Wildtier des Jahres 2010 - Dachs (Meles meles)

Wildtier des Jahres 2010 - Dachs (Meles meles)

Der Dachs, das Wildtier des Jahres 2010, hatte einst eine große Bedeutung für den Menschen. Dachsfett war als Einreibung z.B. bei Rheumatismus weit verbreitet, Dachsfleisch gehörte auf vielen Speiseplänen dazu und auch der Pelz wurde verarbeitet. Dachshaare wurden für Bürsten und werden bis heute für hochwertige Rasierpinsel genutzt.  Inzwischen ist die Verarbeitung selten geworden. Dachshaare stammen fast ausschließlich aus China, wo Dachse als Delikatesse massenhaft gezüchtet werden.

In den 1970 Jahren wurden bei uns dramatisch viele Dachse getötet. Die behördlich angeordnete Begasung von Rotfuchsbauten dezimierte

die Bestände. Inzwischen hat sich die Population erholt und in einigen Gebieten ist der Dachs wieder recht häufig anzutreffen. Jagdverbände fordern deshalb, dass Dachse ganzjährig geschossen werden dürfen. Sie argumentieren mit der Schädlichkeit des Dachses für das Niederwild, also Rebhühner, Fasane und Hasen. Der Dachs frisst die Gelege und Jungtiere. Das Nachtaktive Tier ist schlecht zu jagen, deshalb wird gefordert, sie nicht nur in der relativ kurzen Jagdsaison töten zu dürfen.

Der Dachs an sich

Der Dachs ist nur etwas
größer als ein Rotfuchs. Er wird ca. 80 bis 90 Zentimeter groß, vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Er ist grau und besitzt die typischen schwarzen Gesichtsstreifen, woran er sofort zu erkennen ist. Der Körperbau ist gedrungen und etwas breiter als der des Fuchses. Gut genährte männliche Dachse bringen 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage, Füchse kommen nur auf 7 Kilogramm.

Dachse sind Allesfresser. Sie verschmähen sowohl Beeren und Früchte nicht, als auch Regenwürmer und Heuschrecken. Für die kalte Jahreszeit müssen sich Dachse eine ordentliche Speckschicht anfressen. Mit ihrer Hilfe kommen sie gut drei Monate ohne Fressen aus. Sie ziehen sich im Winter in ihren Bau zurück, halten dort aber keinen Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe.

Dachse bevorzugen Laub- und Mischwälder. Ab und zu kommen sie auch in Parks und heckenreichen Feldfluren vor. Sie benötigen guten Boden zum Graben ihres Baues. Felsen und sandreiche Gegenden meiden sie. Die Gänge zu ihrem Wohnkessel sind bis zu 5 Meter tief. Sie werden von Generation zu Generation erweitert und bieten auch Platz für Füchse.

Im Februar oder März bringt die Dächsin bis zu fünf Junge zur Welt. Die Jungtiere sind zunächst reinweiß behaart und blind. Sie werden zwei bis vier Monate lang gesäugt.

Zwar ist der Dachs nicht gefährdet, aber wenn es nach vielen Jägern geht, könnte es bald wieder so sein.