Komposthaufen bauen und anlegen

Kompost aus KunststoffDer Kompost wird nicht umsonst als das Gold des Gärtners bezeichnet. Er trägt maßgeblich zur Bodenverbesserung aller Bodenarten bei, versorgt Gemüse- und Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und steht rund ums Jahr kostenlos zur Verfügung. Ein frisch aufgesetzter Kompost liefert je nach Zusammensetzung nach neun Monaten bis einem Jahr wertvolle Komposterde, im Thermokomposter verläuft der Verrottungsprozess noch schneller.

Der beste Standort für den Kompost

Der Kompost kann wahlweise in einer entlegenen Gartenecke völlig unauffällig oder ganz praktisch direkt neben dem Gemüsegarten aufgebaut werden. Wichtig

ist, dass er nicht in der vollen Sonne steht, sondern besser etwas schattig. Ein Kompost, der zu sonnig steht, trocknet schnell aus, die Rotte wird gehemmt. Ideal ist ein Platz unter einem Baum, welcher das Sonnenlicht filtert, aber dennoch den Regen durchlässt.

Komposthaufen bauen – von ganz einfach bis dauerhaft

Komposthaufen lassen sich auf vielfältige Weise anlegen. Am einfachsten ist das Aufschichten der Garten- und Küchenabfälle auf einem einfachen Haufen. Sehr ästhetisch wirkt das jedoch nicht. Besser ist es, den Kompost in sogenannten Mieten anzulegen. Im Baumarkt werden einfache Mieten aus Holz zu günstigen Preisen angeboten. Wer handwerklich begabt ist, kann sich diese aus ein paar Dachlatten und Brettern auch selbst zusammenzimmern.

Kompost-AbfälleEine weiteren einfache und kostengünstige Variante ist das Aufstellen von Kompostmieten aus Maschendraht, der mit Hilfe von in den Boden getriebenen Eisenstangen eine eckige oder runde Form erhält. Der Kompost auf Lebenszeit wird aus Klinker- oder Ziegelsteinen gemauert, wobei die erste Steinreihe in ein Fundament aus Beton gesetzt wird. Dort, wo dem Kompost viel Platz eingeräumt wird, bietet sich auch eine Umrandung aus langlebigen Betonringen an. Diese können mit Reifkompost gefüllt und mit Kürbissen oder anderen rankenden Gewächsen bepflanzt werden. Die Pflanzen bieten mit ihren Blättern eine schützende Hülle, ohne dem Kompost selbst wichtige Nährstoffe zu entziehen. Besonders schnell funktioniert die Kompostierung in einem geschlossenen Thermokomposter. Dieser trocknet je nach eingefülltem Material recht schnell aus, weshalb hier regelmäßige Kontrollen und Wassergaben notwendig sind, um den Rotteprozess in Gang zu halten.

Geeignete Materialien für den Kompost

Auf den Komposthaufen gegeben werden fast alle pflanzlichen Abfälle aus dem Garten, außerdem Küchenabfälle pflanzlichen Ursprungs, Holzreste, Rinde, Stroh, Holzasche, Kaffeefilter, Teebeutel, Eierschalen, Karton, Zeitung, Hühnermist, der Inhalt des Hasen- oder Meerschweinchenstalls, sofern hierfür natürliche Einstreu verwendet wird. Um den Kompost im Bedarfsfall zu befeuchten, muss nicht unbedingt frisches Leitungswasser verwendet werden. Grauwasser aus dem Haushalt wie das Wasser des letzten Spülgangs der Waschmaschine oder
das Wasser vom Geschirrspülen tut es auch.

Weitere Zutaten für den Kompost – bitte nur sparsam verwenden

Einige Materialien dürfen zwar auf den Kompost, allerdings nicht in großen Mengen. Das gilt zum Beispiel für die Schalen von Zitrusfrüchten, die häufig gespritzt sind sowie gekaufte Schnittblumen, die meist ebenfalls mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Beim Thema Essenreste scheiden sich die Geister. Im geschlossenen Thermokomposter stellt dies sicherlich kein Problem dar, in offenen Kompostmieten werden dadurch Schädlinge wie Ratten angelockt.

