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Gründe für Schimmel in der Wohnung

Was ist Schimmel

Schimmel ist den meisten ein wohlbekannter Begriff. So ziemlich jeder hat ...



den weichen grünen oder weißen Flaum schon auf verdorbenen Lebensmitteln gesehen, aber auch in Kellern oder Badezimmern taucht er öfter auf.

schimmel_flDas liegt daran, dass Schimmel Feuchtigkeit gern hat.

Generell handelt es sich bei Schimmel um einen Pilz. Experten unterscheiden hierbei zwischen ca. 10000 verschiedenen Arten von Schimmel, von denen glücklicherweise die wenigsten in unseren Wohnräumen oder auf den Lebensmitteln heimisch sind. Der Mikroorganismus Schimmel vermehrt sich durch Sporen und tritt in Massen auf. Sobald er einen Nährboden gefunden hat, bildet er sogenannte Hyphen, wurzelähnliche Geflechte, mit denen er tief in das Substrat eindringt. Deswegen ist Schimmel in Wänden oder Decken so schwer zu entfernen.

Woher kommt der Schimmel?

Wie oben bereits erwähnt, mag Schimmel Feuchtigkeit. Wärme übrigens auch. In einer Wohnung erhöht sich der Luftfeuchtigkeitsgehalt automatisch, wenn der Luftaustausch nicht stimmt. Zu wenig Luftzirkulation bedeutet eine Ansammlung von Feuchtigkeit. Und auf eben dieser Feuchtigkeit lässt sich Schimmel nieder und breitet sich aus.

In einer Wohnung tritt Schimmel auch auf, wenn sie nicht ausreichend ...



beheizt ist. Der Grund hierfür ist, dass ausreichendes Heizen für trockene Luft und somit auch trockene Wände und Decken sorgen. Wird die Wohnung zu kalt gehalten, bildet sich schneller Feuchtigkeit, besonders in den Wänden, wo man ihn nicht sehen kann. Besonders betroffen sind hier die Außenwände einer Wohnung, weil diese die Kälte von außen abbekommen. Daher sollte immer ein wenig geheizt werden.

Laut Mietrecht sind Mieter übrigens verpflichtet, die Wohnung ausreichend zu lüften und zu heizen. Bei einem Schimmelbefall wird immer erst geprüft, wo die Verantwortung liegt. Dabei ist der Mieter unter anderem verpflichtet, die Wohnräume auf eine Temperatur zwischen 18 und 20°C zu beheizen und mehrmals am Tage kurz zu lüften.

Natürlich hängt der Schimmelbefall auch von der Bauqualität des Gebäudes ab. Da je nach wirtschaftlicher Lage Häuser solide oder preisgünstig gebaut werden, liegen unterschiedliche Qualitäten in der Isolation und den Dämmschichten vor. Besonders die Bereiche um die Fenster herum sollten hierbei gut angesehen werden.

Interessanterweise ist es in den letzten Jahren immer häufiger zu sichtbarem Schimmelbefall gekommen. Die Ursache hierfür liegt darin, dass Häuser mittlerweile auch zu günstigen Preisen gut zu isolieren sind. Natürlich sind gut isolierte Häuser energiesparender – gleichzeitig wird der Luftaustausch erschwert, der zur Schimmelvorbeugung so wichtig ist. Je besser das Haus isoliert ist, desto mehr muss der Bewohner lüften und heizen. Besonders in den Wintermonaten machen natürlich die wenigsten gern das Fenster auf – daher kommt es hier häufiger zu Schimmel.

Schimmel an Fenstern und falsches Lüftungsverhalten

Besonders gern tritt Schimmel am Fenster auf. Das liegt zum einen daran, dass hier der direkte Luftaustausch stattfindet: Feuchte Luft von innen zieht heraus und natürlich sammelt sich die Feuchtigkeit an bestimmten Stellen. Durch die modernen Fensterverglasungen wird allerdings die Notwendigkeit zur Lüftung nicht mehr allzu deutlich. Bei den älteren Einfachverglasungen beschlugen die Fenster von innen, sobald die Luftfeuchtigkeit zu hoch war und die Bewohner lüfteten. Bei den heutigen Doppelverglasungen tritt dieser Effekt nicht mehr auf. Durch den Einbau neuer Fenster in ältere Wohnungen werden neue Wärmebrücken geschaffen. Die kältere Temperaturzone verlagert sich und es kommt am Fenster zu Tauwasser. Wird dies ignoriert oder nicht ausreichend getrocknet, wird sich an dieser Stelle der Schimmel sehr wohl fühlen.schimmel-fliesen_fl

Übrigens lüften die meisten Bewohner ihre Wohnungen falsch. Die modernen Fenster sind meistens sehr groß, im Gegensatz zu veralteten Fenstern mit zwei Flügeln. Das bedeutet, dass die Fenster deutlich mehr in den Raum herein ragen. Somit wird beim Lüften die Kippstellung bevorzugt, welche allerdings keinen optimalen Luftaustausch ermöglicht. Daher ist auch beim Stoßlüften darauf zu achten, die Fenster immer im Ganzen zu öffnen. Stoßlüften bedeutet übrigens, dass das Fenster nur zwischen 5 und 10 Minuten geöffnet bleiben muss, dies aber mehrmals täglich.

Problematisch ist dies bei Berufstätigen, die zwischen 10 und 12 Stunden außer Haus sind. Denn hier kann nur ein bis zwei Mal am Tag gelüftet werden, was bei den modernen, gut isolierten Häusern eigentlich zu wenig ist.

Schimmel an Wänden und der Decke

Wie vorher bereits erwähnt, breitet sich Schimmel auch gern in feuchten Wänden und / oder Decken aus. Diese sind oft innen feucht, an Decken sind oftmals Holzbalken, die feucht werden können. Hier setzt sich Schimmel innen fest, was ihn besonders gefährlich macht, da man ihn hier nicht sofort sehen kann. Wenn sich dann die ersten gelblichen, grünen oder weißen Flecken breitmachen, ist es zumeist bereits zu spät, denn hierbei handelt es sich um den Sporen bildenden Teil des Pilzes. Die Hyphen bleiben unsichtbar tief in der Wand oder der Decke.

Auch ein Wasserschaden, wie ein Rohrbruch oder eine defekte Waschmaschine kann für Feuchtigkeit im Gemäuer sorgen. Sollte daher etwas in dieser Richtung geschehen, muss der Defekt schnellstmöglich behoben werden und die Wand bzw. die Decke ausreichend trocknen. Es ist dann nötig über mehrere Tage die Heizung gut laufen zu lassen, damit die Wand auch innen gänzlich trocknen kann. Notfalls sollte noch ein Experte zurate gezogen werden, der die Feuchtigkeit misst. Zu schnelles übertapezieren oder streichen kann für Schimmelwuchs in einer noch feuchten Wand sorgen.