Stülpschalung zur Befestigung der Fassade
Wenn das Haus eine neue Fassade benötigt, entscheiden sich immer mehr Menschen für das Naturmaterial Holz. ...
Eine der möglichen Holzverkleidungen für das Haus ist die Stülpschalung, bei Holzhäusern in Skandinavien häufig zu besichtigen.
Sie kann ein Haus in Holzbauweise verkleiden, aber auch einen Altbau mit einer unansehnlich gewordenen Fassade aus Putz oder Klinker neu beleben. Dabei können sogar ganz neue architektonische Akzente gesetzt werden, weil die Fassade mit Stülpschalung in verschiedenen Farben lackiert werden kann. Wer möchte, kann also sein Haus jetzt richtig bunt machen (soweit die örtlichen Vorschriften es erlauben).
Was ist eine Stülpschalung?
Eine Stülpschalung ist eine Holzverschalung, die waagerecht angebracht wird. Das obere Brett stülpt sich einige Zentimeter über das untere Brett, daher der Name. Diese Verschalung schützt Fassaden vor Witterungseinflüssen. Neuere Stülpschalungen werden häufig aus keilförmigen Nut-Feder-Brettern gefertigt, die Schalung wird dann auch Keilspundschalung genannt.
Konstruktiver Holzschutz bei der Stülpschalung
- Damit die Holzfassaden so wenig wie möglich der Nässe ausgesetzt sind, wird das Dach des Hauses sehr weit überkragend gebaut. Außerdem werden die überlappenden Bretter unten mit einer speziellen Tropfkante versehen oder an den Kanten hinterschnitten, ...
damit Regenwasser schnell abgeleitet wird.
- Dann wird noch eine Luftschicht von zwei bis vier Zentimeter Dicke zwischen der Wand und der neuen Fassadenbekleidung eingebracht, weil diese Hinterlüftung das tragende Mauerwerk bzw. die Holzrahmenkonstrukion trocken hält. Sie trägt auch zur Verbesserung der Wärme- und Schalldämmung bei. Durch die Hinterlüftung wird trocken eingebautes Holz (das beim Bau maximal 20 % Holzfeuchte haben darf) schnell wieder trocken, wenn es vollgeregnet wird. Das Holz nimmt bei Nässe nur Schaden, wenn die Feuchtigkeit dauerhaft aufliegt und wegen einer fehlenden Hinterlüftung nicht abtrocknen kann. Nach unten sollte die Holzverkleidung etwa 30 Zentimeter über einem Spritzwassersockel enden, der aus Mauersteinen oder Beton bestehen kann. Wenn Sie eine Kiesdrainage anlegen und sie mit einem Rost abdecken, kann die Holzverschalung auf bis etwa 10 Zentimeter über den Boden gebaut werden.
Trägerlatten für die Stülpschalung anbringen
- Auf die Außenwand kommt eine Traglattung, die aus Latten von mindestens 30 Millimeter Dicke bestehen sollte, damit die Hinterlüftungsschicht gewährleistet ist. Geeignet sind Latten von 30 Millimeter Dicke x 50 Millimetern Breite, die im Abstand von etwa 60 Zentimetern angebracht werden. Zur absolut waagerechten und lotrechten Anbringung der Latten brauchen Sie natürlich die Unterstützung einer Wasserwaage, die mindestens eine Länge von 80 Zentimetern haben sollte. Außerdem benötigen Sie Sperrholzplättchen oder Unterlegscheiben zum Ausgleichen von Unebenheiten, keine Fassade ist absolut gerade.
- Zuerst werden die Schraublöcher vorgebohrt. Sie können anschließend die vorgebohrten Schalungsbretter wie eine Schablone an die Wand halten, um die Bohrlöcher für die Dübel zu markieren. Wenn Sie besonders sauber arbeiten, bohren Sie mit einem Spezialbohrer eine konische Vertiefung in das Holz, in die sich der Senkkopf der Schraube später sauber versenken lässt.
- Geeignete Dübel sind zum Beispiel TOX Allzweck-Langdübel VLF (vorgeschraubt), die von in einer Länge von 5 bis 16 Zentimetern verkauft werden. Wie lang Ihre Dübel sein müssen, hängt von der Dicke der Grundlattung ab, bei den hier empfohlenen 30 Millimetern ist eine Verankerungstiefe von 50 Millimetern erforderlich. Damit muss der Dübel also 80 Millimeter lang sein. Die Dübel werden in einem Abstand von 25 Zentimetern gesetzt und mit Edelstahlschrauben verschraubt. Für die Befestigung der Bretter müssen Senkkopfschrauben aus nicht rostendem Stahl verwendet werden.
Stülpschalung anbringen
- Für die eigentliche Verkleidung werden Bretter oder Profilhölzer von mindestens 24 Millimeter Dicke verwendet, diese dürfen höchstens 200 Millimeter breit sein. Es werden zahlreiche Profile unterschiedlicher Hersteller mit Nut und Feder angeboten, die eine sichtbare oder verdeckte Befestigung erlauben. Sie können sich im Holzfachhandel beraten lassen und sich dort die verschiedenen Profile und Möglichkeiten ansehen.
- Falls Sie nicht vorbehandeltes, fertig beschichtetes Profilholz erworben haben, steht nun die Frage des Holzschutzes an. Ob Holzschutz erforderlich ist, hängt davon ab, welches Holz für die Stülpschalung gekauft wird. Wird Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2 unter optimalem konstruktiven Holzschutz verbaut, braucht es keinen chemischen Schutz. Es bekommt dann eine Patina, die häufig erwünscht ist. Ist die Konstruktion nicht optimal und/oder hat das Holz eine niedrigere Dauerhaftigkeitsklasse, muss es vor der Anbringung mit einem Rundum-Anstrich mit Holzschutzgrund geschützt werden. Wenn die Fassade vollendet ist, kann sie weiter farbig gestaltet werden, Sie sollten jedoch eine Farbe wählen, die das Holz atmen lässt.
- Ist das geschehen, wird jedes Brett einzeln an der Trägerlattung befestigt. Sie dürfen nicht durch die Überlappungen nageln oder schrauben, damit wären Risse vorprogrammiert. Außerdem können Sie bei einer solchen Befestigung schadhafte Bretter später leicht austauschen, das kann zum Beispiel im Bereich erforderlich sein, der vom Spritzwasser betroffen ist.
- Es gibt auch für Fassaden einige baurechtliche Vorschriften, die Sie beachten müssen. Das sind Abstände und Feuerschutzbestimmungen, der Nachweis der Standfestigkeit und der mechanischen Verbindungen. Die Herstellerfirmen verfügen über Zulassungen und technische Informationsschriften, die Ihnen die Einhaltung dieser Vorschriften vereinfachen.
- Wenn eine Stülpschalung mit zusätzlicher Dämmung angebracht werden soll, ist das Vorgehen etwas anders. Die zweite Möglichkeit, eine Fassade mit Holz zu verkleiden, ist die Boden-Deckel-Schalung, bei der die Holzbretter senkrecht angebracht werden.
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