Hartwachsöl auftragen und polieren - Tipps zur Verarbeitung
Gerade Menschen, die Kinder haben, engagieren sich häufig in den verschiedensten Umweltbewegungen. Sie ...
möchten ihre Kinder gesund aufwachsen sehen und das ihre dazu beitragen.
Natürlich möchten diese Menschen weder ihre Kinder noch sich selbst mit Schadstoffen belasten, die in die unmittelbare Wohnumgebung eingebracht werden.
Auch im Wohnumfeld wird also auf die Verwendung natürlicher Substanzen geachtet. Bei der Beschichtung von Fußböden erscheint es zunächst schwierig, ohne chemisch belastete Mittel auszukommen. Aber jetzt gibt es biologisches Hartwachsöl, das eine ebenso natürliche wie strapazierfähige Beschichtung herbeiführt.
Was ist Hartwachsöl?
- Hartwachsöl besteht aus pflanzlichen Ölen, Wachsen und Harzen. Weiter enthalten sind Bindemittel, Lösemittel und Hilfsstoffe. Als Wachs dient häufig Carnaubawachs, ein Wachs, das aus den Blättern der in Brasilien wachsenden Carnaubapalme gewonnen wird. Dieses Wachs gilt nicht nur als gesundheitlich unbedenklich, es ist auch frei von Duftstoffen, womit es eine geeignete Substanz für Allergiker ist. Für den Einsatz im Hartwachsöl ist jedoch entscheidend, dass Carnaubawachs das härteste bekannte natürliche Wachs ist. Diese Härte wird also auf Ihren Fußboden gebracht, wegen des sehr hohen Schmelzpunktes (80 bis 87 Grad) bleibt es ...
auch in warmer Wohnumgebung und bei Sonneneinstrahlung stabil.
- Auch bei den Zusatzstoffen wird auf Verträglichkeit geachtet: Als Bindemittel kann zum Beispiel Tungöl eingesetzt werden, ein chinesisches Holzöl, das durch Auspressen der Samen des Tungölbaumes gewonnen wird. Oder Leinöl (Öl aus Leinsamen, den Samen der Flachspflanze), auch modifiziertes Kolophonium (Harz einiger Nadelbäume) wird meist zugesetzt. Alt geeignetes Lösemittel wird häufig Orangenöl verwendet. Die Hilfsstoffe enthalten verschiedene Trockenstoffe, deren Zusammensetzung meist nicht verraten wird, auf jeden Fall wird in einem Bio-Öl kein Blei oder Barium verwendet werden. Diese problematischen bis giftigen Zusätze haben in biologischen Ölen nichts zu suchen. Dann können noch Bentonit (feine Mineralerde), Ethanol (Alkohol) und Wasser enthalten sein. Ein biologisches Hartwachsöl besteht damit rundherum aus unschädlichen Zutaten, auf denen Ihre Kinder unbesorgt spielen können.
- Hartwachsöl ist farblos und sparsam im Verbrauch, für 10 Quadratmeter brauchen Sie je nach Saugfähigkeit des Untergrundes 0,35 bis 0,5 Liter. Nur bei Hirnholz, unglasierten Tonfliesen und Kork kann es besonders beim ersten Anstrich noch etwas mehr werden.
- Hartwachsöl kann als natürlicher Oberflächenschutz für alles Holzflächen im Innenbereiche eingesetzt werden, zum Beispiel für unbehandelte Küchenarbeitsplatten, vorgeölte Holzdielen, Parkettböden. Es ist vor allem für atmungsaktive Fußböden aus Holz oder Kork gut geeignet, weil es starken Schutz bietet.
- Dabei ist Hartwachsöl einfach aufzutragen. Wenn die Oberfläche ausgehärtet ist, ist sie widerstandsfähig gegen Verschmutzung, Flüssigkeiten und Abrieb. Der natürliche Farbton wird durch das Öl ein wenig vertieft, was bei vielen Hölzern die Maserung belebt.
Hartwachsöl auftragen
- Hartwachsöl kann auf allen unbehandelten oder geölten Untergründen aus Holz, Holzwerkstoff oder Kork eingesetzt werden, die trocken und frei von Staub und Fett sind. Wenn die Holzuntergründe rau sind, müssen sie geschliffen werden. Wenn Sie Tropenhölzer verlegt haben, die verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, sollten Sie vorher einen Versuch unternehmen, wie der Auftrag sich auswirkt.
- Wenn Sie mit den Arbeiten beginnen möchten, sollte die Temperatur im Raum über 12 Grad sein. Sehr harzreiche und alle tropischen Hölzer werden als Vorbehandlung mit Verdünnung abgerieben. Stark saugende Untergründe (Hirnholz, Buche) werden ein oder zwei Mal mit einem Hartöl grundiert.
- Dann wird das Hartwachsöl zunächst einmal auftragen und darf nun gut trocknen. Sie können das Hartwachsöl mit einem Pinsel oder einer Mohair-Rolle, einem Abzieher oder einer Bürste auftragen, der Auftrag muss nur dünn und gleichmäßig werden. Es ist eigentlich verbrauchsfertig eingestellt, kann aber mit der passenden Verdünnung geschmeidiger gemacht werden, wenn Bedarf besteht.
- Ist die Oberfläche des getrockneten Anstrichs rau, kann sie mit ganz feinem Schleifpapier geglättet werden. Oder mit einer Tellerschleif- und Poliermaschine, in die Schleifgitter Körnung 180 oder ein weißes Polierpad eingespannt wurde, das wäre am besten.
- Anschließend werden je nach Saugfähigkeit des Untergrundes und des gewünschten Oberflächenergebnisses 2 oder 3 Anstriche mit Hartwachsöl aufgetragen. Zwischen den Anstrichen muss der Auftrag immer gut trocknen. Bevor der letzte Anstrich trocken ist, kann er noch im feuchten Zustand mit einer Poliermaschine (beiges oder weißes Pad) in den Untergrund eingearbeitet werden. Dann wird die Beschichtung besonders gleichmäßig.
- Die Trockenzeit beträgt bei 20 Grad und mittlerer Luftfeuchtigkeit nach 6 bis 8 Stunden. Vor einer Überarbeitung sollten Sie jedoch möglichst 12 Stunden warten. Niedrige Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und unterlassenes Lüften verzögern die Trocknung und fördern die Geruchsbildung. Wenn der Belag begangen wird, sollten Sie die Oberflächen anfangs nur vorsichtig belasten, Teppiche sollten erst nach 14 Tagen aufgelegt werden. Wenn Sie eine noch nicht ganz trockene Oberfläche betreten möchten, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Schuhe sehr sauber sind. Außerdem sollten Sie Einweg-Slipper benutzen oder Plastiktüten um den Fuß binden.
Hartwachsöl polieren
Wenn der letzte Anstrich trocken ist, können Sie die Oberfläche mit einer Poliermaschine (weißes Pad) oder einem Bohnerblock noch einmal polieren.
Tipp der Redaktion
Wenn Oberflächen nachgebessert werden sollen, werden sie gesäubert, leicht angeschliffen und dann mit einer neuen Endbehandlung versehen. Wenn es einmal Kratzer gab, können diese mit einem in Hartwachsöl getränkten Lappen auspoliert werden.
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