Borsalz: Holzschutz gegen Holzwürmer & Pilze
Immer mehr alte, fast vergessene Mittel werden wiederentdeckt. Völlig zu Recht, unsere Vorfahren waren nicht ...
so unwissend, wie uns die moderne Industrie oft glauben machen möchte, um ihre Produkte zu verkaufen.
Was ist Borsalz?
Borsalz oder Borax ist auch unter den Namen Natriumborat oder Natriumtetraborat bekannt. Borax ist das Natriumsalz der Borsäure (deshalb: Borsalz) mit der chemischen Formel Na2B4O7 x 10 H2O, die korrekte chemischen Bezeichnung lautet Dinatriumtetraborat-Decahydrat.
Borax kommt natürlich in Kalifornien (Boraxseen der Mohave-Wüste) und Nevada vor. Ebenso in der Türkei und in Tibet, von wo es im Mittelalter unter dem Namen Tinkal als Kostbarkeit exportiert wurde. Der Boraxgehalt dieser Naturvorkommen wird auf vulkanische Vorgänge zurückgeführt. Es kann auch aus einem häufiger verbreiteten Mineral, dem Kernit, gewonnen werden.
Borax findet sich in Seife, in Wasserenthärtern und als Perborat in Waschmitteln. Außerdem wird es in Desinfektionsmitteln, Bleichmitteln und Insektiziden eingesetzt. Es wird als vorbeugendes Holzschutzmittel gegen Schimmel und Insekten eingesetzt und entfaltet diesen Schutz auch in Dämmstoffen auf Zellulosebasis, Schafwolle-Dämmung und Dämmung aus Kokosfasern, wo es gleichzeitig als Flammschutzmittel dient. Borax ist ...
mit der E-Nummer 285 sogar als Konservierungsstoff für Lebensmittel zugelassen, allerdings nur für ein einziges, und zwar für Störrogen (Kaviar).
Borsalz als umweltfreundliches Holzschutzmittel
- Borax ist als Holzschutzmittel so gut, dass es vom Deutschen Institut für Bauaufsicht als Bestandteil von Holzschutzmitteln zugelassen wird, die als Holzschutz bei statisch konstruktiven Bauteilen eingesetzt werden, wenn ein Holzschutz gegen Schädlinge vorgeschrieben ist. Wenn das Holz mit Borax behandelt wird, wird es von Holz zerstörenden Pilzen und Insekten gemieden. Wenn das Holz schon befallen ist, reicht eine Behandlung mit Borax jedoch nicht mehr aus.
- Trotz dieser guten Wirkung ist Borax ein Mineral, das vom Menschen laufend mit dem Trinkwasser, in Mineralwässern sowie mit der Nahrung aufgenommen wird. Auch über Arzneimittel und kosmetische Mittel, Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt, Spielzeug, Waschmitteln, Klebstoffen oder Teppichen, die wegen der antiseptischen, konservierenden, weichmachenden oder flammenhemmenden Eigenschaften Borverbindungen enthalten, kommen wir mit dem Mineral in Kontakt. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine maximale Aufnahmemenge von 10 Milligramm pro Tag für einen Erwachsenen festgelegt, das Bundesgesundheitsamt hat keine Anwendungsbeschränkungen erlassen.
- Deshalb ist Borsalz innerhalb des gesamten Spektrums der chemischen Holzschutzmittel eine umweltfreundliche Variante. Das nicht zuletzt deshalb, weil es weder verdampft noch chemisch instabil ist. Die bessere Alternative ist wohl nur noch, gar kein chemisches Mittel einzusetzen, was mit entsprechendem konstruktivem Holzschutz möglich sein kann.
Borax als Holzschutz im Außenbereich
Borax wird durch Wasser ausgewaschen, deshalb müssen mit Borax behandelte Hölzer, die dem Wasser ausgesetzt sind, mit einer zusätzlichen Oberflächenbehandlung versehen werden. Das kann zum Beispiel pigmentierte Öllasurfarbe oder Standölfarbe sein oder eine wasserfeste Grundierung.
Es gibt aber noch weitere Bedenken bei der Außenanwendung: Bauholz ist oft noch sehr feucht, wenn es verbaut wird. Beim Trocknen des Holzes können Risse entstehen, diese haben dann keinen Holzschutz. Der Holzschutz mit Borax hält auch nicht ewig, schon bei hoher Luftfeuchtigkeit baut sich die Imprägnierung schon nach wenigen Jahren ab. Allerdings muss auch die Behandlung mit anderen Holzschutzmitteln, die die Umwelt mehr belasten, regelmäßig wiederholt werden.
Die Anwendung von Borax
Wenn Sie Borax als Holzschutzmittel verwenden wollen, lösen Sie 80 Gramm Borax in einem Liter Wasser. Diese Mischung reicht bei normal feuchtem Holz (bis zu einer Feuchtigkeit von 20 %) für etwa 20 Quadratmeter. Ist Ihr Holz noch feuchter oder gerade durchnässt, nehmen Sie 200 Gramm auf einen Liter Wasser, die Lösung reicht dann sogar für bis zu 40 Quadratmeter.
Diese Lösung bringen Sie durch Streichen, Spritzen oder Tauchen zweimal nass in nass auf das Holz. Die zweite Imprägnierung wird also auf die noch feuchte Erstimprägnierung aufgetragen. Damit das Borax gut eindringen kann, sollten Sie die gestrichenen Hölzer ein bis zwei Tage dicht gestapelt lagern und vor Feuchtigkeit, Regen und UV-Bestrahlung schützen. Borax ist eigentlich unbegrenzt haltbar, wenn es kühl und trocken gelagert wird. Bereits angerührte Boraxlösung können Sie in einem nicht rostenden Gefäß gut verschlossen aufbewahren.
Borax kaufen
Borsalz ist ein ausgesprochen preiswertes Holzschutzmittel. Ein Kilogramm kostet unter 5,- Euro, damit können Sie rund 250 Quadratmeter Holz mit Holzschutz versehen. Sie bekommen Borax bei der Firma Kremer Pigmente, auf der Seite www.kremer-pigmente.de können Sie eine Verkaufsstelle in Ihrer Nähe suchen.
Der Umgang mit Borsalz
Borax kann bei Kontakt mit der Haut oder den Augen sowie beim Einatmen (es ist ein feines Pulver) Entzündungen verursachen. Wenn es verschluckt wird, kann es zu Reizungen des Magen-Darm-Trakts kommen; größere Mengen wirken tödlich. Borax sollte also außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden, auch der direkte Kontakt mit Lebensmitteln sollte unterbunden werden. Wenn Sie eine empfindliche Haut haben, können Sie Haushaltshandschuhe tragen, wenn Sie mit Borax arbeiten. Oberflächen, denen mit Borax gearbeitet wurde, sollten danach noch einmal mit klarem Wasser abgespült werden.
Tipp der Redaktion
- Wenn Sie Borax im Haushalt haben, können Sie es noch für einige andere Anwendungen nutzen. Es kann in vielfältigen Anwendungen zur Reinigung und Wäsche verwendet werden und soll sogar im kosmetischen Bereich an vielen Stellen erfolgreich eingesetzt werden können.
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