäuden oder Wohneinheiten.


Objektbezogene Wärmerückgewinnung aus Abwasser

In einem Wohnhaus verlässt das Abwasser relativ schnell das Gebäude. Um dies für die Abwasserwärmerückgewinnung zu verhindern, ist ein Speicher notwendig. Wie groß dieser idealerweise ist, hängt vom durchschnittlichen Verbrauch ab. Auch sollte die Temperaturschichtung in einem solchen Speicher möglichst aufrecht erhalten bleiben, sodass sich oben wärmeres Abwasser und unten das bereits abgekühlte Abwasser befindet. Auf diese Weise kann dann eine Wärmepumpe die Wärme ideal auf das höhere Temperaturniveau für das Warmwasser transportieren. Der Speicher sollte aber auch gut zu spülen sein, denn im Abwasser befinden sich neben Fetten auch kleinste Teile, die sedimentieren. 50% der Wärme kann man übrigens auf diese Art zurück gewinnen. Hier kann beispielsweise 20% der Energie eingespart werden, die zum Erwärmen des Warmwassers notwendig wären. Energetisch genialer ist ein sogenanntes passives Wärmerückgewinnungssystem, bei dem das kalte Wasser der Zuleitung nur um ca. 10°C vorerwärmt wird. Hierbei kann auf den Einbau einer Wärmepumpe verzichtet werden und es werden ebenfalls ca. 25% der notwendigen Energie eingespart. Dazu benötigt man aber Raffinesse und spezielles Wissen.


Zentrale Wärmerückgewinnung aus Abwasser

 

Die zentrale Wärmerückgewinnung aus Abwasser nutzt die Wärme in einem Abwasserkanal und transportiert sie über eine Wärmepumpe in ein Heizsystem einer Nahwärmeversorgung. Idealerweise wird eine solche Wärmepumpe über einen Motor angetrieben, der das Kältemittel komprimiert und als Energiequelle Gas oder Öl besitzt. Die Abwärme des Motors wird ebenfalls dem Heizsystem zugeführt. Auf diese Weise wird eine Abwasserwärmerückgewinnung faktisch zu einem Vorzeigeprojekt erster Güte für eine ganze Siedlung. Eine Kraft-Wärme-Kopplung der ganz besonderen Art.

 

Auch hier gilt wie bei allen gebäudetechnischen Anlagen, dass eine Betreuung durch einen unabhängigen Fachmann für die notwendige Sicherheit in der Planung und Ausführung führt. Einen solchen Fachmann erhält man von einem Ingenieurbüro der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Informationen im Internet und die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten führen in der Regel zum Erfolg eines solchen Projekts.