Giftige Pflanzen für Kinder

Giftige Pflanzen für Kinder Kinder spielen gerne im Garten - sie sollten die Gefahren von Giftpflanzen kennenKinder sind immer neugierig und wollen die Welt und ihre unmittelbare Umgebung entdecken. Alles was neu oder interessant ist, wird untersucht. In der Natur oder zuhause gibt es jeden Tag viel Neues zu sehen. Vor allem kleinere Kinder stecken bei ihren Erkundungstouren gerne etwas in den Mund oder befühlen und zerpflücken es, daher kann es vorkommen, dass ihr Kind mit einer giftigen Pflanze in Kontakt kommt.

Beispiele

für giftige Pflanzen in der Natur sind Tollkirsche, Schierling, Eibe, Bilsenkraut, Herbstzeitlose oder Engelstrompete. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie als Eltern wissen, wo häufig Giftpflanzen vorkommen, wie sie sie erkennen können und welche Maßnahmen im Vergiftungsfall helfen.

Giftige Pflanzen und Kinder

Viele Eltern sind sich oftmals nicht sicher, ob eine Pflanze, die im Garten wächst, giftig ist. Auch Zimmerpflanzen können giftig sein und bei Verzehr Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Falls ihr Kind eine giftige Beere oder ein Pflanzenteil in den Mund nimmt, wird es schnell wieder ausgespuckt werden, weil die meisten giftigen Pflanzen oder Früchte nicht gut schmecken. Die eingenommenen Mengen an Giftstoffen sind hierbei oft so gering, dass es nur zu kleineren Vergiftungserscheinungen kommt. Allerdings gibt es auch mehrere Garten- und Zimmerpflanzen, die schwere Vergiftungen mit tödlicher Folge verursachen können. Im Folgenden listen wir Beispiele für giftige Pflanzen in Garten und Haus auf:

Giftige Pflanzen im Garten


  1. Goldregen: ist ein Baum mit langen, gelb leuchtenden Blüten. Interessant für Kinder, aber alles an dem Baum ist giftig, vor allem die Samen gewarnt. Nach Verzehr kann eine Vergiftung kann nicht sofort  bemerkt werden, weil sie nach einer halben oder einer Stunde eintritt und sich in Form von Erbrechen,  Leibschmerzen oder Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen sowie Kreislaufversagen äußert.
  2. Roter Fingerhut: alles ist giftig, bereits der Verzehr von zwei kleinen Blättern führt zu sehr schweren Vergiftungen, die purpur-roten und glockenförmigen Blüten sind für Kinder sehr verlockend, aber auch sehr giftig. Wenn etwas von dieser Pflanze verzehrt wird, sind Erbrechen, Sehstörungen, Halluzinationen oder Herzrhythmusstörungen die Folge.
  3. Riesen-Bärenklau: der Saft im Stängel ist gefährliche. Die Pflanze wird bis zu vier Meter hoch und die Berührung mit der Haut kann zu schmerzhaften Verbrennungen ersten oder zweiten Grades führen.
  4. Wenn ein Kind mit der Haut in Kontakt mit dieser Pflanze kommt, müssen die Stellen sofort abgedeckt werden, weil die Verbrennungen durch Sonnenlicht entstehen.
  5. Herbst-Zeitlose: sehr gefährlich und alles an ihr ist giftig, ganz besonders der Samen. Erste Vergiftungserscheinungen äußern sich nach zwei bis sechs Stunden nach Verzehr. Die Folgen sind Schluckbeschwerden, Erbrechen, Brennen im Mund und Durchfall. Wer es sich um eine schwerwiegende Vergiftung handelt, kann es auch zu Herzrasen oder Krampfanfällen mit Todesfolge kommen. Die Pflanze sieht dem Gewürz Bärlauch ähnlich.
  6. Rosskastanie: ist schwach giftig. Der Verzehr der jungen, noch grünen Kastanien führt zu Erbrechen und  Durchfall. Erst wenn die Kastanien reif und schön braun sind, sind sie ungefährlich, Ferner sollte darauf geachtet werden, dass nach Kontakt mit der Rosskastanien die Hände gründlich gewaschen werden.
  7. Schneebeeren: nicht besonders giftig, aber Kinder spielen gerne mit den sogenannten Knall- oder Knackerbse, weil sie mit einem lauten Knall auf dem Boden zerplatzen. Die giftigen Stoffe sind in der weißen Beere enthalten. Übermäßiger Verzehr der Beeren führt zu Erbrechen

