Innenausbau
Der Innenausbau umfasst all die Maßnahmen, die den Charakter eines Hauses als Wohnung für Menschen bestimmen, denn aus diesen Arbeiten ergeben sich sowohl der Wohlfühlfaktor als auch die Funktionalität der ausgebauten Räume.Hierbei geht es nicht um Grundentscheidungen, die die äußeren Abmessungen, die inneren tragenden Wände oder die Energieeffizienz betreffen, die gehören zum Rohbau und zur Haustechnik. Während Rohbau und Haustechnik Ihnen bei der Planung nur geringe Entscheidungsfreiheit ließen (Baupläne terminieren die Entscheidung, technische Normen geben hier viele Werte vor), liegt beim Innenausbau die Entscheidungsgewalt im Wesentlichen bei Ihnen.
Denn zum Innenausbau gehören folgende Arbeiten: Zusätzliche Wände, die der Architekt nicht schon beim Rohbau geplant hat, werden in Trockenbauweise eingezogen, isoliert und verputzt. Der Estrich bereitet den wohnlichen Fußboden vor, Bad und Küche werden gefliest. Es folgt der obere Belag auf dem Fußboden und die Wände werden endgültig mit Tapeten, Putz oder Panelen gestaltet. Jetzt ist der Zeitpunkt für weitere Ausbauarbeiten, ob es sich um den Einbau von Möbeln handelt oder um die Fertigstellung eines beim Rohbau eingezogenen Treppengerüstes aus Beton, das nun Holzstufen und ein endgültiges Geländer aus Holz oder Metall bekommt. Danach werden Sanitärinstallation und Elektroinstallation fertiggestellt und die Innentüren eingehängt. Falls Malerarbeiten und/oder Lackierarbeiten erforderlich sind, bilden diese den Abschluss des Innenausbaus.
Sie bestimmen die Wohnlichkeit
Jede dieser Arbeiten muss natürlich fachgerecht ausgeführt werden. Aber bei fast allen dieser Arbeiten (Teile der Sanitärinstallation und der Elektroinstallation werden von Sachzwängen bestimmt und sind somit ausgenommen) haben Sie das gestalterische Heft in der Hand. Sie sagen, wo die Trockenbauwand eingezogen wird, Sie entscheiden, dem Estrich eine attraktive Farbe zu geben, weil Sie ihn vielleicht einmal ohne Bodenbelag darüber nutzen wollen. Sie wählen Fußbodenbedeckung (Stein oder Fliesen, Dielen oder Parkett, geklebter Teppich oder lose aufgelegter Bodenbelag) und die Wandabwicklung aus. Sie beauftragen genau geplante Möbeleinbauten oder nehmen sie sogar selbst vor. Sie entscheiden über den Stil der Innentüren und die farbliche Gestaltung. Deshalb können Sie sich bei einem Innenausbau selbst wesentlich kreativer einbringen als bei der Erstellung eines Baukörpers, selbst wenn Sie die meisten Arbeiten durch eine Firma vornehmen lassen.
Diese Entscheidungsgewalt haben Sie auch beim Innenausbau eines Altbaus. Hier geht es öfter auch um eine neue Raumaufteilung, auch die Grunderneuerung des Fußbodenbelages geht über einfache Renovierung hinaus. Häufig werden bei einem Altbau jedoch Maßnahmen erforderlich, wie beispielsweise die Erneuerung der Elektrik, der Heizung und der Sanitäranschlüsse, die schon in den Bereich Altbausanierung fallen.
Wichtig ist ein genauer Ablaufplan für den Innenausbau, damit Sie selbst den Überblick behalten und alle beteiligten Gewerke ohne Schäden für die vorangegangenen Gewerke ihre Arbeit ausführen können.
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