Kompostwürmer - Nutzen, Kaufen und Überwintern

Kompost lässt sich mit Kompostwürmern aufbessern und effizienter erzeugen
Kompostwürmer sind echte Recyclinganlagen, denn sie verwerten die Kompostabfälle und produzieren daraus fruchtbare Erde mit einem hohen Humusgehalt. Die Zersetzung des organischen Materials läuft dabei je nach Art in unterschiedlichen Geschwindigkeiten ab. Solche Würmer finden sich natürlicherweise in jedem gut durchmischten Kompost.

Viele Gärtner, die den Zersetzungsprozess zusätzlich beschleunigen möchten, setzen ihrem Kompost gekaufte Würmer bei.

Arten

Unter der Bezeichnung Eisenia foetida ist der eigentliche Kompostwurm bekannt, der bevorzugt bei

der Kompostierung eingesetzt wird. Sie sind an ihrer weinroten Farbe erkennbar und haben die für Ringelwürmer typische gestreifte Struktur. Sie haben im ausgewachsenen Zustand eine Länge von 7 bis 11 cm. Ihr durchschnittliches Alter beträgt 2 bis 4 Jahre. Ursprünglich fasste der Begriff zwei Arten zusammen, die sehr eng miteinander verwandt sind. Allerdings wurden in der jüngeren Zeit verschiedene Merkmalsausprägungen unter Würmern, die zu dieser Art zählten, festgestellt. Zu den Merkmalen zählen eine andere Körperflüssigkeit, eine höhere Wachstums- und Vermehrungsrate, sowie eine größere Hitzetoleranz. Würmer, die zu dieser Unterart zählen, werden unter dem Begriff Eisenia andrei zusammengefasst. Jedoch können beide Arten gut für den Einsatz im Kompost verwendet werden. Sie zeichnen sich durch eine viel größere Toleranz gegenüber Hitze aus, als der eigentliche Regenwurm. Das betrifft zum einen die Sommerhitze, aber auch die Wärme, die im Kompost selbst herrscht.

Das hat zur Folge, dass die Würmer schneller wachsen und auch die Vermehrung schneller vollzogen werden kann. In einem Jahr können sie bis zu 1.000 Nachkommen erzeugen. Damit nutzen sie die Hitze in der Komposterde optimal aus. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Arten, die in der Zersetzung der Komposterde Verwendung finden. Diese Würmer sind allerdings weniger in den mitteleuropäischen Breiten verbreitet.

Lebensweise und Nutzen

Die Würmer haben eine andere Lebensweise, als die im Boden lebenden Regenwürmer. Kompostwürmer sind in der oberen Bodenschicht verbreitet, die sich aus organischem Material zusammensetzt. Daher sind sie optimal für den Einsatz im Kompost geeignet, denn sie graben keine tiefen Gänge in die Erde und zersetzen nur die obere organische Schicht. Auch im Wald leben die Tiere in der obersten Schicht, die auch Waldstreu genannt wird. Sie besteht aus abgestorbenen Pflanzenteilen und zeichnet sich durch eine relativ hohe Feuchtigkeit aus. Ihre optimale Aktivität ist bei einer Temperatur von 25 °C erreicht. Auch im Winter können sie die Umsetzungsprozesse beibehalten, denn hier herrschen im Kern der Komposterde Temperaturen von 15 °C. Der Kompostwurm ist ein Meister in der Verwertung von pflanzlichen Abfällen. Geeignet sind dabei folgende organische Abfälle:
  • Reste von Gemüse und gekochtem Essen, außer Fleisch
  • Eierschalen und altes Brot
  • Mäuse- und Hamsterkot.
Kompostwürmer sollte man im Fachhandel kaufenUngeeignet sind dagegen solche Abfälle:
  • Milchprodukte, sowie Fette, Fleisch und Knochen
  • Reste von Zitrusfrüchten und giftigen Pflanzen
  • Katzen- und Hundekot
Wichtig ist, dass die Abfälle gut durchmischt sind. Nur so kann der Wurm die Abfälle in seinem Darmtrakt verwerten und fruchtbaren Humus produzieren. Die Kompostwürmer
kommen zwar natürlicherweise in einem Kompost vor, jedoch hängt die Verbreitung der Tiere von der Zusammensetzung und dem Stadium der Verrottung ab. Ein gut

durchmischter Kompost, der sich bereits in der ersten Zersetzungphase befindet, ist auch mit Kompostwürmern angereichert.