Ungeeignet für den Komposthaufen

Nicht auf den Kompost gehören Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke sowie samentragende Unkräuter. Es sei denn, der Gärtner jätet gern.

Ebenfalls nicht geeignet sind kranke Pflanzen oder Pflanzenteile, die mit Pilzerkrankungen wie Mehltau, Sternrußtau oder Rost oder Teile von Gemüsepflanzen, die mit Spross-, Wurzel- und Fruchtfäuleerregern behaftet oder mit Kohlhernie befallen sind. Diese Pflanzen sollten besser in der Biotonne oder über den Hausmüll entsorgt werden. Weitere ungeeignete Materialien sind:
  • Holzabfälle von behandeltem Holz
  • Brikettasche
  • Katzenstreu und Katzenkot (Wurmbefall!)
  • Kunststoff, Glas und Porzellan
  • Babywindeln
Was sonst noch wichtig ist

Um eine zügige Verrottung zu gewährleisten, muss der Kompost ausreichend belüftet sein. Dazu gehört das regelmäßige Umschichten. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, mehrere Kompostmieten zur Verfügung zu haben. Ideal sind drei Mieten: Eine für den frisch angesetzten Kompost, eine für den umgeschichteten Kompost und eine für die fertige Komposterde zur direkten Entnahme. Beim ersten Aufsetzen wird die unterste Schicht des Komposters mit grobem Schnittgut gefüllt. Das sorgt zum einen für gute Belüftung und zum anderen dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann. Anschließend werden im Wechsel grobe und feine Materialien eingefüllt. Ist der Kompost zu feucht, wird Steinmehl eingestreut, ist er zu trocken, sind einige Kannen Wasser hilfreich. Je kleiner die Materialien für den Kompost sind, umso zügiger schreitet die Rotte voran. Ein Häcksler für grobes Schnittgut und Pflanzenteile aus dem Gemüsegarten erweist sich hier als guter Freund des Gärtners.

Komposthaufen - Bauanleitung
  1. Bringen Sie zuerst eine Lage aus Ästen und Zweigen aus. Sie verbessert die Durchlüftung und Dränage.
  2. Geben Sie darüber eine Schicht aus bereits gut zersetztem Material, um den Rotteprozess anzuregen.
  3. Nun folgt die dritte Schicht aus gemischten garten- und Küchenabfällen. Sie sollte etwa 30 cm dick sein.
  4. Schichten Sie abwechselnd feuchtes (Küchenabfälle, Rasenschnitt) und trockenes Material (Zweige, Häcksel).
  5. Wässern Sie bei Trockenheit. Wenn sich der Haufen erwärmt, verdunstet Feuchtigkeit, was die Rotte beeinträchtigt.
  6. Geben Sie nicht zu viel Rasenschnitt auf einmal auf den Kompost, sondern vermischen Sie ihn mit gröberem Material.
  7. Mist, Beinwellblätter oder Brennnesseljauche zwischen den schichten regen den Rotteprozess an.
  8. Eine Abdeckung verhindert Austrocknen bei Hitze oder Vernässen oder Auswaschen von Nährstoffen bei Regen.
Hinweis

Beim kompostieren werden Pflanzenreste in dunklen, feinkrümligen Humus verwandelt. In einem gut aufgesetzten und gemischten Komposthaufen steigt anfangs die Temperatur im Kern durch die Aktivität der Mikroorganismen auf 50 - 60 °C.

Der Kompost ist reif, wenn er dunkelbraun und feinkrümlig ist und leicht und angenehm nach Walderde duftet. Aus 10 kg Pflanzenabfällen entsteht innerhalb von 6 - 12 Monaten etwa 1 kg Kompost. Arbeiten Sie den Kompost im Garten flach ein. Er dient zugleich als Bodenverbesserungs- und langsam wirkendes Düngemittel.