Kettensägenführerschein - wann & wo ist er Pflicht?
Kachelofenwärme wird allgemein als sehr wohltuend empfunden. Dazu kommt noch, dass Holz als ...Brennstoff erheblich günstiger ist als Öl, Gas oder Strom.
Wer das Brennholz selbst im Wald schlägt, schneidet und spaltet, spart besonders viel. Allerdings hatten von Privatleuten ausgeführte Holzmachaktionen in der Vergangenheit oftmals schlimme Unfälle zur Folge. Zur Abhilfe wurde deshalb auch für Menschen, die nicht berufsbedingt mit Holzfällerarbeiten zu tun haben, der Kettensägenführerschein eingeführt. Er hat auch den Vorteil, dass mit den Bäumen pfleglicher umgegangen wird.
Pflicht für Landschaftsbauer sowie Wald- und Forstarbeiter
Bis vor kurzem war ein Kettensägenführerschein vorrangig vorgeschrieben für Baumpfleger, Garten- und Landschaftsbauer, Waldbesitzer und Angestellte in den Kommunen, die in Bauhöfen und in der Wald- und Forstwirtschaft tätig waren. Die Berufsgenossenschaften schreiben die Teilnahme an einem Lehrgang vor. Diese Profi-Kurse dauern mindestens eine Woche lang und beinhalten sowohl die Theorie als auch die Praxis. Im Aufbaukurs wird zusätzlich die Arbeit auf Hebebühnen und der Schnitt in Baumkronen mit Abseilmethoden gelehrt und eingeübt.
Wichtiger Bestandteil des Kettensägenführerscheins sind die Unfallverhütungsvorschriften und das Verhalten bei einem Unfall. Die Kursteilnehmer lernen dabei ...
nicht nur den Umgang mit der Kettensäge und anderem Schnittgerät kennen, sondern auch deren Technik und ihre Pflege. Voraussetzung ist ein Alter von mindestens 18 Jahren bzw. ein entsprechender Ausbildungsvertrag sowie die Bescheinigung eines Arztes über die körperliche und psychische Eignung.
Kettensägenführerschein Pflicht für Feuerwehrleute
Mittlerweile ist ein Kettensägenführerschein Pflicht für Angehörige von Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks. Grund waren die heftigen Unwetter der letzten Jahre. Damit die Rettungskräfte für die Arbeiten an umgestürzten Bäumen umfassende Kenntnisse besitzen, werden sie in etwa 3 Tage dauernden Lehrgängen geschult.
Kettensägenführerschein Pflicht für Selbstwerber
Die Kurse, in denen Privatleute einen Kettensägenführerschein erwerben können, sind in verschiedene Module eingeteilt. Das erste Modul, die Theorie, beinhaltet die Sicherheitsvorschriften und den Umgang mit dem Gerät. Beim nächsten Modul wird die Arbeit am Liegendholz in der Praxis eingeübt. Wer noch Modul 3 als Aufbaukurs absolviert, darf auch Fällarbeiten ausführen. Besonderen Wert wird bei den Kursen auf die vorgeschriebene Schutzkleidung gelegt:
- Kettensägehose,
- Sägehandschuhe
- und Kettensägehelm mit Gehör- und Gesichtsschutz.
Wer in seinem Garten mit der Kettensäge einen Baum fällen möchte, braucht keinen Kettensägenführerschein, obwohl er auch dafür sinnvoll wäre. Anders sieht es aus, wenn jemand in einem staatlichen oder privaten Wald sägen möchte. Den Förstern in den meisten Bundesländern ist es mittlerweile untersagt, Privatleute ohne Kettensägenführerschein im Forst arbeiten zu lassen.
Aus versicherungstechnischen Gründen muss sich der Förster vor der Vergabe eines Loses davon überzeugen, dass der sogenannte Selbstwerber tatsächlich den geforderten Kettensägenführerschein besitzt. Und nur die, die auch die Lizenz zum Holzfällen haben, dürfen vom Förster gekennzeichnete Bäume schlagen. Den anderen mit einfachem Kettensägenführerschein ist nur das Sägen von Liegendholz, Kronen und Schlagabraum erlaubt.
Seit der Kettensägenführerschein Pflicht wurde, sind die Unfälle im Forst deutlich zurückgegangen. Das zeigt die Zweckmäßigkeit der neuen Vorschriften allzu deutlich.
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