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Schimmel und Gesundheit - Gefahr und Folgen

Allgemeines über Schimmel und sein Auftreten

Der Schimmel ist wohl der bekannteste Pilz ...



überhaupt. Jeder hat ihn schon einmal gesehen. Denn er kann überall auftreten.

schimmel3_flDer Schimmelpilz hilft beim Zersetzen von feuchten Substanzen.

Das bedeutet: Wo auch immer etwas feucht wird oder fault, fühlt sich der Schimmelpilz wohl. Faules Obst, Käse, feuchtes Obst, nasses Holz; aber auch feuchte Wände oder Decken in Wohnungen sind vor diesem Pilz sicher.

Fallen Schimmelpilzsporen auf passenden Nährboden, so bilden sie Hyphen, eine Art Wurzel, und breitet sich aus. Man erkennt sie typischerweise an den kleinen, pelzigen Kreisen, die wenig später an der betroffenen Stelle auftreten und sich, je nach Qualität der befallenen Substanz, schnell ausbreiten. Schimmel breitet sich dadurch nicht nur an der Oberfläche aus, sondern eben auch in der Tiefe, was ihn so lästig und auch gefährlich macht.

Sind Nahrungsmittel von Schimmel befallen, ist dringend von einem weiteren Verzehr abzuraten. Die Lebensmittel müssen in den Abfall. Ist Obst angeschimmelt, sollte man bei vielen Sorten auch das wegwerfen, was neben dem befallenen Stück gelegen hat. Diese Stücke hatten besonders intensiven Kontakt mit ...



den Schimmelsporen des Nachbarn und sind daher vermutlich auch bereits befallen. Selbst, wenn noch nichts zu sehen ist. Der Schimmelpilz selbst besteht nämlich aus vielen kleinen Fäden, den oben erwähnten Hyphen, welche erst sichtbar werden, wenn es zum einen sehr viele sind und sie zum anderen ihre Sporenkapseln ausbilden, um sich zu verbreiten.

Allergien und mögliche Krankheiten bei Schimmelbefall

Insbesondere diese Sporen sind es auch, die Menschen (und durchaus auch Haustieren) gesundheitliche Schäden verursachen können. Je nach Belastungsgrad kann es zu allergischen Reaktionen, Erkrankungen der Atemwege (wie zum Beispiel Bronchitis, Husten, Atemnot), Kopfschmerzen, Rötungen der Augen, Konzentrationsstörungen und Magen-Darm-Problemen (Blähungen, Durchfälle, Koliken) kommen. Ist ein Mensch über einen sehr langen Zeitraum großen Schimmelbelastungen ausgesetzt, kann es sogar zu Vergiftungen kommen, da die Schimmelsporen Toxine enthalten.

Schimmel, den man essen kann

Schimmel ist übrigens nicht gleich Schimmel. Es gibt Hunderte verschiedene Unterarten dieses Pilzes und tatsächlich sind nicht alle schlecht. Mit einigen Schimmelsorten wird Käse veredelt (der bekannte Camembert zum Beispiel) oder auch Salami. Mit einer anderen Schimmelsorte wird auch Wein veredelt. Im Allgemeinen spricht man bei diesem verzehrbaren Schimmel auch von „Edelfäule“ oder „Edelschimmel“. Das Antibiotikum Penicillin besteht übrigens auch aus einem Schimmelpilz – dem Penicillium chrysogenum. Für Vegetarier gibt es „Quorn“, einen Fleischersatz, der aus dem Myzel einer bestimmten Schimmelsorte hergestellt wird.

Schimmel in der Wohnung und wie man ihn entfernt

Leider gibt es nur wenig „guten“ Schimmel, denn die Hauptaufgabe dieses Pilzes in der Natur ist das Zersetzen von organischem Abfall. Ist ein Haus zum Beispiel durch Feuchtigkeit von Schimmel befallen, ist es oftmals unumgänglich, die betreffenden Stellen komplett zu sanieren. Man erkennt Schimmelbefall in der Wohnung übrigens an dunklen Flecken und muffigem Geruch. Meistens führt Kondenswasser und zu wenig Lüften dazu, dass sich in einer Wohnung Schimmel bildet. Daher ist es wichtig, immer ausgewogen zu heizen und zu lüften. Besonders im Winter wird oftmals mehr Feuchtigkeit von draußen hereingelassen als heraus. Das Stichwort ist hier: Stoßlüften.schimmel2_fl

Menschen, die zu lange in einer verschimmelten Wohnung leben, haben oftmals starke Atemprobleme. Schimmelbefall kann sogar zu Asthmaerscheinungen bei Menschen führen, die vorher keine derartigen Probleme hatten. Allergische Reaktionen wie Husten, Niesen, Hautausschlag, Augenrötungen oder auch Muskelschmerzen sind nicht selten. Schimmel kann sogar Migräne auslösen.

Fällt Schimmel in der Wohnung an, sollte man sich mit dem Vermieter in Verbindung setzen. Wichtig ist, dass der Mieter sich an die Vorgaben zum Lüften und Heizen hält. Dabei ist der Mieter verpflichtet, die Räumlichkeiten zu „Normtemperaturen“ zwischen 18°C und 20°C zu heizen. Nachts muss er nicht heizen, im Urlaub kann er die Heizung herunter regeln. Ebenso muss ein Mieter für ausreichenden Luftaustausch sorgen. Das bedeutet, dass er jeden Tag drei bis vier Mal für ca. 10min die Fenster öffnen muss. Kippen reicht hierbei nicht, da dann nicht genügend Luft hereinkommt. Jedoch muss der Mieter nicht mehr lüften, als ihm zumutbar ist. Liegt also die Schimmelursache nicht beim Mieter, sondern beim Vermieter, ist dieser auch verpflichtet, ihn zu beseitigen. In vielen Fällen muss zu dieser Entscheidung ein Gutachter hinzugezogen werden.

Schimmel wieder loswerden ist keine leichte Aufgabe. Für kleine Stellen gibt es spezielle Anti-Schimmel-Mittel (z.B. von Sagrotan), die zumeist Chloride oder Wasserstoffperoxid enthalten. Auch Bleichmittel eignen sich gut, um die befallenen Stellen zu behandeln, da diese Mittel aggressiv genug sind, den Pilz von der Wurzel auf zu zerstören. Sitzt der Schimmel allerdings bereits zu tief oder gar im Gebälk, kommt man um eine Sanierung nicht herum, denn dann muss das gesamte Material rund erneuert werden.