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Wärmeisolierung von innen und außen

Mit dem Begriff Wärmeisolierung beschreibt man einen Idealzustand, der unter normalen bauphysikalischen Gegebenheiten nicht zu erreichen ist. Alle bekannten Baustoffe leiten Wärme und können somit einen Wärmeausgleich zwischen Innenräumen und äußerer Umgebung nicht verhindern.

Wärmeverlust mit herkömmlichen Baustoffen

Wie viel Wärme Baustoffe leiten, wird mit dem Wärmeleitwert Gth in Watt je Meter mal Kelvin angegeben. Bei den Grundbaustoffen ergeben sich laut den Angaben bei Wikipedia nur geringfügige Unterschiede:
  • Holz: 0,09 bis 0,19 W / (m x K)
  • Porenbeton: 0,08 bis 0,25 W / (m x K)
  • Glas: 0,76 W / (m x K)
  • Lehm: 0,47 bis 0,93 W / (m x K)
  • Ziegelmauerwerk: 0,5 bis 1,4 W / (m x K)
  • Beton: 2,1 W / (m x K)
Da diese Werte von einer Wärmeisolierung um 0 W / (m x K) noch weit entfernt sind und der Rohstoffmangel bei fossilen Brennstoffen zu einer möglichst sparsamen Wärmeerzeugung zwingt, blüht seit einigen Jahrzehnten die Erforschung und Entwicklung von Dämmstoffen mit annähernd isolierender Wirkung.

Dämmstoffe als annähernde Wärmeisolierer

Moderne Dämmstoffe weisen schon deutlich geringere Wärmeleitwerte als die Grundbaustoffe auf:
  • Polyurethan (PUR-Schaum): 0,024 bis 0,035 W / (m x K)
  • Polystyrol in verschiedenen Formen: 0,03 bis 0,05 W / (m x K)
  • Mineralwolle: 0,032 bis 0,050 W / (m x K)
  • Schaumglas: 0,040 W / (m x K)
  • Polyethylen-Schaumstoffe: 0,034 bis 0,040 W / (m x K)
  • Perlite: 0,040 bis 0,070 W / (m x K)
Eine vielversprechende Neuentdeckung der letzten Jahre sind Vakuum- bzw. Vakuumdämmplatten. Die so genannten VIP bestehen aus einer sehr dichten Hülle und einem Stützkern, der ermöglicht, dass die Platten nicht vom Luftdruck zerpresst werden. Als Material für den Stützkern kommen z. B. Mikrofasern, Kunststoffschäume oder Glaswolle infrage. Außerdem benötigen die Platten einen Hilfsstoff, der dazu beiträgt, das Vakuum aufrechtzuerhalten. Im Neuzustand erreichen die VIP einen Wärmeleitwert von 0,004 bis 0,006 W / (m x K), womit sie der tatsächlichen Wärmeisolierung sehr nahe kommen.

Maßnahmen zur Wärmedämmung

Realistisch ist der Einbau von Vakuumdämmplatten bisher nur kleinflächig, zum Beispiel im Futter von Außentüren. Bis auf Weiteres werden Dämmstoffplatten, -matten oder -schüttungen mit höheren Wärmeleitwerten zur Anwendung kommen, die, mit entsprechender Stärke, zumindest annähernd isolieren. Auf Fassaden bringen schon wenige Zentimeter dicke Polystyrol- oder Polyurethan-Platten deutliche Energieeinsparungen mit sich, sodass sich die Anbringung nach wenigen Jahren rentiert.

Ein großes Potential liegt auch im Innenbereich von Gebäuden, besonders bei Altbauten: Hier sind mit der Innenisolierung von Außenwänden, als Kern-, Hohlraum- oder Einblasdämmung, ähnliche Effekte zu erzielen wie mit einer Sanierung der Fassade. Eine Innenisolierung ist gerade bei Fachwerkhäusern und anderen denkmalgeschützten Bauten eine sinnvolle Alternativlösung. Ergänzende Dämmmaßnahmen können an Geschossdecken, z.B. als Schütt- oder Einblasdämmung, oder im Dachbereich vorgenommen werden.
 
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