Schmetterling des Jahres 2010 - Schönbär (Callimorpha dominula)

Schmetterling des Jahres 2010 - Schönbär (Callimorpha dominula)

Der Schönbär, eine Nachtfalterart, wurde zum Schmetterling des Jahres 2010 gewählt. Obwohl hauptsächlich nachtaktiv, findet man ihn häufig auch am Tage.

Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Färbung und seiner bärenartigen Behaarung als Raupe. Diese dient auch gleichzeitig als Schutz vor Fressfeinden. Der Schmetterling hat eine Spannweite von etwa fünf Zentimetern.

Ungenießbarer Falter

Der Schönbär ist ein cleverer Falter. Wenn ihm Gefahr durch Vögel droht, zeigt er seine auffallend leuchtenden Hinterflügel. Diese sind auch im Flug gut zu sehen. Mit

ihnen zeigt er an, ungenießbar zu sein. In Ruhestellung tarnt sich der Schönbär. Er legt seine schwarzen Forderflügel mit den gelben und weißen Flecken dachförmig übereinander.

Lebensraum

Schönbären leben in lichten, feuchten Wäldern. Leider werden diese durch intensive Forstwirtschaft und die Trockenlegung
von Kleingewässern immer seltener. Das Abmähen von Wegrändern und Bachufern zerstört zusätzlich die Pflanzen, auf denen seine Raupen leben. Der Schönbär benötigt Teiche, wassergefüllte Gräben und unbegradigte Bäche. Er liebt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die er nur dort findet.

Der Schönbär ist lokal verbreitet. Einige Bundesländer führen ihn schon auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Der Bestand ist in den letzten 30 Jahren stark zurück gegangen.

Im süddeutschen Bergland und in niedrigen Lagen der Alpen sind die Falter stellenweise sehr häufig anzutreffen. Im Norden von Deutschland sind sie ausgesprochen selten.

Die Falter saugen im Sommer Nektar an Disteln, Wasserdost und anderen Blüten. Die Eier werden an Pflanzen wie Brennnessel, Taubnessel, Hahnenfuß oder Himbeere abgelegt. Die Raupen, welche im August schlüpfen, überwintern im Laub und verpuppen sich Ende Mai in der obersten Erd- und Krautschicht. Die Raupen leben anfangs in Gruppen und überwintern auch gemeinsam. Danach werden sie aber zu Einzelgängern.

Der Schutz des Schönbären

Will man den Schönbären schützen, muss die Waldbewirtschaftung naturschonend erfolgen, Hochstauden wie die Brennnessel und die Distel sind zu erhalten und auf Trockenlegungen sollte verzichtet werden.
Nicht nur der Schönbär gilt als bedroht. Bis zu 80 Prozent unserer einheimischen Nachtfalter sind ebenfalls selten geworden und bedroht.