Kompostierung - so gehts!

Kompostieren - dauert, ist aber einfachWer sich für eine Kompostierung der Gartenabfälle entscheidet, muss zunächst ein geeignetes Gefäß finden. In den Gartencentern und Baumärkten findet man spezielle Schnellkompostierer aus Metall und Kunststoff. Optisch sehr schön sieht auch ein Kompostierer aus Holz aus.

Gute Kompostierung ist keine Wissenschaft

Damit Kleinlebewesen einen schnellen Zugang zum Kompost finden, sollte das Gefäß bzw. der Behälter keinen Boden haben. Grundsätzlich können nicht nur Gartenabfälle, sondern auch Küchenabfälle auf dem Kompost landen. Zu verzichten ist allerdings auf samentragendes

Unkraut und auf Pilze, damit sich diese nicht weiter im Garten verbreiten können.

Besonders wichtig ist es, die Abfälle möglichst gut zu schichten. Abwechselnd werden trockene und feuchte Bestandteile auf den Kompost aufgebracht. Klumpiger Rasenschnitt sollte beispielsweise mit Laub oder Häckselgut vermischt werden. Häckselgut  kann man bereits im Herbst herstellen und für die Kompostierung aufbewahren. Als letzte Schicht des Komposts dient Erde.

Eine gute Schichtung sorgt dafür, dass der Kompost anfängt zu arbeiten. Die Wandlung ist mit einer Erwärmung verbunden und dauert in etwa ein Jahr. Der Vorgang kann unter bestimmten Umständen etwas beschleunigt werden, indem man den Kompost nach ein paar Monaten umschichtet. Durch das Umschichten wird ihm Luft zugeführt und er wird neu gemischt. Im Handel erhält man zudem eine Vielzahl an Kompostier - Beschleuniger, beispielsweise in Form eines Pulvers. Viele Experten empfehlen auch die Zugabe einer Hand voll Tonmehl.

Ist der Kompostiervorgang beendet, so erhält man ein Substrat, welches wertvolle Nährstoffe enthält. Diese Nährstoffe können dem Boden nun zurückgegeben werden, indem man den Kompost auf den Beeten verteilt. Der Kreislauf wird so wieder geschlossen.

Bei der Standortwahl sollte man darauf achten, dass der Komposthaufen einigermaßen geschützt steht. Ein Platz in der prallen Sonne, würde in den Sommermonaten schnell zur Austrocknung führen, die vermieden werden sollte.

Grundlagen der Kompostierung im Garten

Besonders naturnah handeln Gärtner, die organische Abfälle recyceln - mit Hilfe von Kompostierung im eigenen Garten. Ein Kompostplatz ist ein wahrer Jungbrunnen, denn in ihm verwandeln sich Blätter, Küchenabfälle, Rasenschnitt, Zweige und was sonst noch biologisch abbaubar ist, in wertvollen Humus, der nicht nur ein ausgezeichneter Dünger im engeren Sinn ist, sondern auch andere gute Auswirkungen auf den Organismus Boden und die in ihm wurzelnden Pflanzen hat.

Kompostierung stellt aber nicht nur eine ökologische, sondern auch eine besonders wirtschaftliche Lösung dar, denn in den meisten gemeinden werden Eigenkompostierer durch geringere Müllabfuhrgebühren belohnt.

Neben dem Wissen um die geeigneten Rohstoffe ist ein wenig angewandte Biochemie vonnöten, wenn die Kompostierung gelingen soll. Beim Kompostieren werden hochmolekulare (pflanzliche) Stoffe unter Anwesenheit von Luftsauerstoff in niedermolekulare Verbindungen abgebaut. Dabei entstehen Wärme, Wasser, lösliche salze und Kohlendioxid. Für die Hauptabbauleistung sind Bakterien verantwortlich, daneben Strahlenpilze und Echte Pilze. Ein teil der toten organischen Substanz endet als Nähr- und Dauerhumus. Ein anderer Teil wird als Bakterien- und Pilzmasse
lebendig, denn die Organismen vermehren sich während der Kompostbildung. Im fertigen Kompost ist die biologische Aktivität dann wieder geringer.

Leicht abbaubar sind Zucker, stärke, Eiweiß und Fette, mittlere Abbauraten weist die in

allen Pflanzen enthaltene Zellulose auf, und schwer bis nicht abbaubar sind Lignin, ein Holzbestandteil, sowie Wachse. Einfluss auf die Abbaubarkeit hat auch die Größe der in den Kompost eingebrachten Partikel, denn der Angriff der Mikroorganismen findet nur an der Oberfläche statt. Es kommt daher darauf an, für richtige Mischung, Zerkleinerung und ausreichende Durchlüftung einer Kompostmiete zu sorgen, denn Sauerstoffmangel bedeutet Fäulnisprozesse mit der Entwicklung unangenehmer Gerüche. Wasser ist zwar für die Bakterien lebensnotwendig, es darf aber die feinen Räume zwischen den Kompostbestanteilen, nicht völlig ausfüllen, sonst verhindert es den Luftzutritt. Dichte Lagen von frischem Rasenschnitt faulen daher, nachdem sich die grüne Masse zuvor hoch erwärmt hat, denn ihr Hauptanteil macht Holz mit dem nur zersetzbaren Lignin aus.