    und Leibschmerzen. Manchmal kann sogar der Hautkontakt mit den Beeren bereits Entzündungen auslösen. 
  8. Alpenveilchen besitzen giftige Blätter und Knollen
src="http://www.hausgarten.net/images/2013/alpenveilchen-violett-300-fl.jpg" height="192" width="300" />Tollkirsche: alle Teile der Pflanze sind giftig, vor allem die Wurzeln und der Samen. Kinder dürfen auf keinen Fall die kleinen, schwarzen Beeren essen. Nach Verzehr kommt es bereits zu leichten Vergiftungserscheinungen, die sich in Hautrötung des Gesichts, starkem Durst, erhöhtem Puls und erweiterten Pupillen zeigen können. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu Sehstörungen, Krampfanfällen oder Gleichgewichtsstörungen. Ferner kann eine Vergiftung auch zum Tod führen.
Giftige Zimmerpflanzen
  1. Alpenveilchen: 20 cm hohe Pflanze mit weiß rosa bis roten Blüten und herzförmigen Blättern, giftig sind die Blätter und die Knolle. Nach Verzehr der Knolle können Erbrechen, Übelkeit, Schwindel. Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen auftreten.
  2. Amaryllis: ist stark giftig, vor allem die Zwiebel. Sollte es zu einer Vergiftung kommen, sind Erbrechen, Durchfall, Übelkeit oder starker Schweißausbruch die ersten Folgen. Sollten zwei bis drei Gramm verzehrt werden, kann die Vergiftung zum Tod führen. 
  3. Dieffenbachia: ausdauernde Grünpflanze, stark giftig, vor allem Sprossachse, Blatt und Blattstiel. Wenn Blätter verzehrt werden, sind Brennen, Bläschenbildung im Mund, Anschwellen der Schleimhäute, der Zunge oder der Lippe, Erbrechen und Durchfall die Folge. Im schlimmsten Fall kann eine Vergiftung durch diese Pflanze auch zum Ersticken führen. 
  4. Engelstrompete: immergrüne, krautige Pflanze, sehr giftig. Der Kontakt mit der Pflanze kann zu Herzrasen, trockenen und rissigen Lippen, einer geschwollenen Zunge sowie zu Verwirrtheit, Unruhe, Halluzinationen und komatösen Zuständen führen. Wenn die Pflanze ihre Blüten öffnet, sollte Abstand von der Pflanze genommen werden, weil giftiger Duft verströmt wird. 

Was können Sie bei einer Pflanzen-Vergiftung tun?

Die erste wichtige Reaktion bei Verdacht auf Vergiftung ist der Anruf bei einer Vergiftungszentrale. Dort bekommen Sie kostenfrei und zu jeder Zeit eine individuelle und gute Beratung. Sie können dem oder der Mitarbeiterin der Vergiftungszentrale die Arbeit erleichtern, indem Sie folgende Informationen parat haben:
  • Gewicht und Alter des Kindes 
  • Zeitpunkt der Einnahme
  • Menge
  • Beschreibung der Pflanze
Zusammenfassung und weitere Beispiele für GiftpflanzenVon Engelstrompeten sollten Kinderhände fernbleiben

In der Natur und im Haus kommen einige giftige Pflanzen vor, die für kleinere Kinder gefährlich sind. Daher sollten Sie ihr Kind vor allem in einer unbekannten Natur nicht unbeaufsichtigt spielen lassen. Da kleinere Kinder dazu neigen sich alles Neues in den Mund zu stecken. Bereits bei geringen Mengen einer Giftpflanze kann es zu Vergiftungserscheinungen oder schlimmeren Folgen kommen. Im Notfall sollten Sie unbedingt den Vergiftungsnotruf anrufen und ihrem Kind viel Wasser zu trinken geben oder sogar medizinische Kohle verabreichen.

Die gefährlichsten Pflanzen, die man überall finden kann, sind zum einen der Goldregen und zum anderen die Eibe. Beide üben eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus, da sie eine sehr leuchtende Farbe haben.
  • Bei der Eibe sind vor allem die Beeren sehr gefährlich, da Kinder sie für süße Beeren halten und sie essen. Bei der Eibe zeigen sich Vergiftungen recht schnell, im schlimmsten Fall tritt der Tod bereits nach ca. 1,5 Std. ein.
  • Beim Goldregen ist es besonders gefährlich, wenn Kinder an den Blüten saugen, weil sie glauben, Nektar zu bekommen. Die giftigen Samen werden dabei mit aufgenommen. Hier reichen schon ein paar Samen, zudem kommt es bereits nach wenigen Minuten zu Vergiftungserscheinungen. Allerdings sind Vergiftungen mit tödlichem Ausgang beim Goldregen eher selten.
Zwei weitere, sehr giftige Pflanzen für Kinder sind der Stechapfel und die Stechpalme:
  • Da Teile des Stechapfels sehr verlockend riechen und gut schmecken, besteht die Gefahr, dass Kinder die giftigen Samen essen. Hier reicht jedoch schon eine sehr geringe Samenanzahl, um zum Tode zu führen.
  • Bei der Stechpalme locken wiederum die roten Beeren. Beim Verzehr kann es sehr schnell zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, auch Herz- und Kreislaufschäden sind wahrscheinlich.
Vorsicht: Oleander verfügt über giftigen PflanzensaftDoch nicht nur diese Bäume und Sträucher bergen Gefahren für Kinder, sondern auch viele Pflanzen aus den Ziergärten enthalten diverse gefährliche Giftstoffe: Der Schneeball oder auch der Oleander sind nur zwei der Zierhölzer, die man in vielen Gärten antrifft.
  • Beim Schneeball sind die Beeren giftig, allerdings nur in unreifem Zustand. Werden die Beeren unreif gegessen, können sie zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.
  • Der Oleander kann auf vielfältige Weise zu Vergiftungen führen. Oftmals reicht schon das Berühren der Pflanze, um Hautreizungen auszulösen. Der Pflanzensaft sollte nicht mit der Haut von Kindern in Berührung kommen, darüber hinaus sind die Blätter, Blüten und Stängel giftig. Bei einer Vergiftung wird das Herz-Kreislaufsystem so geschwächt, dass die Vergiftung sogar zum Tod führen kann.
Um die Gefahr einer Vergiftung durch giftige Pflanzen für Kinder so weit es geht auszuschließen, sollte man zum einen gefährliche Pflanzen nicht in der näheren Umgebung von Kindern anpflanzen. Da dies jedoch nicht immer eingehalten werden kann, müssen Kinder immer auf die Gefahr einer Vergiftung hingewiesen werden. Wenn Kinder generell nichts von Bäumen und Sträuchern essen, ist die Gefahr minimiert. Vorsicht ist jedoch bei kleinen Kindern geboten, da diese generell alles mit dem Mund ausprobieren.