Kaufen

Um der Natur auf die Sprünge zu helfen, können aber auch Kompostwürmer über einen Onlineshop gekauft werden. Hier werden die Würmer in unterschiedlichen Mengen angeboten und gut verpackt versendet. Die Sendung erfolgt in einem belüfteten Behälter, der mit Erde ausgestattet wird. Damit werden die Tiere unbeschadet transportiert. Jedoch sollten die Würmer nach dem Erhalt direkt aus dem Transportbehälter genommen werden. So kann verhindert werden, dass ein Sauerstoffmangel entsteht. Dieser würde die Qualität der Ware negativ beeinflussen. Die Größen der Würmer können dabei unterschiedlich sein, was an dem unterschiedlichen Alter der Tiere liegt. Sowohl adulte, als auch Jungtiere und Kokons können in der Erde leben. Auch die Zusammensetzung der beiden Arten kann teilweise variieren, da sie sich oftmals nur schwer voneinander unterscheiden.

Überwintern

Kompostwürmer benötigen eine Mindesttemperatur von 15 °C, damit sie ihre Körperfunktionen beibehalten können. Sinkt die Temperatur unter 10° Celsius, verlangsamt sich ihre Aktivität. Das ist unter anderem an ihrer Bewegung zu erkennen, die bei diesen Temperaturen sehr langsam ist. Im Haus besteht für die Tiere keine Gefahr zu erfrieren. Wenn die Tiere in Wurmkisten gehalten werden, dann empfiehlt es sich, die Kiste im Winter an einen frostfreien Ort zu stellen. Dazu kann ein Schuppen oder die Garage verwendet werden. Tipp: Spezielle Matten sorgen dafür, dass der Frost nicht in das Innere eindringt. Diese sind atmungsaktiv und können einfach um die Kiste gelegt werden. Leben die Tiere im Kompost, dann überwintern sie im mittleren Kern der Komposterde. Hier entsteht genügend Wärme, die durch Zersetzungsprozesse und die Bewegungen der Würmer entsteht. Dadurch wird verhindert, dass die Würmer im Winter erfrieren.

Häufig gestellte Fragen
  • Steht auch normale Erde auf dem Speiseplan der Kompostwürmer? - Studien haben gezeigt, dass die Würmer auch mineralische Erde fressen und zersetzen. Allerdings bevorzugen sie den Teil der Erde, der mit organischem Material angereichert ist. Aus diesem Grund werden die Kompostwürmer auch zu Zwecken der Dekontamination von mineralischer Erde eingesetzt.
  • Wie lange dauert der Zersetzungsprozess der Abfälle? - Ausgewachsene Kompostwürmer benötigen zur vollständigen Zersetzung von organischem Material etwa 3 bis 4 Stunden. Liegt die Temperatur im Kompost bei 25 °C, dann kann ein erwachsenes Tier das Material in 2,5 Stunden zersetzen. Bei Jungtieren liegt die Dauer etwas höher. Sie brauchen eine Zeit von 11 bis 13 Stunden.
  • Wie funktioniert die Fortpflanzung? - Kompostwürmer sind zwittrige Wesen. Sie haben sowohl weibliche, als auch männliche Geschlechtsorgane. Bei der Paarung kommen die Geschlechtsorgane beider Partner wechselseitig in Kontakt. Dadurch wird jeder Wurm von dem Partner befruchtet. Die Geschlechtsorgane liegen in dem verdickten Ring, der sich nach der Befruchtung abstreift und einen Kokon bildet.
  • Was fressen die Würmer bevorzugt? - Hauptsächlich ernähren sich die Würmer von Mikroorganismen, wie Pilzen. Daher eignet sich leicht verrottetes Material am besten für die Versorgung der Würmer.
Kompostwürmer helfen dabei, auch im Winter Kompost zu erzeugenWissenswertes zu Kompostwürmern in Kürze

Damit Kompost entsteht, sind verschiedene Komponenten, welche zusammenwirken, erforderlich: Gute Durchlüftung, regelmäßiges Umschichten gehören ebenso dazu, wie Lebewesen, die zur Umwandlung der Abfälle in Kompost beitragen. Eine ganz große Rolle spielen Würmer. Gerade Wurmkompost hat viele Vorteile:
  • Er ist mit Hilfe von Kompostwürmern in kurzer Zeit herstellbar ...
  • ... und das bei passenden Voraussetzungen sogar im Winter.
  • Weiterhin verfügt er über mehr Nährstoffe und Mikroorganismen als normaler Kompost.
Das liegt an den Kompostwürmern, die die vorhandene Menge an Kompostmaterial durch Fressen minimieren und die durch den Verdauungsvorgang produzierten Nährstoffe auf die nunmehr verkleinerte Menge an Kompostmaterial wieder abgeben. Dadurch werden die Nährstoffe höher konzentriert.
  • Kompostwürmer findet man aber nicht so einfach im Garten oder auf der Straße.
  • Kompostwürmer bilden eine Art der Regenwürmer. Sie sind auch unter dem Namen Riesen-Rotwurm bekannt.
  • Seine Aufgaben sind die Bindung von Schwermetallen, die Belüftung des Kompostes und des Bodens und die Erzeugung von gehaltvollem Wurmhumus.