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Werkzeug und Maschinen -
G wie Glasschneider
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GlasschneiderGlasschneider ermöglichen ein kontrolliertes Brechen des Glases. Dazu wird durch den Glasschneider die gewünschte Bruchlinie in die Glasoberfläche geritzt. Danach wird das Glas entlang der Schneidlinie über eine Kante gebrochen.
Ganz so einfach, wie oben geschrieben ist es in der Praxis nicht. Einige Punkte sind zu beachten, damit man auch wirklich einen sauberen Glasschnitt an der gewünschten Stelle erhält. Beim Ziehen des Glasschneiders werden gezielt Spannungen im Glas erzeugt. Diese Spannungen reichen bis tief in das Glas hinein, viel weiter als wir es erkennen können. Der sichtbare Ritz ist nicht ausschlaggebend für einen sauberen Schnitt, sondern die durch das Schneiderädchen erzeugten Spannungen zwischen den Glasmolekülen. Diese Spannungen bauen sich langsam wieder ab, daher sollte das Brechen des Glases gleich nach dem Schnitt erfolgen. Ist der Schnitt ´kalt´, das heißt haben sich die Spannungen wieder abgebaut, wird der Bruch des Glases wahrscheinlich nicht mehr entlang der geritzten Bruchlinie verlaufen. Es ist also wichtig einen möglichst großen Druck auf möglich kleine Fläche in einer Linie zu erzeugen, ohne dass das Glas schon beim Ziehen des Glasschneiders bricht. Viel Gefühl und Übung machen hier den Meister.
Je gleichmäßiger der Druck beim Ziehen des Glasschneiders, umso besser das Schnittergebnis. Um das Schneiden zu erleichtern, gibt es für verschiedene Glasstärken verschiedene Schneidrädchen, die sich im sog. Schneidewinkel unterscheiden. Der empfohlene Schneidewinkel für das Schneiderädchen zum Schneiden einer Glasstärke von 2-4 mm beträgt 127°. Für 4-8 mm 140°, für 6-12 mm 150°. Diese sind hier beispielhaft genannt. Es gibt noch wesentlich mehr Einteilungen.
Der Einsatz von Schneidölen ist nicht immer notwendig, es unterstützt aber ein leichtes Brechen des Glases. Das Brechen des Glases kann durch Ziehen, Biegen oder Druck vorgenommen werden. Üblicherweise wird das Brechen über einer Kante vorgenommen. Am günstigsten ist, wenn die Schnittlinie gerade mal über der Kante liegt.
Der Glasschneider besteht aus einem Schaft (Halter) und dem Schneidkopf, in dem das Schneidrädchen eingebracht ist. Das Schneidrädchen ist leicht um seine Achse drehbar und besteht in der Regel aus gehärtetem Stahl.
Es gibt Glasschneider in sehr unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen. Am bekanntesten sind die handelsüblichen Glasschneider mit sechs Rädchen. Diese Glasschneider finden Ihren Einsatz beim Schneiden von Glasstärken 1,5 -4 mm. Der Schneidkopf hat auf einer Seite eine große plane Fläche. Damit ist dieser Glasschneider perfekt zum sauberen und sicheren Führen an einem Lineal, für gerade Schnitte von Fensterglas oder Bilderglas geeignet. Für die unterschiedlichen Glasschnitte gibt es unterschiedliche Glasschneider. Die Art zu Schneiden ist im Wesentlichen jedoch immer gleich. Für nicht mit Hilfe von Lineal oder Schablonen Schnitten ist ein Schieben des Schneiderädchens von Vorteil, da man den Blick auf das Schneiderädchen hat und das freihändige Schneiden besser kontrollieren kann. Hierfür gibt es spezielle Glasschneider. Sie haben eine besondere Form für Schaft und Schneidekopf, und ein besonders kleines Schneiderädchen.
Für spezielle Schnitte, wie den Kreisschnitt, gibt es entsprechende Vorrichtungen, die es ermöglichen, in einem eingestellten Radius den Glasschneider zu führen und am Ausgangspunkt wieder anzukommen. Für den industriellen Einsatz gibt es speziell für die jeweiligen Aufgaben besondere Glasschneider und Glasschneidetechniken.
von Annett Biermann
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