Feuchtigkeitsmessgeräte und Feuchtemesser für Wände, Holz & Estrich
Erstaunlich häufig geht es im Leben eines Hausbesitzers darum, wie feucht ein Material ...
ist. Feuchtes Holz kann Geld kosten. Schon bei feuchtem Brennholz, das nur einen geringen Heizwert hat. Es kann aber auch zu Rußschäden im Schornstein führen.
Feuchtes Bauholz wiederum kann eine Menge Schäden an der Bausubstanz nach sich ziehen. Feuchte im Haus kann dem Hausbesitzer auf viele Arten Ärger bereiten: Der Estrich muss eine gewisse Trockenheit erreicht haben, bevor das Parkett aufgebracht werden kann. Die Fassade muss trocken sein, bevor gedämmt werden kann. Feucht gewordene Dämmung muss ab einem bestimmten Prozentsatz Feuchtigkeit (wieder) entfernt werden. Wird einfach die feuchte Wand gedämmt oder feuchte Dämmung lange unsaniert gelassen, können sich weitere schwere Bauschäden ergeben.
Eine Feuchtemessung ist also häufig angebracht bei Bau oder Renovierung. Auch die Messung in Eigenregie macht teilweise durchaus Sinn. Bevor darauf eingegangen wird, wann das der Fall ist, werden kurz die verschiedenen Feuchtemessgeräte vorgestellt:
Feuchtigkeitsmessgeräte - Arten
- Die Widerstandsfeuchtemessung bezieht sich auf den veränderten Stromfluss in trockenen und feuchten Baustoffen. Mithilfe von zwei Elektroden wird der elektrische Widerstand eines Baustoffes gemessen. Der Widerstand ...
verändert sich je nach Feuchte des geprüften Stoffes. Je nachdem, wie zugänglich dieser ist, werden für Oberflächen Einschlagelektroden verwendet, für die Messung tiefer gelegener Schichten müssen jedoch Messsonden über Bohrlöcher oder Fugen in die Tiefe geführt werden.
- Die nächste Methode ist die kapazitive Feuchtemessung. Sie stellt grundsätzlich auch auf die elektrische Leitfähigkeit ab. erhöhte Feuchtewerte bewirken jedoch nicht nur deren Erhöhung, sondern lassen auch die Dielektrizitätskonstante zunehmen. Das Gerät misst dann die Kapazität eines Kondensators, der den Kern des Messgeräts darstellt. Mit diesem Verfahren können geflieste Bereiche und Estrich mit darunterliegender Fußbodenheizung gemessen werden, wo kein Anbohren denkbar ist. Es reicht, wenn das Messgerät auf die Oberfläche des Baustoffs aufgebracht wird.
- Zu den dielektrischen Messverfahren zählt auch die Mikrowellenfeuchtemessung. Mit ihr können Mauern, Beton und Estrich bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern ohne Beschädigung untersucht werden. Festgestellt können die Ausdehnung und der Grad der Durchfeuchtung. Tiefere Bereiche können mittels Bohrungen erreicht werden.
- Bei der Darrmessung (auch Wäge-Trocknungs-Verfahren genannt) wird die Masseveränderung bestimmt, die ein Stoff bei seiner Erwärmung durchmacht. Das Messgut wird so lange getrocknet, bis sich ein Gleichgewichtszustand eingestellt hat. Dies ist der Fall, wenn das Gewicht konstant bleibt, was durch wiederholtes Wiegen festgestellt wird. Der Feuchteverlust ist dann der Unterschied zwischen dem Gewicht im feuchten und im trockenen Zustand. Bei der Darrmessung muss also immer eine Probe entnommen werden, die Messung gibt auch nur an, welche Feuchtigkeit im Umkreis der Probe gegeben ist. Und das auch nur, wenn die entnommene Probe sofort zur Messung verwendet wurde, sonst kann ein Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebungsluft stattfinden.
- Die CM-Messung kann zur Feuchtemessung aller mineralischen Baustoffen eingesetzt werden. Sie liefert verlässliche und wissenschaftlich anerkannte Ergebnisse. Auch hier muss eine Probe für die Messung entnommen werden, die dann chemisch analysiert wird.
- Die radiometrische Feuchtigkeitsmessung bedient sich einer Neutronensonde, um zum Beispiel Dämmschichten von Flachdächern und Estrichen auf Feuchtigkeit zu untersuchen. Diese Messmethode funktioniert ohne Beschädigung. Zu sanierende Bereiche können mit der Sonde genau eingegrenzt werden, weshalb diese Methode auch zur Erkennung von Lecks jeglicher Art und zur Abgrenzung von Flächenfeuchtigkeit zum Beispiel in Wänden eingesetzt wird. Die radiometrische Feuchtigkeitsmessung ist damit breit anwendbar und sehr zuverlässig, der Anwender braucht aber eine besondere Ausbildung sowie eine Sondergenehmigung vor dem Einsatz, da für die Messung strahlungsintensives Material verwendet wird.
Das sind die hauptsächlich im Bereich Wände, Holz und Estrich verwendeten Messgeräte, natürlich gibt es für spezielle technische Anforderungen noch zahlreiche weitere Ausführungen.
Welches Messgerät?
Welches Messgerät Sie verwenden sollten, hängt natürlich davon ab, was Sie wo messen wollen. Für den Privatmann verfügbar sind auf jeden Fall Widerstandsfeuchtemesser und kapazitive Feuchtemesser verschiedener Qualitätsstufen. Diese Geräte werden im Handel zum Kauf angeboten, schon ab 10,- oder 20,- Euro. Es handelt sich dann um einfache Messgeräte.
Von diesen preiswerten Geräten können Sie keine große Präzision erwarten, dennoch können sie unter Umständen hilfreich sein. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, ob das Brennholz, das Sie kaufen wollen, trocken genug für den Kamin ist, reicht ein solches einfaches Messgerät. Einfach einen der Scheite spalten und in der Mitte messen und Sie wissen Bescheid. Oder wenn Sie sich noch nicht auskennen mit der Holzfeuchte: Manchen dieser Geräte werden sogar inhaltsreiche Infoblätter beigelegt. Dort können Sie alles über die richtige Feuchte von Brennholz nachlesen und auch noch, was Sie sonst beim Heizen mit Holz beachten müssen.
Wenn die Feuchte im Material ermittelt werden muss, helfen Ihnen diese Geräte nicht mehr. Je nachdem, ob eine Probe des Materials entnommen werden kann oder nicht, werden andere der oben kurz vorgestellten Geräte für die Messung gewählt werden. In der Regel werden Sie in den entsprechenden Fachbetrieben professionelle Geräte ausleihen können. Hier erhalten Sie auch ganz genau Auskunft, welches Gerät in Ihrem Problemfall hilft.
Fazit
Für die Überwachung einer Trocknung gibt es übrigens spezielle Geräte, die eine computerbasierte Langzeitüberwachung durchführen. Ob Sie die Messung selbst durchführen sollten oder sie lieber einem Fachmann überlassen, hängt neben dem optimalen Messgerät auch noch von ganz anderen (zum Beispiel prozesstaktischen) Überlegungen ab.
Weiterführende Informationen