Rauhfasertapete entfernen
Die Rauhfasertapete gehört, gemessen an den Verkaufszahlen, zu den beliebtesten Wandbekleidungen der Deutschen und zu den unbeliebtesten, wenn es ...darum geht, sie wieder zu entfernen.
Schnell verwandelt sich das vermeintlich simple Unterfangen in eine Sisyphusarbeit, wobei relativ einfache Tipps bereits vieles vereinfachen können.
Rauhfasertapete entfernen leicht gemacht: das wird benötigt
Im Idealfall handelt es sich bei der vorhandenen Tapete um nur eine Lage, die fachgerecht und unter Zuhilfenahme des richtigen Kleisters angebracht wurde. In dem Fall reichen schon wenige Utensilien aus, um relativ unkompliziert die Rauhfasertapete entfernen zu können. Durch Einweichen der Tapete löst sich der Kleister auf, und die Tapete kann abgezogen oder abgeschabt werden. Neben einem Eimer Wasser, der zuvor mit Spülmittel angereichert wurde, wird hierfür eine Nagelrolle benötigt. Diese dient dazu die Tapetenbahnen anzurauen, bzw. mit kleinen Löchern zu versehen, durch die das Spülmittelwasser hindurch zum Kleister dringen kann. Das verkürzt nicht nur den Aufweichprozess an sich, sondern verspricht auch höhere Erfolgschancen. Mit einem Schwamm wird nun, nach vorherigem Abdecken des Bodens durch eine Malerplane, die Tapete großzügig angenässt; reines Anfeuchten reicht selten aus. Hat sich die ...
Tapete mit Wasser vollgesaugt, sie sollte sich beim Befühlen mit der Hand deutlich feucht anfühlen, kann begonnen werden, mit einem Spachtel von den Stoßkanten aus, die Tapete abzulösen. Die Bahnen sollten sich nun im Ganzen, oder zumindest in großen Teilen, abziehen lassen.
Rauhfasertapete entfernen – der Problemfall
In den seltensten Fällen gestaltet sich das Rauhfasertapete entfernen so unproblematisch wie oben beschrieben. Meistens befinden sich unter der zu entfernenden Tapete noch weitere alte Lagen, nicht selten wurde ein zu starker oder zu gehaltreicher Kleister angerührt, die Dispersionsfarbe ist vielleicht zu dick und noch häufiger macht der Unterputz Probleme, indem er beim Rauhfaser entfernen mit abbröckelt, oder durch zu hohe Saugkraft dem aufgeweichten Kleister sofort wieder einen Großteil seines Wassers entzieht. Bei mehreren Lagen Tapete hilft auch der Nadelroller nicht mehr weiter – hier kann ein Cuttermesser (Tapeziermesser) oder jede x-beliebige andere Klinge nützlich sein. Mit ihr wird die Tapete im Kreuzschnitt (X) tief genug eingeritzt, damit das Wasser auch wirklich durch alle Lagen hindurch bis zum Kleister gelangen kann. Derartige Fälle lassen sich meistens nicht mehr in ganzen Bahnen abziehen – die Tapete muss hier unter Zuhilfenahme des Spachtels partiell, teilweise unter großer Anstrengung, abgeschabt werden. Für größere und extrem hartnäckige Fälle empfiehlt es sich hier einen Tapetenschaber zu kaufen, dessen Arbeitsfläche deutlich breiter ausfällt. Durch den längeren Griff fällt auch der zu investierende Kraftaufwand beim Rauhfasertapete entfernen geringer aus.
Profi-Tipps für das Entfernen von Rauhfaser und anderen Tapeten
Der Markt hält eine Vielzahl von Tapetenlösern bereit, die jedoch nicht ausnahmslos unkritisch zu betrachten sind. Besser, und deutlich umweltschonender, ist der Einsatz eines Dampf-Tapetenlösers (wobei oft auch ein handelsüblicher Dampfreiniger reicht). Darüber hinaus war es bis vor einigen Jahren noch üblich, dass insbesondere Farben mit Chemikalien versetzt und dadurch schadstoffbelastet waren. Im Zweifel sollte man sich um einen Mundschutz bemühen, um zu verhindern dass schädliche Staubpartikel, die durch das Ablösen der Tapete und das damit verbundene Aufplatzen der Dispersionsfarbe, in die Luft und dadurch in die Lunge gelangen können. Gelegentlich hat man Glück, und die alte Tapete ist bereits derart in die Jahre gekommen und übermäßig häufig übertapeziert worden, dass sie sich auch gänzlich ohne Einweichen ablösen lassen würde. Dies gilt es an einer gut zugänglichen Stelle (meist neben den Türstöcken oder in Bodennähe unter Profilleisten zu finden) vorab zu testen. Ebenfalls zuvor sollte getestet werden, ob es sich um eine sog. spaltbare Tapete handelt. Spaltbar bedeutet, dass sich eine dritte Papierlage auf der Rückseite der Rauhfasertapete befindet die beim Abziehen kleben bleibt, und für folgende Tapezierarbeiten als Makulatur verwendet werden kann. Sie muss nicht eingeweicht werden.
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