Ablaugen von Holz & Möbeln - Anleitung
Mitunter trägt schönes Holz alte Farbe, die vielleicht einmal hochmodern war, aber nach heutigem ...
Empfinden das Stück eher verschandelt.
Dann können Sie Abbeizer oder Ablauger verwenden, um das Holz von den alten Lackschichten zu befreien.
Ablaugen oder Abbeizen?
Es gibt viele unterschiedliche Mittel, die dem Heimwerker zum Ablaugen oder Abbeizen zur Verfügung stehen. Ablauger oder Abbeizer wird in Form von fertigen Mischungen, Pulvern und Pasten verkauft. Was ist nun der Unterschied zwischen Ablauger oder Abbeizer?
- Die Ablauger werden auch als alkalische Abbeizmittel bezeichnet. Sie wirken, indem sie fettsäurehaltige Beschichtungsstoffe verseifen. Die ölhaltigen Inhaltsstoffe der Farben werden in lösliche Stoffe umgewandelt und können dann vom Holz abgenommen werden.
- Ablauger wirken bei Ölfarben, Öllacken und Alkydharzlacken. Bei modernen Lacken auf Wasserbasis (Acryllack) und bei Dispersionsfarben können die Laugen nichts ausrichten. Wegen der Beschränkung auf Öllacke oder Alkydharzlacke werden Ablauger häufig für die Entlackung von Antiquitäten oder bei der Aufbereitung alter Häuser eingesetzt.
- Lacke mit nicht verseifbaren Bindemitteln (Dispersionsfarben, Zweikomponentenlacke, Alkydharzlacke und Acryllacke) müssen mit lösemittelhaltigen Abbeizmitteln entfernt werden, die aus Mischungen organischer Lösemittel (Methanol oder Dichlormethan) und weiteren Substanzen bestehen. Sie sind ...
gesundheitlich problematisch, besonders beim Einatmen, Abbeizer mit Dichlormethan haben in der Vergangenheit sogar mit Todesfällen auf sich aufmerksam gemacht. Deshalb sollten sie nur verwendet werden, wenn überhaupt keine andere Methode zur Farbentfernung denkbar ist.
Mittel zum Ablaugen
- Mögliche Ablaugmittel sind viele sehr alkalische, also ätzende Flüssigkeiten, zum Beispiel Salmiakgeist, Natronlauge (die auch als verdickte Abbeizpaste verkauft wird) oder Kalilauge (eine wässrige Lösung von Kaliumhydroxid). Natronlauge ist die wässrige Lösung von Natriumhydroxid, zum Ablaugen hat sich eine zehnprozentige Mischung bewährt. Ein Beispiel für ein alkalisches Abbeizmittel aus dem Baumarkt ist etwa der Moltostrip Abbeizer.
- Der Umgang mit dem Ablauger ist keine ungefährliche Angelegenheit. Sie sollten bei gekauftem Ablauger sehr genau die Gebrauchsanleitung lesen und sich bei selbst angerührter Lauge beim Verkäufer informieren. Beim Ablaugen sollten immer Handschuhe und ein Augenschutz getragen werden, um keine Verletzungen zu riskieren. Das gilt nicht nur für die eigentliche Arbeit, sondern auch noch beim Reinigen des Arbeitsplatzes und der benutzten Geräte. Sie dürfen nur in einer Umgebung mit ausreichender Frischluftzufuhr arbeiten.