Ein zur Kompostierung von Gartenabfällen geschaffener Komposthaufen wird zweckmäßigerweise möglichst abwechslungsreich und luftig aufgeschichtet. Praktisch ist die Anlage einer trapezförmigen Miete, die an der Basis ungefähr 1,5m breit ist und nach Erreichen einer Höhe von 1m noch eine Breite von 80cm aufweist. Zum gewachsenen Boden hin muss die Miete offen sein, um überschüssiges Wasser abzuleiten. Oben kann mittig eine leichte Mulde angelegt werden, so dass in heißen Sommern auch eine zusätzliche Befeuchtung mit der Gießkanne möglich ist. Feingeschnittene Zweige als Unterlage und im Kern der Miete sorgen für ausreichend Luft.

Neben der Miete sind einfache, lose verlegte Gehwegplatten praktisch. Sie verhindern unerwünschten Pflanzenbewuchs und ermöglichen das Erreichen auch nach ausgiebigen Regenfällen. Nachdem die Miete am Kopfende ihre Endhöhe erreicht hat, wird der Kompost in Längsrichtung weiter aufgeschichtet. Beim Aufschichten sollten immer wieder dünne Lagen Erde eingebaut werden. Auch das wichtige Strukturmaterial, zerkleinerte oder geschredderte Zweige oder Stroh, hält man auf Vorrat. Es wird dann in kleinen Portionen eingestreut, während auf handelsübliche Zusatzstoffe wie Kompoststarter oder Kompostwürmer verzichtet werden kann. Wenn die Miete aufgefüllt ist, wird parallel zur ersten eine zweite begonnen.

Fünf wertvolle Tipps zur erfolgreichen Kompostierung

1. Zwei- Kammern- System
Meist werden Abfälle zunächst achtlos auf den Kompost geworfen. Um die Rotte in Gang zu bringen, sollte man sie schon beim Einfüllen zerkleinern, gut vermischen und aufschichten.

Wer es besonders gut machen will, der setzt den Kompost nach einigen Wochen um, so dass außen liegendes Material nach innen gelangt. Zu diesem Zweck erweist es sich als vorteilhaft, wenn man für die verschiedenen Stadien zumindest über zwei Kammern verfügt.

2. Zusätze fördern die Rotte
Um eine einseitige Materialzusammensetzung oder Mängel auszugleichen, kann man Hilfsstoffe zusetzen. Stickstoffdünger fördern die Verrottung holziger Materialien. Bei sauren Ausgangssubstanzen, zum Beispiel stark Gerbsäure haltigem Laub, kommt Kalk zum Einsatz. Gesteinsmehle verbessern die Krümelstruktur. Auch die häufig angebotenen Kompoststarter erfüllen ihren Zweck. Wichtiger für den Erfolg ist es allerdings, eine ausgewogene Materialmischung zusammenzubringen.

3. Eine Abdeckung kann helfen
Eine Abdeckung hat mehrer Vorteile, Liegt der Kompostplatz in der Sonne, so verzögert sie die Verdunstung und somit das Austrocknen. Liegt er im schatten, so leitet sie die Niederschläge ab und schützt vor Vernässung. Im Winter hält die Abdeckung den Kompost etwas wärmer, so dass die Rotte bei tiefen Temperaturen weiter läuft. Und im Sommer kann sie den Zuflug von Unkrautsamen unterbinden. Ein geeignetes Material ist ein einfaches Gemüsevlies aus dem Gartenfachhandel das wie ein Bettlaken über den offenen Komposter gestülpt wird.

4. Ausreichend feucht halten
Die Rotteorganismen im Komposter sind auf Feuchtigkeit angewiesen, damit sie ihre Arbeit verrichten können. Deshalb lohnt es sich, in niederschlagsarmen Zeiten mit einer Gießkanne dafür zu sorgen, dass der Kompost nicht austrocknet. Zu viel darf es allerdings auch nicht sein, weil sonst die Kompostzutaten verfaulen anstatt zu verrotten. Das Ergebnis ist kein fruchtbarer Humus, sondern eine übel riechende Masse, die pflanzenschädliche Giftstoffe mit sich führt und Schädlinge anlockt.

5. Zerkleinern und vermischen
Das fachgerechte Vermischen des Materials ist eine einfache Tätigkeit, aber sie wirkt sich entscheidend auf den Erfolg der Kompostierung aus. Denn nur in einer günstigen Mischung aus trocknen und feuchten, aus feineren und gröberen sowie aus nährstoffarmen und nährstoffreichen Bestandteilen finden die Rotteorganismen ausreichend Sauerstoff und die optimalen Lebensbedingungen. Je kleiner die Angriffsfläche für die Rotteorganismen. Äste und Stängel werden gerne als Unterlage eingebracht, damit auch von unten Luft an das Material herankommt.