Dämmung innen und außen
Dämmung an Innen- und Außenwänden hat die bauphysikalische Funktion, die drei möglichen Varianten von Wärmeverlust zu unterbinden: - Wärmeleitung (Konduktion) entsteht zwischen physikalischen Körpern vor dem Hintergrund des thermodynamischen Gleichgewichts - die Temperatur benachbarter Körper gleicht sich an.
- Wärmeabtransport (Konvektion) geschieht, wenn ein fester physikalischer Körper von sich verflüchtigenden Stoffen umgeben ist. Dies kann verdunstendes Wasser sein, aber auch Raumluft, welche vom Heizkörper zum Fenster strömt.
- Wärmestrahlung wird von physikalischen Körpern auf Grund ihrer Temperatur abgegeben. Sie wird zum Beispiel bei Fassaden mit dem Wärmeübergangskoeffizienten bestimmt.
Dämmung kann Wärmeverluste niemals vollständig verhindern. Deshalb ist es genau genommen auch falsch, im Bauwesen von Wärmeisolierung und wärmeisolierenden Maßnahmen zu sprechen. Für ein geschlossenes System von Dämmstoffen bzw. Dämmmaterialien an Fassaden werden deshalb Begriffe wie Vollwärmeschutz, Thermohaut und Wärmedämmverbundsystem verwendet. Eine Fassadendämmung besteht im Einzelnen aus den Dämmstoffen, der Armierungsschicht und dem Außenputz.
Modernes Dämmstoffangebot
Die Entwicklung von Dämmstoffen wurde spätestens seit der Ölkrise in den 1970er Jahren verstärkt vorangetrieben und trägt heute beachtliche Früchte: Neben den natürlichen Dämmstoffen wie Holzfaser, Stroh, Kork, Hanf, Flachs, Schilf und weiteren, haben sich zahlreiche synthetische etabliert. Sie haben zum Teil den Vorteil, dass sie preiswerter, beliebig verfügbar und leichter zu verarbeiten sind. Weit verbreitet sind die auf organischer Basis beruhenden Stoffe:
- Polystyrol
- Polyurethan
- Resolharz bzw. Kunstharz
- Mineralwolle
- Mineralschaum bzw. Kalziumsilikat
Dämmungsarten
Da die Dämmstoffe also nicht nur in fester Form, z.B. als Platten, sondern auch in flexibler Gestalt zur Verfügung stehen, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, Dämmungen an Gebäuden vorzunehmen. Im Wesentlichen unterscheidet man:
- Kerndämmung als Bezeichnung für eine Wärmedämmung im Kern eines zweischaligen Mauerwerks, zum Beispiel zwischen einer Schale Ziegelmauer und einer Schale Gasbetonmauer
- Hohlraum- bzw. Hohlwanddämmung als Bezeichnung für eine Wärmedämmung der Hohlräume zwischen den Schalen eines zweischaligen Mauerwerks, zum Beispiel einer Ziegelinnenwand und Ziegelverblendern als Außenwand
- Einblasdämmung als Bezeichnung für eine punktuell eingebrachte Wärmedämmung in Hohlräume zwischen den Schalen eines zweischaligen Mauerwerks oder in Zwischendecken