Anleitung zum Ablaugen
- Zuerst tragen Sie mit einer Malerbürste mit Kunststoffborsten oder einem Kunststoffschwamm (gibt weniger Spritzer, vorher ausprobieren, nicht jeder Schwamm ist
geeignet) den Ablauger auf die Möbel auf. Das erfolgt bei gekauften Ablaugern je nach Anleitung des Herstellers, bei selbst angerührter Natronlauge wird die Oberfläche mit der Lauge gut feucht gehalten, bis sich die Farbe leicht löst. Mischen Sie jedoch auf keinen Fall höher konzentrierte Natronlauge, sie macht das Ganze nicht schneller, ist aber noch gefährlicher und hinterlässt außerdem einen weißen Schleier auf dem Holz. - Ein Teil der Farbe wird sich schon alleine mit der Lauge lösen. Wo das nicht der Fall ist, können Sie mit Spachtel und Drahtbürste nachhelfen. Dann wird die Farbe mitsamt Lauge mit Wasser und Wurzelbürste abgewaschen. Wenn sich an einigen Stellen Wasser sammelt, sollten Sie diese laufend mit einem Schwamm trocknen. Auch ein Hochdruckreiniger kann eine gute Hilfe sein, besonders bei den Details: Sie gehen dann mit dem Wasserstrahl so lange an den Ecken und Feinheiten entlang, bis das Wasser, das abläuft, völlig klar ist. Sie brauchen jedoch ein wenig Gefühl bei der Sache, wenn Sie mit dem Hochdruckstrahl zu nah an das Möbelstück gehen, könnte das Holz beschädigt werden.
- Wenn noch Farbreste zu sehen sind, wiederholen Sie die ganze Prozedur. Sie sollten in diesem Fall immer die gesamte Fläche erneut bestreichen, nicht nur die Farbreste, damit das Holz hinterher eine gleichmäßige Tönung hat. Was sich bei dieser Behandlung überhaupt nicht lösen wollte, wird nach dem Trocknen vorsichtig mit einem scharfen Stecheisen entfernt. Wenn an den freigelegten Stellen deutliche Verfärbungen sichtbar werden, müssen Sie leider das gesamte Werkstück wieder erneut ablaugen. Sie sollten aber so wenige Farbreste wie möglich mit Gewalt entfernen, die entstehenden Flecken lassen sich mitunter nur schwer entfernen.
- Möbel sollten ganz langsam trocknen, dass dauert bis zu 1,5 Monaten. Setzen Sie bitte keine künstliche Hitze ein, um die Trocknung zu beschleunigen, das würde Spannungen im Holz verursachen.
Schädigung beim Ablaugen
- Holz bleibt von der Lauge nicht unbeeindruckt. Gerbstoffreiche Hölzer wie Eiche bilden unter Einfluss der Lauge gerbstoffsaure Salze, die eine graue bis braune Färbung verursachen. Deshalb ist das gründliche Abwaschen der Lauge so wichtig, wenn Verfärbungen bleiben, können die Hölzer wieder aufgehellt durch eine Neutralisation mit verdünnten Säuren. Dazu eignet sich zum Beispiel Eisessig oder Zitronensäure gearbeitet. Bei diesem Neutralisieren entstehen auch wieder Salze, die anschließend mit Wasser abgewaschen werden müssen.
- Wenn Holz zu lange in einem Laugenbad bleibt, kann es durch den Ablauger in seiner Struktur geschädigt werden. Deshalb stehen viele Holzliebhaber dem Tauchbad in eine Lauge, das von Dienstleistern als komfortable Lösung angeboten wird, kritisch gegenüber. Sie sind der Meinung, das hygroskopische Holz sauge die Lauge auf, sie dringe zu weit in das Holz ein.
Tipps
- Der Ablauger kann unter Umständen den Leim angreifen, bei sehr wertvollen Stücken sollten Sie vielleicht an einer unsichtbaren Stelle testen.
- Lose Furnierkanten sollten vor dem Ablaugen verleimt werden, sie könnten beim Ausbürsten der Farbreste abbrechen.
- Andere Möglichkeiten, Holz von einer Farbschicht zu befreien, sind das Abbrennen von Holz mit der Heißluftpistole. Eine weitere Möglichkeit ist, den Lack mechanisch mit einer Ziehklinge oder einem Hobel zu entfernen. Sie ist jedoch nur für große und ebene Flächen geeignet.
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