Holz-Begriffe - Frühholz, Spätholz, Markstrahle
Beim näheren Befassen mit der Thematik Holz wird man immer wieder mit gängigen Begriffen konfrontiert, die wesentliches über die Beschaffenheit des Holzes, sein Aussehen und seine Eigenschaften aussagen.Denn die Qualität des Holzes hängt absolut untrennbar mit bestimmten Details zusammen, so dass man sich mit diesen Begriffen auseinander setzen muss, um am Ende auch das gewünschte Holz zu erhalten.
Früh- oder Spätholz – große Poren oder dichtes Gewebe
Wenn von Früh- oder Spätholz die Rede ist, so bezieht man sich auf die Jahreszeit, in der das Holz gewachsen ist. Denn hier sind große Unterschiede in der Beschaffenheit zu erkennen, was letztlich mit den jahreszeitlich bedingten äußeren Umständen, denen das Holz ausgesetzt ist, in Verbindung steht.
Der Begriff „Jahresring“ steht dabei mit dem Früh- und Spätholz in einer engen Verbindung, denn aus dem Früh- und dem Spätholz eines Jahres bildet sich im Endeffekt ein Jahresring. Im Frühjahr startet ein verstärktes Holzwachstum und der Baum sowie seine Blätter müssen übermäßig mit Feuchtigkeit versorgt werden, um besser wachsen zu können.
So bildet sich relativ schnell das so genannte Frühholz, das wegen des beschleunigten Wachstums großporige Zellen aufweist. Ist diese Wachstumsperiode zum Sommerbeginn vorüber, setzt die Bildung des Spätholzes ein.
Ein derart massiver Feuchtigkeitstransport wie im Frühjahr ist nicht mehr erforderlich, so dass die Zellen langsamer und feinporiger wachsen können. So entsteht im Jahresring ein optischer Unterschied: Bei Nadelbäumen ist zu erkennen, dass der Frühholzbereich größer und heller ist als der Spätholzabschnitt. Bei Laubbäumen stellt sich dies genau umgekehrt dar, denn hier ist das Spätholz weiter ausgeprägt und optisch heller als das Frühholz.
Kernholz und Splintholz
Wenn es um die Bearbeitungseigenschaften des Holzes geht, so stehen die Begriffe Kernholz und Splintholz oftmals im Raum. In erster Linie beziehen sich diese beiden Begriffe darauf, ob sich das Holz im Inneren des Stammes oder aber relativ weit außen zur Rinde hin befindet. Im Endeffekt besteht aber ein enger Zusammenhang zur Holzverarbeitung.
Kernholz ist, wie der Name schon vermuten lässt, das Holz, das sich am tiefsten im Inneren des Stammes befindet, sozusagen also den Kern des Baumstammes darstellt. Kernholz ist nicht mehr „lebendig“ sondern wird als abgestorben und verholzt bezeichnet, was zur Folge hat, dass es nur noch wenig Feuchtigkeit enthält und somit besonders fest und schwieriger zu bearbeiten ist.
Dafür gibt es aber auch kein Wasser mehr ab, weshalb es nicht mehr „arbeitet“, sich also nicht mehr zusammenzieht. Splintholz hingegen ist der äußere Teil eines Baumstammes, der recht jungen Alters ist und entsprechend noch massiv Feuchtigkeit beinhaltet.
Splintholz „lebt“ und „arbeitet“, trägt also noch wesentlich zum Erhalt eines Baumes bei. Es ist der wasserführende Teil und gibt entsprechend nach dem Fällen und während der Verarbeitung Wasser ab und zieht sich somit zusammen. Diese Eigenschaft macht Splintholz in der Weiterverarbeitung nicht für alle Bereiche geeignet.
Hirnschnitt erhält die Jahresringe
Spricht man im Bereich Holz vom so genannten Hirnschnitt, meint man damit, dass der Baumstamm nicht längs, sondern quer zur Achse eingeschnitten wird. Man verwendet für die Weiterverarbeitung also Holzscheiben eines Baumes.
Dadurch bleiben die Jahresringe erhalten, sie sind einzeln zu erkennen und auch die Unterschiede zwischen Splint- und Kernholz, Früh- und Spätholz bleiben ersichtlich. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass eine sehr unruhige Optik entsteht. Verwendet wird der Hirnschnitt deshalb vor allem für die Herstellung rustikaler Holzprodukte.
Markstrahl zeigt die Wasserzufuhr
Verwendet man in der Holzverarbeitung den eben erwähnten Hirnschnitt, so sind nicht nur Jahresringe erkennbar, sondern genauso die „Wasserversorgungsleitungen“ des Baumes. Sie verlaufen von der Rinde zum Inneren des Stamms. Wenn sie bis ins Kernholz reichen, bezeichnet man diese Wasserbahnen als Markstrahl.
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