Schimmel im Putz entfernen
Was ist Schimmel?Ganz allgemein gesprochen handelt es sich bei Schimmel um eine Gruppe von Pilzen. ...
Während der Durchschnittsmensch nur wenige Arten von Schimmel anhand der Farbe erkennt, unterscheiden Experten Hundert verschiedene Unterarten.
Die wenigsten davon treten allerdings in unsere Region, noch weniger tatsächlich im Alltag und Haushalt auf.
Schimmelpilze bevorzugen feuchte, organische Nährböden, deswegen trifft man sie häufig auf verderbenden Lebensmitteln, Holz, aber auch im Badezimmer an. Auch feuchte Wände oder Decken sind nicht vor Schimmel geschützt, daher sollte in Wohnräumen immer ausreichend gelüftet und geheizt werden.
Aussehen, Verbreitung und Vermehrung
So gut wie jeder hat schon einmal einen Schimmelpilz gesehen, ob in der Obstschale, im Brotkorb oder auch auf den Silikonfugen im Bad. Typischerweise beginnt der Schimmel sein Wachstum kreisförmig als kleiner Punkt. Das liegt daran, dass Schimmel sich über Sporen vermehrt. Trifft eine Spore auf einen geeigneten Nährboden, schlägt er Wurzeln in das Substrat und beginnt mit der Ausbreitung.
Da er durch die feine Wurzelbildung eine fadenförmige Optik bekommt, spricht man im Fachjargon von einem „filamentösen“ Pilz. In einem späteren Stadium wird an der betroffenen Stelle eine ...
runde, pelzige Fläche sichtbar – dann ist der Pilz auch schon bereit, neue Sporen in die Welt zu setzen.
Die gängigsten Schimmelarten, die im Haushalt auftreten, sind grün, weiß, seltener schwarz oder gelblich.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Egal, wo Schimmel auftritt: Er ist sofort zu entfernen. Schimmelige Nahrungsmittel sind sofort wegzuwerfen, am besten direkt nach draußen in die Komposttonne, damit sich die Schimmelsporen nicht weiter ausbreiten können.
Schimmel an Wänden oder an der Decke kommt immer von zu hoher Feuchtigkeit. Sollte der Schimmel in der Wohnung noch nicht sichtbar sein, kann er sich aber schon durch muffigen Geruch bemerkbar machen. Sofortiges Handeln ist gefragt.
Jeder Schimmel ist ein Toxin, also giftig. Die Intensität und der Anteil an Allergenen im Pilz unterscheiden sich nach Art und Größe der Ausbreitung. Lebt man längere Zeit über mit Schimmel zusammen, kann es zu gesundheitlichen Schäden kommen. Allergische Reaktionen treten selbst bei Menschen auf, die vorher keine Allergien hatten. Atemwegsbeschwerden, Migräne, Asthmaanfälle, Muskelschmerzen, allergische Reaktionen, tränende Augen sind durchaus übliche Symptome. Im schlimmsten Fall kann ein Schimmelbefall sogar mit dem Tod enden. Doch dies ist überaus selten. Umso wichtiger ist es, Schimmel immer sorgfältig zu bekämpfen.
Schimmel im Mauerwerk
Da Schimmel sich überall dort ansiedelt, wo es feucht ist, bleibt natürlich das Mauerwerk eines Hauses nicht verschont. Wird nicht ausreichend gelüftet und geheizt, kann sich innerhalb der Wohnung schnell Schimmel bilden, der bald tief in den Putz eindringt, wenn man nichts unternimmt.
Schimmel kann auch auftreten, wenn schon beim Bau des Hauses zu feuchte Materialien benutzt wurden. Besonders bei sehr neuen Gebäuden ist Schimmel dann schwierig zu entfernen, da das Mauerwerk schwer zu trocknen ist durch gute Isolation. Das mag paradox klingen, aber wo kaum Feuchtigkeit und Kälte eindringen können, kommt auch keine heraus, womit es zu Staunässe kommen kann.
Typische Anzeichen für Schimmelbefall im Putz sind dunkle Flecken. Auch Stockflecken können ein Hinweis auf Schimmel sein. Dies tritt gern an feuchten Stellen auf. Küche und Bad sind hier meist besonders anfällig. Hinter Schränken und Sofas kann sich Schimmel oft unbemerkt ausbreiten, also sollte auch hier regelmäßig nachgesehen werden oder man sorgt schon bei der Einrichtung für ausreichend Luftzirkulation hinter großen Möbeln.
Ist Schimmel schon deutlich sichtbar, möglicherweise als pelzige Fläche, hat er sich schon tief im Putz festgesetzt. Oberflächliches Abwischen hilft hier nicht mehr. Die Wurzeln bleiben dadurch im Mauerwerk bestehen und der Schimmel wächst schnell wieder nach.
Man entfernt Schimmel vom Putz am besten auf diese Weise:
Ist nur die Tapete befallen, so reicht es, diese ab und an anzuheben und nachzusehen, ob der Schimmel bereits an die Wand gelangt ist. Wenn nicht, so genügt es, den Pilz mit einer Bürste abzufegen und die befallene Stelle mit einem Mittel gegen Schimmel (erhältlich in Supermärkten, Drogerien und Baumärkten) oder auch mit Essig abzuwischen. Dabei ist sehr gründlich vorzugehen und die Stelle muss genauso gründlich wieder getrocknet werden. Diese Prozedur ist alle zwei bis drei Monate sowie bei Bedarf zu wiederholen.
Ist der Schimmel allerdings bereits an die Wand gelangt, muss auf jeden Fall die Tapete entfernt werden. Ist der Schimmel nicht weit vorgedrungen, kann man mit chlorhaltigen Bleichmitteln die Wand noch selbst behandeln. Danach sollte man sie mit einer speziellen Farbe überstreichen, die Schimmel am Neubefall und Wachstum hindert.
Ist der Schimmel schon sehr weit vorgedrungen und tief im Putz, ist ein Fachmann zurate zu ziehen. Zumeist bleibt dann nichts anderes übrig, als den Putz so weit auszuschlagen, wie der Pilz vorgedrungen ist. Wenn das Mauerwerk trocken ist, können lose Teile mit einer Bürste entfernt und das Loch mit einem Schimmelmittel behandelt werden. Danach wird neu verputzt. Bevor neu tapeziert wird, sollte auch hier mit einer Schimmel-Stopp-Farbe gestrichen werden.
Im schlimmsten Fall müssen komplette Wände erneuert werden.
In jedem Fall sollte hierbei bei einer Mietwohnung der Vermieter benachrichtigt werden. Dies muss ohnehin getan werden, da die Verantwortlichkeit für den Befall geklärt werden muss.
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