Echtes Johanniskraut - Steckbrief zur Pflege

Echtes JohanniskrautDas echte Johanniskraut, im Volksmund auch Herrgottsblut genannt, gehört zur Familie der Hypericaceae. Seinen deutschen Namen verdankt das Mittsommergewächs dem Johanni-Tag, also dem 24. Juni. Dementsprechend blüht Hypericum perforatum, so der botanische Fachbegriff, zwischen Ende Juni bis weit in den September. Johanniskraut ist eine einheimische Heilpflanze, die vorwiegend in Gruppen wächst und hauptsächlich in ganz Europa, im Westen Asiens und im Norden Afrikas heimisch ist. Das Heilkraut gehört zu den ausdauernden Blühkräutern, das heißt, es ist winterhart und mehrjährig und trägt in der

Regel in jedem Sommer erneut eine reiche, leuchtend gelbe Blütenpracht.

Anbau und Pflege

Hypericum perforatum entfaltet nur in mittelgroßen bis großen Pflanzgruppen seine volle Blüte. Es bevorzugt einen halbschattigen Standort. Im Zweifel sollte es lieber schattig gepflanzt werden, denn es wächst der Sonne entgegen. Volle Sonneneinstrahlung verträgt es zwar auch, jedoch benötigt es dann mehr Pflege. Die sommergrüne Pflanze fühlt sich sowohl an warmen als auch an mäßig warmen Standorten wohl und benötigt einen stickstoffarmen Boden. Saure Böden wirken sich negativ auf die Blütenbildung und das Pflanzenwachstum aus. Der Boden, vorzugsweise Muttererde, angereichert mit Humus, sollte während der Grünzeit gleichmäßig trocken gehalten werden, denn das Johanniskraut verträgt nur mäßige Feuchte.

Der Boden sollte darüber hinaus nicht zu fest und lehmhaltig sein, denn Hypericum perforatum ist eine bis zu 50 cm tief wurzelnde Pflanze, deren Wurzeln stark verzweigt und ausladend sind. Die Heilpflanze kann zudem eine Höhe von rund einem Meter erreichen und benötigt demnach auch nach oben hin ausreichend Platz. Das Johanniskraut ist insgesamt eine äußert pflegeleichte Pflanze, die ein Kräuterbeet doch sehr bereichert. Es muss in der Regel nicht separat gegossen werden, braucht keine häufigen Schnitte und blüht zuverlässig über mehrere Jahre. Lediglich im Frühjahr, nach dem letzten Schnee, freut es sich über einen Rückschnitt, dann kann es zu Beginn des Sommers neu und kräftig austreiben. Jungpflanzen können gezogen werden, indem einzelne Samen des blühenden Johanniskrauts in einen Topf gepflanzt und vorgezogen werden. Ab einer Wuchshöhe von 10 cm können die Jungpflanzen ins Freiland ausgebracht werden.

Beschaffenheit der
Pflanzen


Das echte Johanniskraut wächst buschig und verzweigt und unterscheidet sich dadurch von unechten Johanniskräutern. Die einzelnen Stängel und Triebe sind gefüllt und erreichen unterschiedliche Wuchshöhen zwischen 30 und 80 cm, mit Blüte nicht selten rund einen Meter. Die langen ovalen Blätter des Johanniskrauts tragen zahlreiche kleine Öldrüsen, in denen das ätherische Heilöl der Pflanze gespeichert wird. Die Blüten sind leuchtend gelb und gefüllt, der Fruchtknoten trägt die Pollen. Hypericum perforatum vermehrt sich über Samen, die in kleinen Kapseln inmitten der Frucht sitzen. Die Samen, die auch durch starke Winde verweht werden können, werden in der Hauptsache aber von Tieren verschleppt. Außerdem kann sich das Johanniskraut auch vegetativ vermehren, das heißt, über die Neubildung und Ausdehnung der Wurzelsprosse. Auf diese Weise lässt sich das Heilkraut auch wunderbar vermehren, da ein Wurzelaustisch einfach umgesetzt werden kann und im Mutterboden neu anwächst.

Johanniskraut PflanzeGiftwirkung des Johanniskrauts

Das eigentliche Heilkraut besitzt eine leichte Giftwirkung, die sich jedoch nicht auf den Menschen bezieht. Für Albinos, also beispielsweise weiße Weidetiere

wie Ziegen, Schafe und helle Pferde, ist die trockene Blüte des Johanniskrauts jedoch giftig und führt zur Auflösung der roten Blutkörperchen. Naturgemäß halten sich diese Tiere jedoch vom Johanniskraut fern, sodass es dennoch landwirtschaftlich angebaut werden kann. Das im gezielten Anbau als Heilpflanze gewünschte Kraut gilt im Übrigen in der restlichen Landwirtschaft als Unkraut und wird daher chemisch bekämpft.

Artenvielfalt

In der Familie des echten Johanniskrauts finden sich vier verschiedene Arten. Allesamt besitzen sie dieselbe Heilwirkung, unterscheiden sich jedoch im Aussehen. Folgende Arten sind bekannt:
  • gewöhnliche Pflanzen in normaler Größe
  • breitblättrige Pflanzen mit breiten Blättern und Blüten
  • kleinblättrige Pflanzen mit kleinen Blättern und Blüten
  • schmalblättrige Pflanzen mit langen, schmalen Blättern
 Als Heilpflanze findet es vorwiegend bei folgenden Beschwerden Anwendung:
  • Depressionen
  • Bronchitis und Tonsillitis
  • Magenbeschwerden und Darmentzündungen
  • Rheuma und Gicht
  • Menstruationsschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Migräne
  • Angstzustände
  • Hexenschuss
  • Zerrungen und Stauchungen
  • Stichwunden und Verbrennungen
Darüber hinaus wirkt das Heilkraut in der richtigen Potenz, beispielsweise als Globuli, abschwellend, entzündungshemmend, antibakteriell, beruhigend, krampf- und schleimlösend, harntreibend und schmerzstillend. Da die natürlichen Vorkommen des Johanniskrauts immer weniger werden und der Bestand durch ständige Bebauung und Rodung gefährdet ist, lohnt sich der Eigenanbau dieses Wunderkrauts. Natürliche Vorkommen finden sich heute fast ausschließlich noch in den Alpen, auf den flachen, wild blühenden Almwiesen.