Ritterzelt selber bauen
Ob für den eigenen Garten oder den Waldrand hinter dem Haus: Ein Ritterzelt ist die Erfüllung manchen Kindertraumes. Hier kann eine Menge Geld ausgegeben werden, wenn das Zelt gekauft wird. Da der Aufbau in der Regel aber selbst vorgenommen werden muss, ist es nicht viel schwerer, das Zelt ...gleich in Eigenarbeit zu bauen. So fallen nur die Kosten für das Material an; zudem muss sich niemand mit vorgefertigten Lösungen zufriedengeben, sondern hat die Möglichkeit, Umbauten oder besondere Konstruktionen selbst vorzunehmen.
Außerdem kann die ganze Familie einmal zusammen ein Projekt planen: Die Mama übernimmt das Nähen, der Vater ist Bauaufsicht und Handlanger in einem, die Kinder aufgeregte kleine Profis, die ihre Wünsche mit einbringen können, sofern diese verwirklicht werden können.
Ein Zelt, das groß genug für die Abenteuer einer Familie ist, kostet etwa 250 Euro, sofern gutes Material gekauft wird und für Näharbeiten nicht extra bezahlt werden muss. Hier sind Holz und Metall, Zeltplane, Leder und alle Gewindeschrauben und sonstigen Befestigungsmaterialien mit einberechnet.
Das Grundgerüst für ...
das Ritterzelt
Es gibt zwei Materialien, aus denen das Grundgerüst für ein Ritterzelt gebaut werden kann. Dies ist zum einen Holz, das günstiger und leichter zu verarbeiten ist, als die zweite Option: Stahl. Holz hat allerdings den Nachteil, nicht so stabil zu sein, wie Stahl – und nicht so haltbar.
Wer also ein Ritterzelt für viele Jahre aufbauen möchte, wählt Stahl, da es einfach Stürmen besser trotzt und selbst in unbehandelter Form deutlich länger hält, zudem nicht verbiegt oder unter der Last einer schweren Zeltplane bersten kann. Stahl kann an den wichtigen Punkten verschweißt werden, während für Holz nur Schrauben zur Verfügung stehen, die selbst in Verbindung mit Eisenwinkeln deutlich eher nachgeben.
Eine Möglichkeit wäre es auch, die Eckpunkte aus Stahl zu fertigen und die Zeltstangen aus Holz zu ergänzen. Verzinkte Vierkantrohre aus Stahl, die innen hohl sind, lassen sich mit Flex und Schweißgerät zu idealen Halterungen verbinden, in die dann Holzlatten gesteckt werden, um das Grundgerüst des Zeltes zu bilden – die Plane wird dann darüber geworfen.
Besonders, wenn das Ritterzelt für den Besuch einiger Ritterfeste und ähnlicher Veranstaltungen immer wieder auf- und abgebaut werden muss, eignet sich die letztere Variante für einen einfacheren Transport und leichteres beziehungsweise schnelleres Verstauen und Aufbauen des traditionellen Schlafplatzes. Die Zeltstäbe sollten aus einem Hartholz, wie etwa Buche, gefertigt werden.
Die Zeltplane: Sorgfalt für sicheren Witterungsschutz
Die imprägnierte Zeltplane kann per Quadratmeter gekauft werden. Es ist nicht schlimm, wenn eine zusätzliche Naht angebracht werden muss, weil eine Zeltwand gestückelt werden muss. Der laufende Meter imprägnierte Zeltplane kostet zwischen sieben und zehn Euro, je nach Qualität.
Für ein Vier-Personen Zelt benötigt die Familie etwa 35 bis 40 Quadratmeter Plane, davon abhängig, ob auch ein Vorzelt angebracht werden soll. Unbedingt muss bei jedem einzeln zugeschnittenen Teil der Plane vor dem Zusammennähen berücksichtigt werden, dass für die Naht einige Zentimeter zugegeben werden müssen. Nur doppelte Kappnähte vermeiden, dass bei anhaltendem Regen Wasser durch die Nähte dringen kann. Für diese Nähte ist allerdings auch mehr Plane an den Außennähten erforderlich.
Die Grundfläche vom Zelt kann viereckig, sechseckig oder sogar acht- und zwölfeckig gestaltet werden. Dementsprechend hoch ist die Zahl der Seitenwände und Dach-Dreiecke. Letztere müssen an den schrägen Seiten gerundet geschnitten werden, damit sie sich dann über dem Zeltgerüst besser spannen.
Die Seitenteile dürfen länger sein, als das Zelt bis zur unteren Dachkante hoch ist; was überlappt, wird nicht vernäht und ist ein Teil vom Wasserschutz für den Boden. Ein starkes, imprägniertes Leder, das an der Dachspitze verarbeitet wird, entlastet das Dach bei Wind und Regen. Wird die Plane über der Zeltspitze angebracht, empfiehlt es sich, die Kanten zu verdecken, damit die Plane nicht reißt.
Hier reicht ein aufgeschlitzter Tennisball als Schutz. Nun fehlen noch Klettbänder oder Lederriemen, befestigt an der Innenseite der Zeltplane. Damit befestigt man sie an den Zeltstangen, schließt die Türe und sorgt für sichere Stabilität.
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